Der Statusreport hat sich den wichtigsten Fragen, wie dem zukünfitigen Ort der Arbeit und den benötigten Qualitfikationen gewidmet. Zudem gibt er einen Ausblick, in welche Richtung sich die jeweiligen Aspekte der Arbeit derzeit entwickeln. Ein wichtiger Punkt ist die Arbeitstätigkeit: Schon jetzt nimmt die Automatisierung manueller Routinetätigkeiten und die Digitalisierung kognitiver Routinetätigkeiten zu. Sofern im Bereich der künstlichen Intelligenz und bei autonomen Systemen, vor allem der Mobilität, weitere technologische Fortschritte erzielt werden, ist auch denkbar, dass Nicht-Routinetätigkeiten automatisiert oder digitalisiert werden.

Arbeitsort: Home Office und mobiles Arbeiten nehmen zu

Ein Statusreport zum Thema Arbeit 4.0 von VDI und VDE gibt den aktuellen Diskussionsstand zur Arbeit in der Digitalen Transformation aus Sicht von Arbeitswissenschaftlern und Ingenieuren wider.

Ein Statusreport zum Thema Arbeit 4.0 von VDI und VDE gibt den aktuellen Diskussionsstand zur Arbeit in der Digitalen Transformation aus Sicht von Arbeitswissenschaftlern und Ingenieuren wider. Fotolia – red150770

Werden wir künftig noch allmorgendlich den Weg ins Büro antreten oder ist die Präsenzkultur ein Auslaufmodell? Sicher ist, dass die Gestaltung ortsflexibler Arbeit an Bedeutung gewinnt. Eines der wesentlichen Merkmale digitaler Vernetzung ist, dass die räumliche Bindung von Arbeitstätigkeit und Arbeitsplatz zunehmend aufgehoben wird. Der Anteil mobiler Arbeit wird kontinuierlich weiter ansteigen. Entsprechend sinkt die Bedeutung des Büros als zentralem Arbeitsort. Diese Entwicklung gilt jedoch nicht für manuell oder assistiert ausgeführte Tätigkeiten, die entsprechende Werkstücke, Komponenten und Betriebsmittel erfordern, wie in der Montage. Für die klassische Bürotätigkeit aber gibt es schon heute bereits E-Mail, Telefon- und Videokonferenzen, Webseminare, die Arbeit in der Cloud und weitere Optionen.

Qualifikation: Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind der Schlüssel 

Die Qualifizierung nimmt im Kontext der Veränderungen durch Automatisierung und Digitalisierung eine Schlüsselstellung ein. Hier haben VDI und VDE zwei mögliche Szenarien im Blick: Entweder kommt es im sogenannten Polarisierungsszenario zu einer Erosion mittlerer Qualifizierungen, weil manuelle, aber auch kognitive Routinetätigkeiten zwecks Produktivitätsgewinne zunehmend automatisiert und digitalisiert werden. Die mittlere Qualifikationsebene würde demnach schrittweise nahezu in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Oder aber es kommt zu einem durchgängigen Ansteigen des Qualifikationsniveaus über alle Stufen hinweg.

Letzteres Szenario erscheint dem VDI/VDE laut Statusreport als das wahrscheinlichste für den Hochlohnstandort Deutschland. Es würde bedeuten, dass die Qualifikationsanforderungen für praktisch alle Beschäftigten – auch die der bislang sogenannten Geringqualifizierten – steigen.

Zwölf Maßnahmen, um für die Arbeitswelt 4.0 fit zu sein

Der Statusreport empfiehlt zwölf Maßnahmen, um die Chancen der Digialtisierung zu nutzen. Dazu gehören leistungsfähige Infrastrukturen, den Erwerb digitaler Qualifikationen auf allen Ebenen, prospektive Folgenabschätzung der Digitalisierung für Beschäftigte, neue Rahmenbedingungen für innoative Arbeitszeitmodelle, Innovationsförderung für KMU und das Stärken der Gründerkultur.

Der Statusreport schließt ab mit Anwendungsbeispielen aus der Industrie 4-0-induzierten Praxis. Dazu gehören etwa den Einsatz von Wearables in der Logistik oder die Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen für die flexible Produktion.