Thilo Döring: Auf den Vertrieb möchte ich mich weiter fokussieren.

Thilo Döring: Auf den Vertrieb möchte ich mich weiter fokussieren. Redaktion IEE

Wie sieht das Führungsteam künftig aus?

Thilo Döring: HMS wächst sehr schnell. Aktuell haben wir in der Vertriebsorganisation für Europa über 50 Mitarbeiter. Im Moment ist die Geschäftsführung plus Vertriebsleitung quasi in Doppelfunktion durch mich besetzt. Ob wir noch jemanden als Vertriebsleiter hinzuziehen, das werden wir im Laufe des Jahres entscheiden.
Das Thema Finance betreut seit Januar Christian Weißenrieder, beim Marketing haben wir uns mit Gundula Schulze verstärkt. Zusammen mit Bernd Günther, der den Bereich Technical Services leitet, haben wir ein starkes Managementteam. Sie sehen, die Strukturen für weiteres Wachstum stehen. Und Michael Volz bleibt uns als Consultant noch erhalten und kümmert sich um spezielle Projekte.

Salopp gesprochen, welche Baustellen stehen gerade an, woran arbeiten Sie konkret?

Thilo Döring: Strukturell, vertrieblich gesehen ist das der Ausbau des europäischen Vertriebs, der Aufbau unseres Partnernetzwerks. Heute arbeiten wir bereits mit über 30 Distributoren zusammen. Diese Entwicklung betrifft dann sowohl das Marketing als auch den Bereich Technical Services, der die Qualifizierungsmaßnahmen bei den Distributoren umsetzen muss. Auch dafür haben wir Resourcen aufgebaut und seit Anfang September einen neuen Leiter für den Bereich indirekter Vertrieb, der die Zusammenarbeit mit unseren Partnern als Kernaufgabe hat.

Die Firma Wachendorff fällt mir dazu spontan ein.

Thilo Döring: Wachendorff ist ein wichtiger Partner, mit dem wir schon sehr lange im Bereich Remote Management und M2M über eWON zusammenarbeiten, die wir Anfang 2016 übernommen haben. Inzwischen haben wir die Zusammenarbeit neu gestaltet und eine sehr gute Lösung gefunden.

Wie sieht die aus?

Thilo Döring: Konkret ist es so, dass Wachendorff den Vertriebsbereich für die eWON-Produkte fortführen wird, das heißt die Fernwartungslösungen. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir gewisse Zielbereiche im direkten Vertrieb angehen und Wachendorff das Standardgeschäft als Distributor fortführt.

Der Appetit kommt oft beim Essen. HMS hat durchaus ein interessantes Modul- und Gerätespektrum, das auch gut ins Portfolio von Wachendorff passt.

Thilo Döring: Da gibt es durchaus weitere Ansatzpunkte, beispielsweise das Thema Wireless. Hier sehen wir unwahrscheinlich hohe Wachstumsraten bei unserem Wireless Bolt. Und wir haben kürzlich die zweite Generation der Anybus Wireless Bridge vorgestellt.

Thilo Döring: Serienreife Endgeräte für TSN lassen noch einige Jahre auf sich warten.

Thilo Döring: Serienreife Endgeräte für TSN lassen noch einige Jahre auf sich warten. Redaktion IEE

Wie sehen Sie Time Sensitive Networking?

Thilo Döring: TSN ist eine sehr junge Technologie. Wir haben dort natürlich auch Entwicklungen am Laufen. Wir werden mehr zum Thema TSN auf der SPS-Messe in Nürnberg zeigen können, ein CompactCom-Modul, das TSN unterstützt. Die finalen Spezifikationen sind heute allerdings noch nicht fertig, aber wir wollen vorne mit dabei sein. Ich denke, es wird noch eine Weile dauern, bevor wir serienreife Endgeräte im Markt sehen werden.
Neben TSN ist natürlich auch das Thema OPC UA in diesen Modulen wichtig für uns.

Und die geplante Öffnung der Siemens MindSphere für Fremdgeräte über die Southbound-API?

Thilo Döring: Das ist etwas, woran HMS großes Interesse hat. Als Anbieter von industrieller Kommunikationstechnologie wollen wir natürlich auch einen Zugang zur MindSphere über unsere Connectivity-Lösung bereitstellen. Letzten Endes ist das aber eine politische Entscheidung, wie offen Siemens das gestalten wird und ob sie dort Third-Party-Produkte gleich von vornherein mit zulassen werden.

Wenn deren Businessmodell in Richtung Volumen und Transaktion geht, würde ich als Siemens sagen: Kommt alle und herzlich Willkommen.

Thilo Döring: Das liegt letztendlich in der Entscheidung von Siemens, welche Strategie dort verfolgt wird.

Aber HMS ist vorbereitet?

Thilo Döring: Wir können dann in Verbindung mit unseren Edge-Gateways passende Lösungen bieten oder in Verbindung mit unserem eWON-Produkt-Portfolio und unserer eigenen Cloud von dort direkt Daten in die MindSphere liefern. Wir sind bereit.

Das Interview führte Chefredakteur Stefan Kuppinger