„Erstmals überhaupt wurde die Marke von 160 Milliarden Euro überschritten“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2012 hatte bei 159,9 Milliarden Euro gelegen. Allein im Dezember 2014 wuchsen die Exporte um kräftige 15,4 Prozent gegenüber Vorjahr auf 13,7 Milliarden Euro. Es war der höchste jemals erzielte Dezemberwert.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland übertrafen von Januar bis Dezember 2014 ihren Vorjahresstand um 7,6 Prozent und erreichten ein Volumen von 144,6 Milliarden Euro. Dieser Wert markierte ebenfalls einen neuen Höchststand. Im Dezember letzten Jahres sind die Importe mit plus 16,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 12,0 Milliarden Euro erneut noch stärker gewachsen als die Exporte.

Die Ausfuhren nach China stiegen im vergangenen Jahr um 16,1 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. „Damit war die Volksrepublik erstmals der größte Abnehmer deutscher Elektroexporte“, so Gontermann. „Mit einem absoluten Exportzuwachs von 2,1 Milliarden Euro steuerte das China-Geschäft zudem auch den größten absoluten Beitrag zum letztjährigen Exportwachstum der Elektroindustrie bei.“ Die Ausfuhren in die zweitplatzierten USA und nach Frankreich auf Rang drei legten um 4,5 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro bzw. um 2,0 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu. Auf den Rängen vier und fünf folgten Großbritannien mit 9,3 Milliarden Euro und die Niederlande mit 8,4 Milliarden Euro, wohin die Exporte mit plus 9,5 Prozent bzw. 11,5 Prozent jeweils überdurchschnittlich zunahmen. Die höchste Export-Zuwachsrate unter den zehn größten Abnehmerländern entfiel im vergangenen Jahr mit plus 28,3 Prozent auf Polen, das Erzeugnisse im Wert von 6,9 Milliarden Euro aufnahm. Die Elektroexporte nach Italien stiegen mit plus 1,2 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro hingegen kaum. Die Lieferungen in die Schweiz stagnierten zudem bei 5,7 Milliarden Euro.

Insgesamt fanden sich unter den zehn größten Abnehmern 2014 nur je ein asiatisches und amerikanisches Land. Alle übrigen kamen nach wie vor aus Europa. „Russland fiel mit einem Exportrückgang von 22,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro aus den Top Ten heraus“, sagte Gontermann. „Das Russland-Geschäft, das um 1,2 Milliarden Euro geringer ausfiel als noch 2013, belastete das Exportwachstum der Branche im letzten Jahr zudem rechnerisch am stärksten.“ Polen rückte dagegen nach zwei Jahren Abstinenz wieder in die Top Ten vor. Mit einem absoluten Zuwachs um 1,5 Milliarden Euro trugen die Elektroausfuhren in das Land im vergangenen Jahr am zweitstärksten zum gesamten Exportplus der Branche von 7,8 Milliarden Euro bei.