Das ERS dient der speicherlosen Energierückgewinung

Das ERS dient der speicherlosen Energierückgewinungam

Rund zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf elektromotorisch angetriebene Maschinen und Anlagen. Diagnose- und Kommunikationsfähigkeiten sowie Auswertung und Verarbeitung von Messwerten und Signalen zur Prozesssteuerung zählen zu den Merkmalen moderner Antriebstechnik. Das Energy-Recovery-System ist Teil dieser Konzeption und dient der Rückgewinnung elektrischer aus kinetischer Energie.

Beim Betrieb elektrischer Anlagen entsteht generatorische Energie, wenn der betriebene Motor schneller läuft als sein treibendes Netz. Bislang war eine direkte Nutzung der zurückfließenden Energie ohne Verluste nicht möglich. Nach intensiver Entwicklungszeit und Erprobung ist es MSF Vathauer mit lokalen Forschungseinrichtungen wie der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (Labor für Leistungselektronik und elektrische Antriebe, Prof. Dr.-Ing. Holger Borcherding) und der Universität Paderborn (Fachbereich Leistungselektronik und elektrische Antriebstechnik, Prof. Dr.-Ing. Joachim Böcker) gelungen, das neue Verfahren „Energy-Recovery-System“ (ERS) zu realisieren. Die Innovation des Systems liegt darin, dass das ERS die zurückgewonnene elektrische Energie direkt und ohne Zwischenspeicherung der Anlage wieder zur Verfügung stellt. Der Einsatz neuester Technologien ermöglicht sehr hohe Wirkungsgrade.

Das ERS eignet sich auch für die Energieoptimierung von Altanlagen. Nicht nur einzelne Komponenten finden Berücksichtigung, sondern die gesamten Produktionsprozesse. Dadurch lassen sich Alt- und Bestandsanlagen energetisch sanieren. Die Nachrüstung geschieht dabei vollständig rückwirkungsfrei, sodass Anlagenbetreiber keine nennenswerten Umbaumaßnahmen tätigen müssen.

Der Haupteinsatz liegt im Bereich großflächiger, fördertechnischer Verbundanlagen, in denen sowohl elektrische dynamische Mehrachssysteme wie auch eine Vielzahl elektrischer Einzelantriebe den Transport von Stückgütern managen. Darüber hinaus ist das Produkt durch seine Skalierbarkeit in nahezu allen Anwenderbranchen der elektrischen Antriebstechnik einsetzbar.

Die Motorsteuereinheit „Field Drive System“, die sowohl das ERS als auch alle dezentralen Motorstarter und Frequenzumrichter mit dem integrierten Energiebussystem Field Power der Firma Weidmüller enthält, wird dezentral an Maschinen und Anlagen installiert. Dies reduziert Antriebskomplexität, Installationszeiten, Projektdurchlaufzeiten, Anlagenstillstandszeiten und Fehleranfälligkeiten. Darüber hinaus erhöht das System die Flexibilität und die Freiheitsgrade in der Auswahl der Signalbussysteme in den Anlagen.