Die Technologietage der Asys-Gruppe (09./10. November 2016) stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Many Minds – One Mission!“. Erwin Beck, Karin Walter und Florian Ritter setzen neue Impulse, haben die Smart Factory im Blick und den Menschen im Fokus.

Die Technologietage der Asys-Gruppe (09./10. November 2016) stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Many Minds – One Mission!“. Erwin Beck, Karin Walter und Florian Ritter setzen neue Impulse, haben die Smart Factory im Blick und den Menschen im Fokus. Asys

Die Abstände schwinden zusehens, ebenso die Vergleichsmöglichkeiten für ein Benchmark. Wie also hält man den Wettbewerb erfolgreich auf Abstand? Gerade im Maschinen- und Anlagenbau sind Innovationszyklen nur schwer zu beschleunigen. Es sei denn, man greift – beflügelt von eigenen Visionen – branchenfremde Trends auf. Offen für Neues zu sein, hat bei Asys durchaus Tradition. Die Herausforderung besteht allerdings darin, diese Trends nicht nur aufzugreifen, sondern zu adaptieren und zügig in passende Tools für die Elektronikfertigung umzusetzen. Und so beschränkt sich das Unternehmen längst nicht mehr darauf, ein Maschinen- und Anlagenbauer zu sein, sondern sieht sich vielmehr als Lösungsanbieter, dem es darum geht, seine Anlagen kontinuierlich attraktiv zu gestalten. Den Fokus setzt Asys auf clevere Softwarelösungen und moderne Automatisierungselemente. Denn in einer zunehmend digitalisierten Welt gilt es, Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten, die Maßstäbe setzen.

Die Smart Factory von Asys setzt sich aus Insellösungen zusammen. Ein Transportroboter versorgt die Stationen kontinuierlich mit Material. Ein kollaborativer Roboter montiert am Handarbeitsplatz Bauteile. Dieses Smart-Factory-Konzept wird auf den Technologietagen vorgestellt.

Die Smart Factory von Asys setzt sich aus Insellösungen zusammen. Ein Transportroboter versorgt die Stationen kontinuierlich mit Material. Ein kollaborativer Roboter montiert am Handarbeitsplatz Bauteile. Dieses Smart-Factory-Konzept wird auf den Technologietagen vorgestellt. Asys

„Bereits im Jahr 2012 haben wir das weite Feld von Industrie 4.0 für uns entdeckt und wir waren uns schnell im Klaren darüber, welchen Einfluss die vierte industrielle Revolution auf die eigene strategische Ausrichtung haben würde. Mit zunehmenden Software- und IT-Lösungen in unseren Anlagen, müssen Hard- und Softwareentwicklung so gut es geht verschmelzen. Früher autark agierende Abteilungen müssen heute im Team funktionieren“, erläutert Karin Walter, Vice President Product Management & Marketing von Asys Group. Das Software-Engagement kommt nicht von ungefähr: „Produktionen werden immer flexibler. Häufig werden Insellösungen eingesetzt, die komplexe Prozesse separieren und voneinander unabhängig machen. Das erfordert übergreifende Softwarelösungen, die digitales Networking ermöglichen“, erläutert Florian Ritter, Business & Product Portfolio Development von Asys, dem es ein Anliegen ist, mittels Software die rasch wachsende Maschinen- und Linienkomplexität beherrschbar zu machen. Unter seiner Ägide soll der Softwarebereich ausgebaut und die Entwicklung von Pulse vorangetrieben werden, ohne dabei Angestammtes aus dem Blick zu verlieren: „Der Name Asys steht für Automatisierungssysteme. Daher ist es auch unser Anspruch, Produktionseinrichtungen zu Optimieren und immer mehr zu Automatisieren“, bekräftigt er. „Das bedeutet, den Anwendern die bestmögliche Interaktion mit technischen Systemen und Anlagen zu ermöglichen, um die Produktion der Zukunft möglichst effizient gestalten zu können“, bestätigt Walter.

Der Elektronikfertigungs-Dienstleister Katek in Grassau hat Pulse erfolgreich im Einsatz. Dank der Pulse-Smartwatch hat der Bediener die Linie immer im Blick und kann schnell reagieren.

Der Elektronikfertigungs-Dienstleister Katek in Grassau hat Pulse erfolgreich im Einsatz. Dank der Pulse-Smartwatch hat der Bediener die Linie immer im Blick und kann schnell reagieren. Asys

Bei mittlerweile erreichten Maschinen-Verfügbarkeiten von gut 99 Prozent reicht es nicht mehr aus, dass einzelne Maschinen reibungslos funktionieren und technologisch innovativ sind. Die gesamte Fertigung müsse näher betrachtet werden, um die Linienverfügbarkeit und somit die Wirtschaftlichkeit einer Produktion sicherzustellen, merkt Erwin Beck an: „Für uns ist es wichtig, dass es nicht bei der Vision bleibt, sondern wir versuchen ein Produkt zu generieren, das uns, aber vor allem unsere Kunden voranbringt“, bekräftigt der Senior Vice President Product Management & Marketing von Asys. Der Faktor Zeit spiele da eine enorme Rolle: „Wir brüten nicht jahrelang an einer Idee, sondern treten mitunter auch mit Teillösungen auf den Markt.“ Diese Vorgehensweise verschafft Asys einen Wettbewerbsvorteil, denn die Teillösungen erfahren eine kontinuierliche Weiterentwicklung bis hin zum neuen Produkt.

User Experience – die neue Bedienerfreundlichkeit

Einen Vorgeschmack auf Künftiges stellte Asys vor einigen Jahren mit Simplex vor. Die im Bildschirm integrierten Touch- und Wischfunktionen waren unique und seiner Zeit voraus. Diese Annehmlichkeiten verhalfen dem Anwender zu einer völlig neuen Bedienerfahrung. Simplex zeigt anschaulich, wie elegant sich der mobile Zeitgeist in das Arbeitsleben und die Produktion projektieren und implementieren lässt. Die  linienübergreifende Softwarelösung Pulse ist die konsequente Fortführung der visionären Ausrichtung von Asys. Der so genannte Mobile Line Assist ermöglicht nicht nur die Überwachung von Fertigungslinien und Bedienung von Handlingmodulen, sondern steht dem Menschen als intelligentes Assistenzsystem zur Seite.

Linienüber-greifend agieren mit Pulse

Via Tablet oder Smartwatch lassen sich bequem und zuverlässig alle Handlingmodule steuern. Dabei kann der Bediener jederzeit alle relevanten Linienformationen in Echtzeit abrufen. Die To-Do-Liste zeigt die Aufgaben übersichtlich nach Prioritäten sortiert an. Mit der Smartwatch arbeitet der Bediener seine Aufgaben direkt am Handgelenk ab, da ihm das System nicht nur übersichtlich anzeigt, welche Arbeiten – etwa das Nachfüllen von Lotpasten oder Magazinwechsel – durchzuführen sind, sondern auch wie viel Zeit noch bleibt, bis eine Aufgabe erledigt sein muss. Auf diese Weise lassen sich Tätigkeiten vorausschauend planen und Abläufe einfach koordinieren. Der Bediener kann schnell und gezielt reagieren, bevor es zu einem Linienstillstand kommt. Mittels Apps lassen sich die Tablets und Smartwatches zudem jederzeit mit neuen Features upgraden. Gleichzeitig bietet Pulse offene Schnittstellen für die Anbindung von Maschinen anderer Hersteller. So viel Engagement in Sachen Industrie 4.0 wurde auf der Productronica 2015 mit dem erstmalig ausgelobten „Productronica Innovation Award“ im Cluster „Future Markets“ honoriert.

Nicht ohne Stolz spricht Karin Walter, mit „User Expierence“ von einer neuen Art der intuitiven Mensch-Maschinen-Interaktion. „Wir können durch die hohe Leistungsfähigkeit unserer Anlagen hervorgerufene enorme Komplexität nicht einfach auf einem Tabletscreen abbilden und gleichzeitig voraussetzen, dass der Anwender alles versteht.“ Die größte Herausforderung sei daher die Reduzierung dieser Komplexität im User-Interface, erläutert sie und zieht die vielschichtige Suchmaschine heran: „Google beispielsweise ist im Backend hochkomplex. Für den User hingegen gibt es ein einziges Eingabefeld. Alles was sich im Hintergrund abspielt, bekommt der Anwender nicht mit. Wettbewerbsfähig wird in Zukunft derjenige bleiben, der dem Bediener den bestmöglichen Support, auch mittels intuitiver Bedienung bietet. Das haben wir beispielsweise mit Simplex und Pulse realisiert“, unterstreicht sie und merkt weiter an: „Die Technik tritt in den Hintergrund unserer Wahrnehmung und wird immer mehr zu einem integralen, nahezu unsichtbaren Bestandteil unseres Arbeits- und Privatlebens. Immer häufiger entstehen hybride Produkte, zum Beispiel wenn eine Maschine dank Software über ihren physischen Wert hinaus neue Funktionalitäten erhält.“

Das neueste Modul in der Pulse-Familie ist ein autonomer Transportroboter, der auf der Productronica 2015 für Furore sorgte. Der Roboter wechselt eigenständig und vollautomatisch Magazine sowie Trays und ermöglicht so eine selbst organisierte Materiallogistik. Dabei bewegt er sich völlig selbstständig in Fertigungshallen und transportiert verschiedene Materialien wie Magazine, Schablonen, Trays oder Bauteilrollen. Doch damit nicht genug: Asys hat den Trend der kollaborativen Roboter aufgegriffen und stellt auf den kommenden Technology Days, die das Unternehmen traditionell im zweijährigen Turnus Mitte November am Hauptstandort Dornstadt veranstaltet, einen solchen Roboter an Vego-Handarbeitsplätzen vor.

Many Minds – One Mission

Denkbare Zukunftsszenarien in mögliche Produktionskonzepte umzusetzen ist eines der Alleinstellungsmerkmale der Unternehmensgruppe. Deshalb stehen die 9. Asys Group Technology Days unter dem Motto „Many Minds – One Mission“. Denn wie bei jeder wichtigen Mission steht am Anfang die Idee, gepaart mit der Vorstellung, wie die Zukunft aussehen könnte. Diese Begeisterung für das Neue will Asys im regen Gedankenaustausch mit Kunden, Lieferanten und Interessenten schüren und lädt daher am 09. und 10. November 2016 nach Dornstadt ein.Schließlich lautet die Mission des zweitägigen Events „Smart Factory“. Viele Ansichten, Meinungen und Vorstellungen über die Zukunft ermöglichen neue Perspektiven die zur besten Lösung führen können. Dem Fachbesucher will Asys smarte Konzepte für die Fabrik der Zukunft mittels spannenden Vorträgen und einer Liveproduktion präsentieren.

User Experience will Asys künftig auch bei der Fernwartung über den gesamten Erdball ermöglichen. Da Bedienkonzepte im Zuge der steigenden Maschinenkomplexität immer intuitiver werden müssen, ist die logische Konsequenz daraus, die virtuelle Verknüpfung voranzutreiben. Das will das Unternehmen mit einer smarten Augmented-Reality-Brille realisieren, die auch in der Funktionsweise stark an Google-Glass erinnert. „Mit unserer Datenbrille wollen wir virtuelle Informationen mit der realen Welt in Einklang bringen. Das revolutioniert die Servicetätigkeit, spart Zeit und sorgt für minimierte Stillstandzeiten“, ist Erwin Beck zuversichtlich. Das Konzept wird erstmalig während der Technology Days an einem Divisio-Nutzentrennsystem präsentiert.

Smart Factory – Erfolgreich im Netzwerk

Die Umsetzung von Industrie 4.0 ist technologisch sehr komplex. Smart Factory ist integraler Bestandteil, wenn nicht sogar das Herzstück von Industrie 4.0. Im Mittelpunkt einer Smart Factory steht die echtzeitfähige, intelligente, horizontale und vertikale Vernetzung von Menschen, Maschinen, Objekten und IKT-Systemen zum dynamischen Management von komplexen Produktionssystemen. Entscheidend ist, dass alle Gegenstände der Fabrik, von einzelnen Werkzeugen und Produkten bis hin zu kompletten Anlagen, mit integrierter Rechenleistung ausgestattet sind. Damit können sie Daten aus ihrer Umgebung erfassen, verarbeiten und weiterleiten und sich innerhalb ihres Netzwerks selbst organisieren.

Detlef Beer, Produktentwicklung AOI-Baugruppeninspektion von Viscom: „Wir freuen uns, auch mit unserer 3D-Lotpasteninspektion in der Pulse-Linie  vertreten zu sein. So realisieren wir intelligente Prozessoptimierung im Sinne von Industrie 4.0.“

Detlef Beer, Produktentwicklung AOI-Baugruppeninspektion von Viscom: „Wir freuen uns, auch mit unserer 3D-Lotpasteninspektion in der Pulse-Linie vertreten zu sein. So realisieren wir intelligente Prozessoptimierung im Sinne von Industrie 4.0.“ Asys

Mit Pulse sieht sich Asys dieser Herausforderung gewachsen: „Wir sind auf dem guten Weg, uns eine Poleposition zu erarbeiten“, argumentiert Erwin Beck in Hinblick auf die steigende Akzeptanz von Pulse. Momentan sind über 15 Pulse-Lösungen bei unseren Kunden im Einsatz. Aktuell arbeiten über 70 Softwareentwickler an unterschiedlichen Projekten innerhalb der Asys-Gruppe. Der Anspruch ist indes nicht, etablierten Softwaregrößen wie Itac oder SAP den Rang abzulaufen. Vielmehr geht es darum, mit durchdachten Tools eine hohe Maschinenverfügbarkeit gepaart mit einer sehr intuitiven Bedienerfreundlichkeit über die Fertigungslinie hinweg zu ermöglichen, weshalb Beck anmerkt: „Wir adressieren den ersten Software-Integrationslevel einer Fertigungslinie und sind dabei die ersten und bislang einzigen, die hierbei Mobile Devices anbieten.“ Florian Ritter geht da noch mehr ins Detail: „Wir offerieren mit Pulse eine offene Plattform für Partneranlagen und unsere eigenen Maschinen. In Kooperation mit unseren Partnern arbeiten wir daran, dass die Software noch attraktiver für den Kunden wird. Nicht nur, weil er damit die gesamte Linie im Blick hat, sondern weil er die richtige Information, zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat.“

Klaus Kölbel, Sales Manager von Fuji Machine Europe: „Timing ist alles. Die Aufgabenliste in Pulse hilft unseren Kunden, beim Bestücken  einen guten Gesamtüberblick zu haben.“

Klaus Kölbel, Sales Manager von Fuji Machine Europe: „Timing ist alles. Die Aufgabenliste in Pulse hilft unseren Kunden, beim Bestücken einen guten Gesamtüberblick zu haben.“ Asys

Dass Pulse dabei eine etablierte Industrie 4.0-Lösung sei, die eine firmenübergreifende Zusammenarbeit problemlos ermögliche, lassen die Asys-Experten außer Zweifel und belegen dies damit, dass immer mehr Elektronikfertiger ihre Maschinen- und Anlagenlieferanten anhalten, sich mit Pulse auseinanderzusetzen. So habe man einige interessante Projekte mit Nichtkunden am Laufen, bestätigt Beck. Parallel dazu wird die Pulse-Community immer größer. Dazu gehören Branchengrößen wie Kolb Cleaning Technology, Viscom oder Rehm Thermal Systems. Jüngstes Mitglied ist Fuji Machine. „Timing ist alles. Im Sommer 2015 konnte der Bestückautomatenhersteller seine dritte skalierbare Bestückungsplattform „NXT III“ beim Elektronikfertigungs-Dienstleister Katek Elektronik in Grassau installieren. Mit Blick auf Industrie 4.0 nimmt Katek mit Lean Production kontinuierlich interne Reibungsverluste ins Visier. Fundierte Unterstützung findet Katek im Lean- und Traceability-Prozess mit Fuji Machine und hat dabei Pulse erfolgreich im Einsatz. Dank der Smartwatch hat der Bediener die Linie immer im Blick und kann schnell reagieren. Für Karin Walter ist dies eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Wege ist: „Industrie 4.0 ist nichts abgeschlossenes. Wir sind auf der Reise im digitalen Zeitalter. Im Moment gibt es sehr viele Visionen und Ideen – wir müssen die Menschen, Kunden und Interessenten, auf diese Reise mitnehmen. Auf unseren Technology Days können sie uns ihre Meinungen und Ideen mitteilen, um an unserem gemeinsamen Ziel zu arbeiten.“