Obwohl man den Raspberry Pi ursprünglich für Schulungszwecke entwickelte, wird er inzwischen als kostengünstige und leistungsstarke Lern- und Entwicklungsplattform für eine Vielzahl von Anwendern und Anwendungen verwendet. Mehr als acht Millionen Geräte wurden bereits verkauft (Stand: Februar 2016), sodass die Plattform von einer umfangreichen Wissensdatenbank profitiert, die wiederum Entwicklung neuer Projekte ankurbelt.

Modell A und A+

Die Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der Funktionen der Modelle A und B von Raspberry Pi.

Die Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der Funktionen der Modelle A und B von Raspberry Pi. RS Components

Die häufig übersehenen „Kompaktversionen“ der Produktfamilie – die Modelle A und A+– sind ideal für Anwendungen, die keine Ethernet- oder mehrere USB-Anschlüsse benötigen. Das geringere Funktionsangebot der Modelle A und A+ führt zu niedrigerem Stromverbrauch und einer geringeren Wärmeabgabe bei gleicher Verarbeitungsleistung wie das Pi-Modell B. Das Modell A+ ist eine logische Entwicklung des Originals mit neuem Layout und kleineren Abmessungen sowie einer Micro-SD-Karte für das Betriebssystem. Der Stromverbrauch des A+ wurde durch die Verwendung von effizienteren Druckreglern verringert, wodurch auch die Audioqualität der integrierten Kopfhörerbuchse verbessert wurde. Der andere wesentliche Unterschied zwischen den Modellen A und A+ ist, dass das A+ einen 40-poligen GPIO-Steckverbinder (Universal-Eingang/Ausgang) umfasst. Der GPIO umfasst die Abwärtskompatibilität mit der Auswahl an Zusatzplatinen, die speziell für die früheren 26-poligen GPIO-Platinen von Pi entwickelt wurden. Zusätzlich unterstützt der GPIO den Raspberry Pi HAT-Standard (angeschlossene Hardware oben).

Eckdaten

Vier Jahre nach der Einführung des ursprünglichen Raspberry-Pi-Boards am 29. Februar 2012 hat die Raspberry-Pi-Stiftung die dritte Generation vorgestellt. Ursprünglich entwickelt für Schulungszwecke, ist der Raspberry Pi inzwischen als kostengünstige und leistungsstarke Plattform für eine Vielzahl von Anwendungen bekannt. Die verschiedenen Modelle lassen sich mit ihren jeweiligen Funktionen und Vorteilen für viele Anwendungen einsetzen.

Modell B und B+

Der Raspberry Pi B+ hat vier USB-Anschlüsse und einen 40-poligen GPIO-Steckverbinder.

Der Raspberry Pi B+ hat vier USB-Anschlüsse und einen 40-poligen GPIO-Steckverbinder. RS Components

Das Modell B ist dank der beiden USB-Anschlüsse – eines Ethernet- und HDMI-Anschluss – und 512 MB SDRAM eine beliebte Platine. Der 700 MHz ARM-Prozessor und Video-Core IV GPU sorgen für die Rechenleistung. Das Betriebssystem wird über eine Standard-SD-Karte bereitgestellt. Die Beliebtheit des Modells B hat zu der Auswahl an Open-Source-Software geführt, die die Entwicklung neuer Projekte vorantreiben soll. Das Modell B+ hat eine effizientere Stromverbrauchsregulierung als das Modell B sowie die doppelte Anzahl an USB-Anschlüssen und einen 40-poligen GPIO-Steckverbinder. Dank der vier USB-Anschlüsse in Kombination mit der verbesserten Stromversorgung ist ein externer USB-Hub in vielen Anwendungen gar nicht mehr erforderlich. Wie auch beim Modelll A+ verwendet das Betriebssystem eine Micro-SD-Karte und der Kopfhörerausgang wurde durch einen dedizierten, geräuscharmen Regler ebenfalls verbessert.

Pi 2 Modell B

Der Pi 2 baut auf den Erfolg seiner Vorgänger auf und bietet eine wesentlich bessere Performance: Der ARM Cortex-A7, 900 MHz Quad-Core-Prozessor und 1 GB SDRAM sorgen für eine Leistung, die in etwa sechs Mal höher als die des Vorgängermodells B+ ist. Software- und Hardware-Kompatibilität mit den früheren Modellen besteht auch hier und der Großteil der Open-Source-Software-Auswahl ist mit Pi 2 kompatibel. Die Abmessungen des Pi 2 entsprechen denen des Modells B+. Dadurch steht dasselbe Sortiment an Gehäusen und Zubehör zur Verfügung.

Pi 3 Modell B

Mit dem Pi 3 sollen Unternehmen oder Einzelpersonen einfacher Anwendungen für das Internet of Things entwickeln.

Mit dem Pi 3 sollen Unternehmen oder Einzelpersonen einfacher Anwendungen für das Internet of Things entwickeln. RS Components

Der neue Pi 3 verfügt über einen ARM Cortex-A53 Quad-Core-Prozessor, der bei 1,2 GHz läuft. Somit bietet der Pi 3 50 % mehr Leistung als der Raspberry Pi 2 und rund zehn Mal mehr als der Original-Raspberry Pi, sodass er selbst Higher-End-Anwendungen gerecht wird. Die Abmessungen entsprechen denen der früheren Pi-Modelle und neben Video-Core IV GPU und 1 GB SDRAM hat der Pi 3 standardmäßig Bluetooth- und WLAN-Konnektivität für Entwicklungsprojekte im Rahmen des Internets der Dinge (IoT). Der Raspberry Pi 3 wird von einer Micro-SD-Karte gebootet und verwendet den NOOBS-Installationsmanager (New Out Of the Box Software). Das standardmäßig installierte Raspbian-Betriebssystem umfasst eine Reihe von Produktivitätsanwendungen und Programmiertools, einschließlich Node-RED. Dies ist ein visuelles Tool, das Unterstützung bei der Verkabelung von Hardwaregeräten, APIs und Online-Services bietet, wodurch die Platine optimal für die schnelle Entwicklung und die Prototypenentwicklung von IoT-Projekten geeignet ist. Der Pi 3  unterstützt auch die neuesten ARM GNU/Linux-Distributionen und Windows 10 IoT.

HAT für Raspberry Pi

Zur Bereitstellung zusätzlicher GPIO-Stifte ermöglicht der 40-polige GPIO der Modelle Pi 2, Pi 3 und + die Umsetzung des HAT-Standards (Hardware Attached on Top; zu Deutsch: Hardware an der Oberseite befestigt) von Raspberry Pi. Das HAT-Konfigurationssystem dient der einfacheren Verwendung von Zusatzplatinen und verwendet zwei der GPIO-Stifte zur Erkennung von I2C EEPROM auf einer angeschlossenen Platine. Wenn ein HAT erkannt wird, liest der Pi die Platinendetails aus dem EEPROM und konfiguriert die GPIO-Stifte so, dass sie die Anforderungen der Platine erfüllen. In der Vergangenheit waren dazu manuelle Änderungen an Blacklist-Dateien und weiteren erforderlich, sodass HAT-Entwicklern und -Anwendern das Leben wesentlich erleichtert wird.

Compute-Modul und Zero

Das Compute-Modul des Raspberry Pi ist eine flexible Variable, die für den industriellen Einsatz vorgesehen ist.

Das Compute-Modul des Raspberry Pi ist eine flexible Variable, die für den industriellen Einsatz vorgesehen ist. RS Components

Das Compute-Modul und Zero sind zwei weitere Einheiten von Raspberry Pi, die weitere Optionen für die Anwendungsentwicklung bereitstellen. Das Compute-Modul bietet eine vielseitige Plattform, damit OEMs die Vorteile von Raspberry Pi in ihren Entwürfen umsetzen können. Es basiert auf dem Modell B, ist äußerst kompakt und mit einem 200-poligen SODIMM ausgestattet, wobei der Zugriff auf die E/A über den SODIMM-Sockel erfolgt. Der größere Sockel des Compute-Moduls bietet Zugriff auf eine Vielzahl an E/A, einschließlich 46 GPIO, zwei CSI-Kameras und zwei DSI-Displays. Zur Unterstützung der Projektentwicklung steht ein dediziertes Compute-Modul-Kit zur Verfügung, das einfachen Zugriff auf die Schnittstellen bietet.

Der Zero ist eine vereinfachte und besonders kostengünstige Raspberry-Pi-Platine, nur halb so groß wie das Modell A+, mit den Abmessungen 65 x 30 x 5 mm3. Auf der Platine wird Raspbian ausgeführt und sie verfügt über einen 1 GHz Single-Core-Mikroprozessor und 512 MB LPDDR3 SDRAM. Zu den Schnittstellen gehören eine Mini-HDMI-Buchse und zwei Micro-USB-Anschlüsse für Daten und Stromversorgung. Die Platine verfügt auch über einen unbestückten, HAT-kompatiblen, 40-poligen GPIO und Composite Video-Stiftleisten. Insgesamt bietet das Raspberry Pi, vom kostengünstigen und kompakten Modell A+ bis hin zum leistungsstarken Pi 3 eine große Entwicklungs- und Anwendungsplattform.

Bilderstrecke

Modell A ist die erste Variante des Raspberry Pi mit 256 MB RAM, einem USB-Anschluss und hat keinen Ethernet-Anschluss.
A+ hat einen verringerten Stromverbrauch, der durch effizientere Druckregler erreicht wurde, wodurch sich auch die Audioqualität der integrierten Kopfhörerbuchse verbesserte.
Modell B ist dank der beiden USB-Anschlüsse und 512 MB SDRAM eine beliebte Platine.
Die dritte Generation des Boards bietet mehr Rechenleistung, eine eingebettete Wireless-Konnektivität und Software.
Das Modell B+ ist perfekt geeignet für den Einsatz in Schulen: Es ist flexibler als die Modelle A oder A+ und ist geeignet für Embedded-Projekte und solche, die eine sehr geringe Leistung erfordern.
Vier Jahre nach der Einführung des ursprünglichen Raspberry-Pi-Boards am 29. Februar 2012 hat die Raspberry-Pi-Stiftung die dritte Generation vorgestellt.