Dienstleister für Schraubtechnik

Im Sog des Outsourcing der Automobilindustrie und ihrer Bemühungen, die Zahl der Lieferanten zu reduzieren, werden Werkzeughersteller immer mehr zu Dienstleistern. Ein Beispiel ist hier Atlas Copco Tools, der für Ford die Logistik der Montagewerkzeuge übernommen hat.

Am stärksten zeigt sich das bei Ford, wo man versucht, die Zahl der Lieferanten (ehemals 96.000) bis zum Jahr 2002 um 90 Prozent zu reduzieren. So haben die deutschen Fordwerke mittlerweile die Logistik für ihre Montagewerkzeuge an den Industriewerkzeughersteller Atlas Copco Tools in Essen übertragen. Er ist verantwortlich für die Ersatzteil- und Werkzeugbeschaffung (gleich welcher Marke) sowie Belieferung der Werke. Wobei das Atlas-Copco-Logistikzentrum in Hoeselt bei Maastricht als Drehscheibe dient. Hinzu kommt eine umfassende Beratungsfunktion bei Einsatz und Auswahl der Schraubwerkzeuge. Denn Atlas Copco hat sich zu jährlichen Einsparungen in festen Prozentsätzen verpflichtet. Hierin fließt alles ein, was unterm Strich zu einer Kostensenkung führt: höhere Werkzeugstandzeiten und eine effizientere Materialwirtschaft ebenso wie Qualitäts- und Produktivitätsverbesserungen.

Rundum- Werkzeugverantwortung
Am weitesten geht Atlas Copco mit seinen Dienstleistungen bei Jaguar. An den Montagelinien des S-Type ist man als „Commodity Management Supplier“ (Ford-Kürzel: CMS) für die Werkzeuglogistik zuständig, erledigt die markenübergreifende Wartung und Instandhaltung aller Montagewerkzeuge, bestreitet mit eigenen Leuten die Werkzeugausgabe und Ersatzteilhaltung, schult und trainiert die Arbeiter im Umgang mit den Schraubelektroniken sowie Werkzeugen und ist rund um die Uhr zur Stelle, falls es irgendwo an der Montagelinie hakt. Selbstverständlich gehöre auch das ISO-9000-gemäße Werkzeugmanagement, also die Kalibrierung und Zertifizierung der gesteuerten Werkzeuge zur „Rundum- Werkzeugverantwortung“ im
Jaguar-Werk Castle Bromwich – so Yngve
Revander, Geschäftsührer der Atlas Copco Tools GmbH in Essen. Wichtig insbesondere bei Reparatur und Kalibrierung sei, dass solche Dienste mit eigenen Leuten durchgeführt würden. Im Hinblick auf das Ford-Werk in Genk hat Atlas Copco darum Ende letzen Jahres beispielsweise den belgischen Werkzeugdienstleister Tools Technics NV in Munsterbilzen mit 35 Leuten übernommen. Revander bietet eine inzwischen auf elf abrufbare Leistungspakete angewachsenene Dienstleistungskette und sieht sich durchaus in der Lage, mit eigenen Leuten an der Linie die Verantwortung für die komplette Verschraubung zu übernehmen.
Mannschaft aufstocken
Atlas Copco Tools ist kein Einzelfall in der Branche. Doch könne sich auf solche CMS-Partnerschaften mit Kostendämpfungsverpflichtungen nur einlassen, wer methodisch und prozessanalytisch stark sei und bereit, organisatorisch und personell zu investieren, meint Revander.
So will er seine Mannschaft in diesem Jahr um ein Drittel auf rund 150 Köpfe aufstocken, nachdem sich Außen- und Kundendienst in den letzten drei Jahren ohnehin schon verdoppelt hätten. Allerdings lohne sich der Aufwand für so weitgehende Dienstleistungen, wie Atlas Copco sie biete, für beide Partner nur, wenn genügend Werkzeuge im Einsatz seien „und wo man weiß, was die Schraubverbindungen kosten“, schränkt Revander ein. Das ist vor allem in der Automobilindustrie der Fall. Doch wäre sie nicht zum ersten Mal Vorreiter einer auch auf andere Bereiche übergreifenden Entwicklung.

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