Zunächst gemeinsam mit seiner Mutter leitete Dietmar Harting das 1945 gegründete Familienunternehmen. Schon Ende seines ersten Arbeitsjahres 1967 stand eine schwierige Entscheidung an, der Kauf eines 750.000 Mark teuren Drehautomaten für die Firma, die in jenem Jahr mit knapp 1.000 Mitarbeitern rund 29 Mio. Deutsche Mark Umsatz erzielte. Die „gewaltige Investition“ (Harting) beschlossen Mutter und Sohn auf dem Heimweg von der Betriebsweihnachtsfeier.

Mit der 1979 beschlossenen internationalen Ausrichtung, der Expansion im nordrhein-westfälischen Espelkamp sowie der Diversifikation der Steckverbinder-Technologie fokussierte sich Harting auf weltweite Absatzmärkte, vielfältige Anwendungen und Beanspruchungen seines Portfolios. „Mein Vater hatte mir ins Stammbuch geschrieben, dass Qualität für den Erfolg das Wichtigste sei; der Kunde muss zurückkommen und nicht das Produkt“, erinnert sich Dietmar Harting. „Daran habe ich mich immer gehalten, denn es steht schließlich unser Name drauf.“ Seit 1987 führt Harting das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Margrit.

Engagement in nationalen und internationalen Gremien

Seit den 90er-Jahren engagiert sich Harting auf nationaler und internationaler Ebene in Verbänden und Gremien, setzt sich für Normierung, Regeln und Standardisierung ein. So führte er von 1998 bis 2004 als Präsident den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) an, acht Jahre lang stand er dem Deutschen Institut für Normung (DIN) vor. Hinzu kommen die europäischen Normungsorganisationen Cenelec und Express.

Dietmar Harting blickt auf fünf Jahrzehnte an der Spitze des Steckverbidnungsspezialisten Harting zurück.

Dietmar Harting blickt auf fünf Jahrzehnte an der Spitze des Steckverbidnungsspezialisten Harting zurück. Harting

Dietmar Harting wird Mitglied im „Rat für Forschung, Technologie und Innovation“ bei Bundeskanzler Helmut Kohl und der Initiative „Partner für Innovation“ von dessen Nachfolgern Gerhard Schröder und Angela Merkel. Hinzu kommen weitere hochrangige Ämter, etwa als BDI-Vizepräsident, Vorsitzender des Ausstellerbeirates und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Messe AG. Darüber hinaus erhielt Harting zahlreiche Auszeichnungen wie die ZVEI-Ehrenpräsidentschaft, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (gemeinsam mit Ehefrau Margrit) und die Ehrendoktorwürde der Leibniz-Universität Hannover im Jahr 2010.

Neugier auf Trends und Verbundenheit mit der Region

Dem leidenschaftlichen Techniker, dem vielfach ein Gespür für künftige Trends attestiert wird, gilt Nachhaltigkeit bei Herstellung, Energie- und Materialverbrauch als hoher Wert. Die 1996 entwickelte Vision verpflichtet das Unternehmen Harting ausdrücklich mit „Technologie die Zukunft für Menschen zu gestalten“. Trotz der internationalen Ausrichtung des Unternehmens bleibt Dietmar Harting, der zumeist zurückhaltend auftritt, seiner Heimatregion eng verbunden. So fördert der Ehrenbürger der Stadt Espelkamp beispielsweise Sportvereine wie den ATSV Espelkamp, Preußen Espelkamp und GWD Minden.

Im Jahr 2015 übergab Dietmar Harting den Vorsitz des Vorstandes an seinen Sohn Philip; Tochter Maresa leitet das Vorstandsressort Finanzen und Einkauf. Dietmar Harting, der sich seitdem auf „Neue Technologien“ konzentriert, hat das Unternehmen über fünf Jahrzehnte hinweg geprägt. Heute versteht es sich als Global Player auf dem Gebiet der Industriesteckverbinder sowie als Treiber der Industrie 4.0, der zuletzt einen Umsatz von 586 Mio. Euro generiert hat.