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LEDs (light emitting diodes) gelten inzwischen am Markt als Ereignis und zukunftsweisende Technologie in Sachen Beleuchtung. Diese revolutionäre Entwicklung wird nun von den OLEDs (organic light emitting diods) fortgesetzt.

Grundlage für die OLEDs bilden organische Moleküle, die leuchten können, wenn Strom durch sie fließt. Aufgrund ihrer chemischen Variation der Materialien können OLEDs in praktisch allen Farben hergestellt und großflächig auf Substraten aufgebracht werden. Darüber hinaus werden sie zukünftig nahezu beliebig formbar sein. OLEDs können transparent sein und in allen Farben kräftig leuchten. Sie weisen bisher eine Größe von bis zu 30 cm x 30 cm auf. Um allerdings OLEDs mit diesen Eigenschaften seriell fertigen zu können, müssen noch einige Bedingungen erfüllt werden: Die schon erreichte Lebensdauer von über 10000 h und die Leuchtdichte müssen weiter erhöht werden. Die Produktionskosten sind zu senken. Darüber hinaus müssen Materialien entwickelt werden, die ein gleichmäßiges Leuchten der OLEDs über deren gesamte Betriebslebensdauer hinweg ermöglichen.

Wirtschaftlich interessant ist eine schnelle Weiterentwicklung dieser Technologie allemal. Experten rechnen bis 2013 mit einer mehr als 100%-igen Steigerung von Energieeffizienz und Lebensdauer der OLEDs im Vergleich zu 2007. Im gleichen Zeitraum rechnet man mit einer Halbierung des Herstellungspreises. Japanische Marktforschungsinstitute erwarten bis 2015 ein Anwachsen des Marktanteils von OLEDs auf 25% des gesamten Beleuchtungsmarktes, was einem Umsatz von etwa 2 Mrd. US-$ nur für Japan entspricht.

Mehr oder weniger unabhängig davon sind OLEDs für den Einsatz in vielen Bereichen interessant: bei der Innenraumbeleuchtung von Fahrzeugen, bei Beleuchtungsapplikationen im wissenschaftlich-technischen Gerätebau sowie bei Anwendungen in der Raumbeleuchtung, bei der sog. weißen Ware (Haushaltsgeräte) und bei leuchtenden Textilien. Dabei ist die Rede von leuchtenden Fahrzeughimmeln, leuchtenden Tapeten und Fenstern sowie flexible und austauschbare Beleuchtungselemente z.B. an Kühlschränken oder Spülmaschinen.

Die Liste der OLED- und Materialproduzenten liest sich deshalb, wenig überraschend, wie ein Who is Who der Hightech-Industrie: Philips Lighting, OSRAM, BASF, Merck, Applied Materials, Novaled, ganz zu schweigen von den Forschungseinrichtungen. Wie wichtig das Thema ist, hat auch die deutsche Politik erkannt, weshalb es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Leitinnovation OLEDs 2015 gibt.

Zusammen mit diesen wichtigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft veranstalten Unternehmen und Forschungseinrichtungen am 20. und 21. Februar 2008 ein vom BMBF gefördertes Innovationsforum „Anwendung von OLEDs für Beleuchtung“. Hier werden Experten von Herstellerfirmen und Anwendern sowie aus Forschung und Politik gemeinsam der Frage nachgehen, welches Potenzial OLEDs für Beleuchtungsanwendungen in Fahrzeugen, in wissenschaftlich-technischen Geräten, in weißer Ware, bei der Raumbeleuchtung und bei leuchtenden Textilien haben. Ziel ist es, ein interdisziplinäres Team zu etablieren, das über die Veranstaltung hinaus Anwendungsprojekte für OLEDs in den genannten Märkten entwickelt und umsetzt.

„Es spricht viel für die Veranstaltung in Jena: Jena ist ein exzellenter Photonikstandort und Stadt der Wissenschaft 2008. Thüringen verfügt über eine hervorragende Wissenschaftslandschaft und eine flexible mittelständische Wirtschaftsstruktur in den betreffenden Marktsegmenten. Deshalb erwarten wir viele erfolgsversprechende Impulse aus den Diskussionen von Herstellern und Anwendern aus ganz Deutschland“, sagt Dr.-Ing. Gotthard Weißflog, OLED-Beauftragter der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen sowie Initiator des Innovationsforums.