Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente in Deutschland in Million Euro.

Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente in Deutschland in Million Euro.FBDi e.V.

Zwar stabilisierte sich die Lage am deutschen Bauelemente-Distributionsmarkt auch im vierten Quartal 2012 weiter, belegt durch ein 10-prozentiges Auftragsplus, doch wie erwartet schlug der schwache Jahresanfang auf das Gesamtergebnis für 2012 durch. Das Jahr endete für die Branche mit einem Minus von 10 %. Die Book-to-Bill-Rate (Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz) lag im vierten Quartal bei 1,07 und lässt damit erstmals wieder Hoffnung schöpfen für eine positivere Entwicklung in 2013.
Der Umsatz der im FBDi gemeldeten Unternehmen lag im vierten Quartal mit 611 Millionen Euro nur noch um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr zurück, das Gesamtjahr endete mit 2,76 Milliarden Euro (-10 %). Die Aufträge wuchsen im abgelaufenen Vierteljahr um 10,2 % auf 651 Millionen Euro.
Zwar war die Tendenz in allen Produktbereichen zum Jahresende hin wieder fast ausgeglichen, doch übers Jahr gesehen ließen die Halbleiter mit einem Minus von über 12 % am meisten Federn. Unterm Strich blieb ein Gesamtumsatz von 1,91 Milliarden Euro. Etwas „positiver“ lief es bei dem Passiven Komponenten mit einem Minus von 7,4 % und einem Jahresumsatz von knapp 400 Millionen Euro. Die Elektromechanik schloss 2012 mit -5,7 % bei 288 Millionen Euro Umsatz ab. Stromversorgungen buchten ein Minus von 4,4 % bei einem Umsatz von 55 Millionen Euro. Als einziger Wachstumsmarkt verblieben die Displays mit einem Jahresplus von 15 % bei 80 Millionen Euro Umsatz.
Die Umsatzverteilung zwischen den Komponentengruppen blieb gleich: der Halbleiteranteil am FBDi-Total lag im ersten Halbjahr bei 69 %, die Passiven bei 14 %, Elektromechanik bei 11 %, Displays bei 3 % und Stromversorgungen bei 2 %. Die Schwankungsbreite bewegt sich im üblichen konjunkturellen Rahmen.
FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger (Avnet): „Wie bereits das ganze Jahr vorhergesagt, landete die deutsche Distribution wieder ziemlich genau auf dem Umsatzniveau von 2010. Dass sich das Ausnahmejahr 2011 nicht wiederholen lässt, war allen Marktteilnehmern spätestens nach dem ersten Quartal klar. Die Frage nach den Ursachen erübrigt sich damit, auch wenn Sondereffekte wie die Eurokrise und eine Schwäche im Automobilsektor dazugekommen sind.“
Wie es 2013 weitergeht, hängt nicht allein am deutschen Markt, meint Steinberger: „Dem Auftragsplus und den Berichten über einen wieder erstarkenden Export deutscher Unternehmen stehen hohe Lagerbestände bei manchen Herstellern und eine generelle Trendwende im PC-Markt gegenüber. Mit dem hat die deutsche Industrie und damit auch die Bauelemente-Distribution zwar nichts zu tun, aber die Auswirkungen reichen weit über seine Grenzen hinaus in Form von Preisen und Verfügbarkeit, und das sowohl positiv als auch negativ.“ Als Indiz dafür wertet Steinberger, dass laut World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) die Stückzahlverkäufe für Halbleiter, die in den Industriemarkt gingen, bis einschließlich November 2012 weltweit deutlich über dem Rekordjahr 2011 lagen.
Steinberger: „Der FBDi bleibt allen Unkenrufen zum Trotz für 2013 optimistisch und setzt auf ein leichtes Wachstum. Das Potential der deutschen Industrie ist im europäischen und internationalen Vergleich ganz hervorragend.“ Dieser Optimismus drückt sich nicht zuletzt im FBDi-Geschäftsklimaindex (orientiert am Schulnotensystem) aus, der im abgelaufenen Quartal auf 3,16 kletterte und längerfristig mit 2,67 (statt 2,81) zu Buche steht.