Im Jahr 2008 trotzte der Markt für Distributed Control Systems, DCS, der globalen Unsicherheit und wuchs beständig.  2009 ist die Situation entscheidend anders:  Die wirtschaftliche Unsicherheit ist Gewissheit um eine globale Rezession gewichen und viele Investitionen sind auf Halt, da der Return of Invest in einer Zeitspanne unsicher ist und der Bankensektor seine Kreditvergabe deutlich drosselt.  Der DCS Markt hingegen stagniert, was gegenwärtig ein großer Erfolg ist.  Der Grund hierfür ist das Service-Geschäft:  2007 auf 2008 wuchs der DCS Markt um 9,7 Prozent und wird 2009 bei rund 16.600 Millionen US Dollar stagnieren.  Dabei entfällt rund 1/3 auf Hardware-Umsatz und mehr als 50 Prozent werden mittlerweile durch Service erzielt.  Die Möglichkeiten, in Krisenjahren und gerade in den gebeutelten Volkswirtschaften Japans, Europas und den USA Umsätze durch Dienstleistungen wie Wartung und Modernisierung zu erzielen sind enorm, weil das Marktpotenzial hier nicht von der aktuellen Geschäftslage, sondern durch die installierte Basis bestimmt wird. “Service ist das am schnellsten wachsende Segment des DCS Marktes und der Anteil von Wartungsdienstleistungen ist bedeutend größer als von Projektdienstleistungen.  Auch wenn Letztere bei Automatisierungsanbietern immer beliebter werden und diese zunehmend die komplette Implementierung eines DCS-Systems übernehmen, bleibt Wartung der größte Teil des Service-Umsatzes,” so Florian Güldner über die Entwicklungen auf dem DCS Markt, die in der neuesten Marktstudie “Distributed Control Systems Worldwide Outlook” (www.arcweb.com/res/dcs) zusammengefasst sind. Die Gründe wieso gerade in Rezessionszeiten das Geschäft mit Wartung, Modernisierung und anderen Dienstleistungsaufträgen boomt sind vielfältig.  Zum einen ist da das Naheliegende:  Prozessanlagen produzieren vorzugsweise 24-7 mit voller Auslastung; jetzt stehen viele Anlagen mit veralteter Leittechnik still und diese Zeit kann in Form von Modernisierung sinnvoll genutzt werden.  Zum anderen vereinfacht gerade neueste Automatisierungstechnik den Betrieb einer Anlage zunehmend und wirkt damit dem drohenden Verlust von Personal und Wissen entgegen.  Diese Entwicklung wird in Deutschland unter dem Stichwort Ingenieursknappheit oder Fachkräftemangel diskutiert. In den USA ist das entsprechende Buzzword „Baby Boomers“, die nun in den Ruhestand gehen.  Die Nachfrage nach Effizienz steigerndem Service ist ungebrochen hoch und gerade weil ältere Anlagen abgeschrieben sind, ist jede Effizienzsteigerung bare Münze wert.  Die dafür notwendigen Control Loops in der Prozessoptimierung optimieren auch den Ressourceneinsatz und sparen Energie und Rohstoffe ein, gegenwärtig werden diese in großen Stückzahlen installiert.  In der Praxis dagegen schaffen diese Control Loops eine zusätzliche Variabilität und beeinflussen damit oft die Leistung einer Anlage negativ.