Klaus Helmrich, Siemens: „Der Mittelstand sucht bei der Digitalisierung noch den richtigen Weg.“

Klaus Helmrich, Siemens: „Der Mittelstand sucht bei der Digitalisierung noch den richtigen Weg.“ Redaktion

Als Beispiel stellte Siemens die neue Version 3.0 seines offenen cloudbasierten IoT-Betriebssystem Mind Sphere vor, die erstmals auf Amazon Web Services (AWS) verfügbar ist. Sie verbindet damit die globale Skalierbarkeit des Automatisierungs-Portfolios des Unternehmens mit AWS. Die Version hat eine Entwicklungsumgebung mit offener Programmier-Schnittstelle (API/Application Programming Interface) sowie zusätzliche Analysefunktionen und eine erweiterte Konnektivität.

Zu den Neuheiten gehört zudem die Version 15 des TIA Portals (Totally Integrated Automation). Schwerpunkt des Updates sind praxisnahe Digitalisierungsfunktionen für kürzere Engineeringzeiten. Dazu gehören unter anderem die Integration von Handlingsfunktionen sowie die Anbindung und Programmierung von Robotern.

Darüber hinaus bietet Siemens auch Finanzierungsservices wie ‚pay-per-use‘-Modelle, die insbesondere mittelständischen Unternehmen die Umsetzung digitaler Lösungen erleichtern sollen, etwa bei Software-Lösungen. Dabei wolle der Konzern weniger als Lieferant, sondern als ein echter Partner auftreten. Helmrich erklärte: „Wir haben Respekt vor dem Geschäftsmodell unserer Kunden, daher bleiben die Daten auch bei ihm.“

Smarte Motoren

Auch 2017 ein Publikumsmagnet: Die Halle 10 stand im Zeichen der Digital-Enterprise.

Auch 2017 ein Publikumsmagnet: Die Halle 10 stand im Zeichen der Digital-Enterprise. Redaktion

Mit Simotics IQ, dem neuen IoT-Konzept für Motoren, werden die Simotics SD-Niederspannungsmotoren mit einer Sensorik-Box ausgestattet, die wichtige Betriebs- und Zustandsparameter erfasst und per Wi-Fi in die Cloud überträgt. Die Simotics IQ Mind App liefert auf Basis dieser Daten Analyseergebnisse und gibt Handlungsempfehlungen, um Wartungsaktivitäten rechtzeitig zu planen und die Möglichkeit zu reagieren, bevor die Anlage stillsteht.  Simotics IQ kommt erstmals bei der neuen Generation der Simotics SD Motoren zum Einsatz.

Die Verschmelzung der virtuellen und der realen Produktionswelt veranschaulichte exemplarisch das Exponat einer Füll- und Verschließmaschine für die Pharmaindustrie bei Bausch + Ströbel. Das Unternehmen will mit integrierten Hard- und Software-Lösungen die Effizienz im Engineering bis 2020 um 30 % steigern und setzt dabei auf die Digitalisierung der Wertschöpfungskette – von Design und Auslegung über Simulation und Optimierung im hauseigenen Virtualisierungscenter bis Inbetriebnahme und Service.

Außerdem zeigte das Unternehmen eine Reihe von Produkten: Etwa den Simanic V90 Antrieb mit Simotics S-1FL6 21 Bit Geber in neuem Motordesign, das sich für hochdynamische Anwendungen eignet. Das System gibt es mit hohem Trägheitsmoment mit 400 V für Applikationen, die einen ruhigen Lauf erfordern. Außerdem als 200-V-Version für Motoren mit niedrigem Trägheitsmoment, die eine dynamische Leistung erfordern.