Auländische Unternehmen haben deutsche Industrie 4.0-Unternehmen im Fokus: „Mit ihrer sehr aktiven Investitionsstrategie bauen derzeit gerade US-amerikanische Unternehmen ihre Vorherrschaft in der digitalisierten Wirtschaft aus“, sagt Dr. Dierk Buß, Partner bei Ernst & Young und Autor der Studie.

Auländische Unternehmen haben deutsche Industrie 4.0-Unternehmen im Fokus: „Mit ihrer sehr aktiven Investitionsstrategie bauen derzeit gerade US-amerikanische Unternehmen ihre Vorherrschaft in der digitalisierten Wirtschaft aus“, sagt Dr. Dierk Buß, Partner bei Ernst & Young und Autor der Studie. Fotolia 140507226

Im ersten Halbjahr 2017 fanden weltweit 2.595 Unternehmenstransaktionen in den für Industrie 4.0 relevanten Branchen Maschinenbau, High Tech, Produktion und IT statt – das waren 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei knapp jeder dritten Transaktion wurden Unternehmen durch ausländische Investoren erworben. Im Fokus stehen dabei US-amerikanische und deutsche Unternehmen: So wurden 196 US-amerikanische und 113 deutsche Unternehmen aus den obigen Branchen von ausländischen Investoren gekauft. Großbritannien und Kanada belegten im ersten Halbjahr mit 72 beziehungsweise 48 Transaktionen die Plätze drei und vier im Ranking der wichtigsten Zielländer.

Während allerdings unterm Strich deutlich mehr US-Unternehmen im Ausland zukauften als umgekehrt aus dem Ausland aufgekauft wurden, ergibt sich für den Industrie-4.0-Standort Deutschland ein negativer Saldo: So haben im ersten Halbjahr 82 deutsche Unternehmen Akquisitionen im Ausland durchgeführt – im selben Zeitraum wurden allerdings 113 deutsche Unternehmen von ausländischen Investoren übernommen. Für die vergangenen drei Jahre summieren sich die Übernahmen deutscher Unternehmen im Ausland auf 454. Diesen Transaktionen stehen 596 von ausländischen Konzernen übernommene deutsche Unternehmen gegenüber.

Damit liegt der negative Saldo – bezogen auf die vergangenen drei Jahre – für den Standort Deutschland bei 142 Transaktionen. Für kein anderes Land der Welt ergibt sich ein derart großes Ungleichgewicht zwischen Aufkäufen durch ausländische Unternehmen und Zukäufen im Ausland. Großbritannien folgt mit 126 Transaktionen vor Italien mit einem negativen Saldo von 118 Transaktionen. Umgekehrt ergibt sich für die Standorte USA, Japan und China ein deutlich positiver Saldo von 438, 199 beziehungsweise 147 Transaktionen.

„Die Digitalisierung hat die Industrie längst voll erfasst und entwickelt sich zu einem der wichtigsten Treiber auf dem Merger & Akquisition-Markt“, beobachtet Dr. Dierk Buß, Partner bei Ernst & Young und Autor der Studie. „Ziel vieler solcher Transaktionen ist es, in der digitalisierten Produktion der Zukunft – Stichwort Industrie 4.0 – eine wichtige Rolle zu spielen.“ Ebenfalls in diesem Kontext sehr aktiv sind Finanzinvestoren, die dabei sind, Unternehmen aus verschiedenen Segmenten zusammenzuführen und zu schlagkräftigen Anbietern neuer digitaler Industrielösungen zu formen. Jede fünfte Transaktion weltweit geht derzeit auf das Konto der Private Equity-Häuser.