„Nach der Übernahme hat der Finanzbericht vielleicht ein paar Spalten und Seiten mehr, ansonsten bleiben unsere Strukturen wie sie sind.“ Hans Wimmer B&R Geschäftsführer.

„Nach der Übernahme hat der Finanzbericht vielleicht ein paar Spalten und Seiten mehr, ansonsten bleiben unsere Strukturen wie sie sind.“ Hans Wimmer B&R Geschäftsführer. B&R

Konkrete Zahlen darf Hans Wimmer aufgrund der Corporate Governance zwar nicht mehr nennen, aber zumindest Tendenzen: „Wir haben auch in 2017 wieder ein sehr solides Wachstum bei allen Produkten, in allen Branchen und Regionen hingelegt.“ Als Richtschnur gibt er das Plus bei den Mitarbeitern von über 10 % an. „Unser Umsatzwachstum liegt deutlich darüber“, betont der Geschäftsführer der ABB-Division Maschinenautomatisierung. Grundlage dafür bilden die mehr als 250 000 verkauften Steuerungs-PCs und Antriebsverstärker in der gleichen Größenordnung. Und als globales Zentrum für Maschinenautomatisierung wird B&R vom ABB-Konzern profitieren – und natürlich von den Neuheiten, die in Nürnberg vorgestellt werden.

„Der Korb an Innovationen ist so voll wie nie.“ Wimmer spielt hier vor allem auf das neue Shuttle-System SuperTrak an, mit dem B&R die Massenproduktion kosteneffizient individualisieren will. „In unserer Geschichte ist das die größte Einzelinvestition,“ stellt Wimmer dessen Bedeutung heraus. Allerdings ließen weder er noch Robert Kickinger, Manager Mechatronic Technologies, die Katze wirklich aus dem Sack. Nur so viel vorab: Das System liefert Antworten auf Problemstellungen wie die Ausschleusung fehlerhafter Produkte ohne Prozessverlangsamung, automatische Rekonfiguration bei gestörten Elementen und schnelle Produktionssteigerung durch Parallelisierung der Prozesse.“ Auch die mit der Skalierung verbundenen Knackpunkte wie die Anzahl der zu steuernden Achsen haben wir gelöst“, so Kickinger. Bleibt also nur, bis zu SPS IPC Drives abzuwarten.

Drei grundlegende Edge-Architekturen ermöglichen eine abgestufte Maschinenanbindung an Cloud-Infrastrukturen: als kompakte Lösung für die direkte Cloudanbindung (Edge Connect), in B&R-Controller integriert für einfache Datenvorverarbeitung und Datenbankanbindung (Edge embedded) oder als Edge-Controller mit integrierter Datenbank, umfassender Analyse- und Reporting-Bibliothek.

Drei grundlegende Edge-Architekturen ermöglichen eine abgestufte Maschinenanbindung an Cloud-Infrastrukturen: als kompakte Lösung für die direkte Cloudanbindung (Edge Connect), in B&R-Controller integriert für einfache Datenvorverarbeitung und Datenbankanbindung (Edge embedded) oder als Edge-Controller mit integrierter Datenbank, umfassender Analyse- und Reporting-Bibliothek. B&R

Erste Details gab es zu Themen wie mapp Technology. So gibt es bei HMI-Komponente mapp view Funktionserweiterungen. Auch die Antriebs-Komponente mapp motion wird weiter ausgebaut in Richtung der Königsdisziplinen Motion Control, CNC und Robotik. In Sachen Antriebe wird die Lücke bei großen Motoren geschlossen. „Künftig haben wir auch Umrichter von 100 kW bis 500 kW Leistung im Programm“, so Wimmer. In diesem Bereich gebe es viel Potenzial.

Vom Edge in die Cloud

Maschinen- und Anlagenbetreiber setzen zunehmend auf das Industrial Internet of Things. Derzeit werden aber nur rund ein Prozent der Daten, die in einer Produktion entstehen, effektiv genutzt. Diese Quote möchte der Automatisierungsanbieter mit einem modularen Lösungspaket erhöhen. Damit Anwender die Vorteile ihrer vernetzten Produktionsstätten auch umfänglich nutzen können, müssen Ma-schinen und Anlagen eine Verbindung in die Cloud ermöglichen. Dies geschieht mit sogenannten Edge-Geräten. Dafür hat B&R ein Geräte- und Software-Spektrum entwickelt, angefangen von der einfachen Cloud-Anbindung per OPC UA, AMQP oder MQTT, über eine Lösung mit einfacher Vorverarbeitung und Datenbankanbindung bis hin zum Edge-Controller mit integrierter Datenbank, Analyse- und Reporting-Tools. B&R zeigt dazu am Messestand eine IoT-Demo, bei der der digitaler Zwilling einer Maschine in Echtzeit in der Cloud einsehbar ist.

Machine Vision integriert

„Vision-Systeme werden für die Fertigung immer wichtiger, jedoch sind Maschinensteuerung und Vision derzeit zwei weitgehend getrennte Welten”, begründet Anton Meindl Business Unit Manager Controls den Einstieg in das Produktsegment. Den Graben schließt B&R jetzt und integriert die Bildverarbeitung ins Automation Studio. Dazu wurde eine Kooperation mit einem Softwareanbieter geschlossen, dessen Tools künftig lizensiert werden.

Vision System integriert: Anwender können zwischen unterschiedlichen Performance-Leveln, Bildsensoren und Optiken wählen. Das Anwendungsspektrum reicht vom relativ einfachen Lesen eines Barcodes über OCV und OCR bis hin zu anspruchsvollen Aufgabenstellungen wie sie bei der Produktion von Pharmazeutika, in Druckmaschinen oder bei der Textilherstellung auftreten. Da die Applikation auch auf der Steuerung gespeichert ist, geht nichts verloren, falls die Kamera im Servicefall getauscht werden muss.

Vision System integriert: Anwender können zwischen unterschiedlichen Performance-Leveln, Bildsensoren und Optiken wählen. Das Anwendungsspektrum reicht vom relativ einfachen Lesen eines Barcodes über OCV und OCR bis hin zu anspruchsvollen Aufgabenstellungen wie sie bei der Produktion von Pharmazeutika, in Druckmaschinen oder bei der Textilherstellung auftreten. Da die Applikation auch auf der Steuerung gespeichert ist, geht nichts verloren, falls die Kamera im Servicefall getauscht werden muss. B&R

Herzstück des Systems sind intelligente Kameras, die ein breites Spektrum abdecken, von einfachen Vision-Sensoren bis zu High-End Smart Kameras. Die Krux vieler BV-Applikationen liegt aber weniger in der Kamera, sondern vor allem in der Ausleuchtung und Belichtung. “Wesentlicher Bestandteil unserens Vision-Systems ist deshalb Smart Light”, betont Meindl. Dessen intelligente Auto-Beleuchtung löst die meisten Probleme bei der Implementierung. Erst wenn schwierige Lichtsituationen spezielles Know-how erfordern, werden Experten notwendig.

Die Beleuchtung ist wahlweise in die Kameras integriert oder als externes Gerät verfügbar. Die automatische Aussteuerung der Beleuchtung ermöglicht, dass schwierige Lichtsituationen – zum Beispiel Fremdlicht – die Leistung des Vision-Systems nicht beeinträchtigen. Auch eine präzise Synchronisation (bis zu 1 µs über Powerlink) der Beleuchtung mit dem Prozess für Anforderungen wie Hell- oder Dunkelfeld-Beleuchtungen lassen sich damit umsetzen. “Wie Smart Light konkret funktioniert, zeigen wir erst auf der Messe”, so Meindl.

Naheliegend ist, dass beim Einrichten die Kamera mehrere Beleuchtunsszenarien ausprobiert und der Inbetriebnehmer dann die Variante mit den korrekten Messergebnissen auswählt.

SPS IPC Drives 2017 Halle 7, Stand 206