Bild 1: Miniaturklemmen lassen sich auch im Aufzugbau einsetzen.

Bild 1: Miniaturklemmen lassen sich auch im Aufzugbau einsetzen. Phoenix Contact

In den Schaltschränken und Schaltkästen einer jeden Anlage finden sich zahlreiche elektro­mechanische Komponenten; zahlenmäßig am häufigsten vertreten ist die Reihenklemme. In der Theorie erfüllt sie eine einfache und dennoch wichtige Aufgabe: Sie sichert die Übertragung von Strom und Spannung zwischen den angeschlossenen Leitern. Die hergestellte Verbindung muss tadellos sein, denn sie muss verlässlich in allen Anwendungen jahrzehntelang funktionieren – und das bei geringen Übergangs­widerständen und möglichst kleiner Wärmeentwicklung. Die Basis für eine dauerhaft zuverlässige Klemmverbindung bilden hochwertige Werkstoffe und eine gute Anschlusstechnik.

Mit Push-in-Technik die Effizienz steigern

Das Reihenklemmen-System Clipline Complete von Phoenix Contact bietet dem Anwender untereinander kompatible Anschlusstechniken, die sich alle ein einheitliches Zubehörprogramm teilen. Die Gründe für die Auswahl einer bestimmten Anschlusstechnik können vielfältig sein. Zum einen gibt es regionale oder branchenspezifische Präferenzen, zum anderen bestimmen applikations­bedingte und wirtschaftliche Faktoren über deren Einsatz. Für diese Anforderungen eignet sich die Push-in-Technik.

Diese Technik lässt sich sukzessive erweitern und arbeitet nach dem Druckfeder­prinzip: Der Anwender kann den Leiter direkt stecken, ohne zuvor die Klemmstelle zu öffnen. Durch das spezifische Design der hochlegierten Stahlfeder, die den Leiter gegen den Strombalken drückt, können die Steck­kräfte zur Montage des Leiters bis zu 50 % geringer ausfallen. Das verkürzt die Verdrahtungs­zeiten und schafft Luft für andere zeitintensive Gewerke bei der Errichtung von Maschinen und Anlagen.

Kleinste und größte Push-in-Klemme der Welt

Bild 2: Die größte und die kleinste Klemme: Unabhängig von ihrer Größe lassen sich die Klemmen gleich gut verdrahten. Der Powerturn-Federanschluss eignet sich für große Querschnitte bis 150 mm².

Bild 2: Die größte und die kleinste Klemme: Unabhängig von ihrer Größe lassen sich die Klemmen gleich gut verdrahten. Der Powerturn-Federanschluss eignet sich für große Querschnitte bis 150 mm². Phoenix Contact

Dabei deckt das Reihenklemmen-Programm Clipline Complete nicht nur den klassischen unteren und mittleren Leiterquerschnittsbereich zwischen 0,14 und 16 mm² ab. Bereits 2015 zeigte Phoenix Contact mit der neuen Reihenklemme PT-Power 150, dass selbst im oberen Leistungsbereich bis 309 A bei 150 mm² Leiter­querschnitt eine einfache und werkzeuglose Verdrahtung möglich ist. Bisher gab es hierfür ausschließlich Bolzen- oder Schraub-Anschlüsse.

Selbst bei dieser Größe ist das Anschlussprinzip einfach; auch hier sorgt die Federkraft für einen programmierten festen Kontakt des Leiters mit dem Strombalken. Im Gegensatz zu den kleinen Push-in-Klemmen sind die großen Varianten mit bis zu drei zusammenwirkenden Federpaketen ausgestattet. Damit bieten sie eine hohe Kontaktqualität, wobei als Werkzeug für alle Push-in-Klemmen ein Schraubendreher dient.

Während die Demontage von Leitern bei Push-in-Klemmen bis 16 mm² mithilfe  des integrierten, orange gefärbten Betätigungshebels erfolgt, kommt bei Leitern ab 35 mm² ein drehbewegter Powerturn-Hebel zum Einsatz. Eine klare Separierung der Funktionsbereiche Leiteranschluss und Demontage schließt Verdrahtungsfehler aus – ein Falschstecken des Leiters ist so schon technisch nicht möglich. Ein weiterer konstruktiver Vorteil der Push-in-Technik ist die Kompaktheit. So gilt das neue Mitglied der Push-in-Familie, die Micro-Push-in-Klemme MP 1,5, als die zurzeit kleinste Push-in-Klemme der Welt (siehe Bild 2).

Eckdaten

Phoenix Contact hat die Klemmen mit Push-in-Technik in ihrem Reihenklemmen-Programm ergänzt. Der Bedarf an der Anschlusstechnik zieht sich über die gesamte Bandbreite der Elektro­installation – von der Milliampere-Signal-Übertragung bis hinauf zur Hochstromspeisung. Die Microklemme MP 1,5 gilt als die zurzeit kleinste Push-in-Klemme der Welt. Neben der Tragschienen-Variante gibt es sie als Klemmblöcke für die Direktmontage und in sechs Farben zur einfacheren Identifizierung. In der Verarbeitung per Hand und in der automatisierten Bestückung ist die Push-in-Technik einfach zu bedienen.

Klemme für Tragschiene NS 15

Längst hat sich neben der weltweit akzeptierten Tragschienengröße NS 35 mit einer Baubreite von 35 mm eine deutlich kleinere Variante etabliert: Die Tragschiene NS 15 kommt mit einer Breite von 15 mm oft in Steuer- und Verteilerkästen zum Einsatz. Für dieses Format gibt es die sogenannten Mini-Klemmen. Hier entwickelte Phoenix Contact für den Signal- und Steuerbereich die Push-in-Klemme MPT 1,5/S, die eine Baubreite von 3,5 mm aufweist. Diese Miniatur-Reihenklemme ist durch den doppelten Brücken­schacht vollständig in das System Clipline Complete integriert, und sie kann auf das Systemzubehör zugreifen.

Die Micro-Push-in-Klemme hat mit ihrer Höhe von 20 mm und einer Länge von 19,9 mm fast quadratische Abmessungen. Bei einer Teilungsbreite von 4,15 mm lassen sich Leitungen bis zu 1,5 mm² mit Aderendhülsen und Kunststoffkragen einfach montieren. Wie bei Reihenklemmen normativ vorgeschrieben, kann auch der nächst höhere starre Nenn­querschnitt – also 2,5 mm² – zum Einsatz kommen. Die neuen Microklemmen sind mit einer maximalen Strombelastbarkeit von 17,5 A bei 500 V Nennspannung nach IEC 60947-7-1 bemessen. Nach UL 1059 erreichen die Klemmen bei der Verwendung in Usegroup D eine Nennspannung von 300 V und Strom von 10 A, in Usegroup C sind es 150 V / 10 A.

Auch für die Gebäudeinstallation

Die neuen Microklemmen eignen sich auch für die Gebäudeinstallation. Die Insta-Version mit der Bezeichnung MPI 1,5 ist nach dem Standard IEC 60998-2-2 (Infotext) zugelassen. Sie erfüllt die erhöhten Prüfanforderungen und darf in Gebäude-Verteilerdosen Verwendung finden.

Die Microklemme MP 1,5 gibt es neben den Tragschienen-Varianten auch als Klemmen oder Klemmblöcke für die Direktmontage. Sie eignen sich für die Montage in flachen Gehäusen sowie unter beengten Platzverhältnissen. Zur einfacheren Identifizierung kommt die Microklemme mit sechs serienmäßig verfügbaren Farbvarianten auf den Markt. Das erleichtert nicht nur die Verdrahtung sondern auch eine eventuelle Fehlersuche, weil die Möglichkeit besteht, verschiedene Potenziale farblich zu unterscheiden. Zusätzlich vereinfacht das integrierte Prüfloch das Messen im Service- und Wartungseinsatz. Neben den Durchgangs­klemmen sind vorgebrückte Klemmenblöcke von drei bis zehn Polen Teil der Klemmenfamilie (siehe Bilderstrecke).

Bilderstrecke

Bild 3: Sechs verfügbare Farben erleichtern bei der Microklemme die Verdrahtung verschiedener Potenziale.
Bild 4: Die Microklemmen gibt es mit Flansch oder Rastzapfen zur Montage.
Bild 5: Je nach Bedarf stehen dem Anwender Push-in-Klemmen in den Ausführungen Micro, Mini oder Standard (small) zur Verfügung.

 

IEC 60998-2-2: Jetzt auch für Reihenklemmen?

Normativ sind Reihenklemmen im Standard IEC 60947-7-1 definiert. Daraus leiten sich die Produktauslegung sowie notwendige Prüfungen ab. Die Norm IEC 60998-1, und speziell der für den Federanschluss relevante Teil IEC 60998-2-2, gilt für Verbindungsmaterial im Haushalt und ähnlichen Einsatzgebieten. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Konstruktionsweise der Verbinder: Reihenklemmen nach IEC 60947-7-1 sind für einen Festsitz auf einer Montagefläche konzipiert, während Verbinder nach IEC 60998-2-2 für fliegende Verbindungen, etwa in Verteiler­dosen oder Kabelschächten, zum Einsatz kommen.