Messepremiere in der Industriestadt Linz

Drehscheibe der Automation

Eine Premiere hat sich in der Stadt Linz vom 11. bis 13. Oktober 2000 angesagt. Die Reed Messe präsentiert die SMART AUTOMATION – Österreichs erste Fachmesse für Automation.

Im Design Center Linz findet erstmals die internationale Fachmesse „SMART Automation Austria“ statt. Obwohl die Automation seit den 80er Jahren einen wesentlichen Faktor für die Produktivität der heimischen Industrie darstellt, hatte diese Branche bis dato keine eigene Fachmesse in Österreich. Die Reed Messe als Veranstalter will daher eine neue nationale Messeplattform etablieren. Messedirektor Johann Jungreithmair begründet die Initiative seines Hauses: „Aufgrund der Branchenkonzentration im oberösterreichischen Raum mit Linz als industriellem Zentrum ist das Design Center mit seinem modernen Ambiente hervorragend dafür geeignet, diese neue Messe zu beherbergen. Nicht alle Interessenten bzw. Anwender haben die Möglichkeit, sich auf internationalen Fachmessen im Ausland zu informieren – und vor allem findet man dort nur bedingt den österreichischen Markt und die Situation abgebildet, was jedoch für heimische Firmen immens wichtig ist. Wir erwarten daher einen regen und fachlich hochwertigen Besucherzuspruch aus allen Entscheidungs- und Betriebsebenen. Immerhin repräsentiert Oberösterreich mit knapp 50 Prozent Marktanteil den wichtigsten Abnehmermarkt für die Branche.“
Dass die Salzburger Messespezialisten mit ihrer Markteinschätzung richtig liegen, beweist alleine schon die Liste der Anmeldungen für diese Messepremiere: mit rund 100 Ausstellern (Brutto-Ausstellungsfläche ca. 7.200 m2) ist man bereits so gut wie ausgebucht. „Den Herstellern bietet sich damit die Chance,“ weist Dir. Jungreithmair auf einen wesentlichen Aspekt dieses Messeereignisses hin, „ihre Marktneuheiten, die in der Regel erst nach der Messe in Hannover den letzten Schliff hin zur Serienreife erhalten, zu präsentieren. Branchenleader wie ABB, Beckhoff, Bosch, Festo, Rittal, National Instruments, Omron, Phoenix Contact, Pilz, Rockwell, Sick, Lenze, Siemens oder Intellution zeigen ihre Innovationen. Außerdem bietet der überschaubare Rahmen im Gegensatz zu den internationalen Mega-Messen ungleich bessere Möglichkeiten des Gespräches und Erfahrungsaustausches zwischen Ausstellern und Anwendern.“
Die SMART Automation Austria wird demnach einen umfassenden Überblick über Innovationen und Trends der industriellen Automatisation zeigen: System- und Einzellösungen wie auch Einzelkomponenten aller Ebenen, von der Leit- über die Steuerungs- bis zur Feldebene.

Starkes Rahmenprogramm
Wie Messeleiter Dipl.-Bw. Hans Rechner erläutert, wird ein themenstarkes Rahmenprogramm die Messe begleiten, wobei jeder Tag unter einem anderen Generalthema stehen wird. So geht es am Mittwoch, dem 11. Oktober, dem „Feldbus-Tag“, in Vorträgen und Podiumsdiskussionen um Themen wie „Ethernet versus Feldbus“ und „Sicherheit in der Automatisierung“. Tags darauf (Donnerstag, 12. Oktober) findet der „Mechatronik-Tag“ statt. Das Programm umfasst vormittags Einführungen in den Themenbereich aus dem Blickwinkel konkreter Anwendungsbeispiele; der Nachmittag ist dann dem Thema „Holonik to Holoistik“ und seinen Zukunftsaussichten gewidmet. Der dritte Messetag öffnet den Ausblick auf das Themenspektrum „Automatisierung: Ausblick und Praxis“: Im Rahmen des 15. Österreichischen Automatisierungstages (Leitung: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Kopacek, TU Wien) sind Referate zu den Themen „Roboter im 3. Jahrtausend“ und „Praktische Anwendungsbereiche in der Automatisierung“ vorgesehen. Abgeschlossen wird dieser Tag durch Case-studies, in denen ausstellende Firmen Praxisanwendungen aus allen Bereichen der Automatisierung demonstrieren.
Via Internet können sich Besucher unter: www.smart-automation.at bis zum Donnerstag den 5. Oktober 2000 vorregistrieren lassen und bezahlen dann nur ein Drittel des regulären Eintrittspreises von 150,– öS. Außerdem wird – wie das Marketingteam erläutert – unter den Besuchern, die sich vorregistrieren lassen, ein Wellness-Wochenende im oberösterreichischen Bad Schallerbach verlost.
Auf der SMART AUTOMATION AUSTRIA 2000 selbst werden der zentrale Communication Point und die Smart Bar ein Magnet für die Besucher werden. Auf dieser rund 400 Quadratmeter großen Plattform im Zentrum des Design Centers werden die vier Nutzerorganisationen für Profibus, Interbus, Safetybus und Device-Net in Form von Produkt- und Imagepräsentationen die jeweiligen Vorzüge ihrer Netztechnologien herausstreichen.

Kasten:
Interview mit Reed-Messeleiter Hans Rechner
Elektronikschau: Der Bereich „factory & process automation“ ist ebenso wie die Telekommunikation von den rasanten Entwicklungen im Netzwerkbereich betroffen. Welche Trends der Vernetzung wird der Besucher in Linz entdecken können?

Dipl.-Bw. Hans Rechner: Soweit sich dies aus den mir zugänglichen Aussteller-Informationen herauslesen lässt, steht die Smart Automation ganz im Zeichen des Zusammenwachsens von Automatisierung und IT-Welt. Das bedeutet ein Messespektrum von Betriebssystemen über PC-kompatible Steuerungstechnik bis hin zur „heißen“ Diskussion „Ethernet versus Feldbus“. Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich auch das Thema Fernüberwachung bzw. -wartung. Sicher ist, dass Lösungsansätze für den gesamten Produktionsablauf auf allen Automatisierungsebenen präsentiert werden. In dieser Repräsentativität der Systeme liegt die Stärke und Attraktivität der Messe.

ES: Welche Lösungen wird man zur unmittelbaren Vernetzung der Management-Ebene mit der Feld-Ebene finden? Sehen Sie TCP/IP in einem Aufholprozess bei Automatisierungslösungen?

Hans Rechner: Wie erwähnt repräsentieren die rund 100 Smart-Automation-Aussteller im wesentlichen die gesamte Palette an Lösungsansätzen. Die Anwender in der Industrie verlangen heute nach vertikal durchgängigen Systemkonzepten. Dabei sind Aspekte wie low costs, modulare Lösungen und flexible Losgrößen Bestandteil der Diskussion. Die Frage, welchen Systemen nun die Zukunft gehört, kann und darf nicht von mir beantwortet werden. Meine Aufgabe als Reed-Messeleiter ist es, ideale Rahmenbedingungen durch bestmögliche Organisation und einen breiten, repräsentativen Ausstellermix zu schaffen. Die Frage, wohin die Reise geht, werden die Fachbesucher vom 11. bis 13. Oktober in Linz beantworten.

ES: Wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Konjunktur für die Automatisierungsbranche dar?

Hans Rechner: Die Automatisierungsbranche ist zur Zeit von einer unheimlichen Dynamik geprägt. Zunehmender Mitbewerb, Zeit- und Kostendruck und steigende Produktionszahlen in der Industrie sind die treibenden Kräfte der Automatisierungstechnik. Daraus resultiert eine allgemein wachsende Investitionsfreudigkeit der Branche. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Produktionswert der österreichischen Industrie rund 900 Milliarden Schilling beträgt, wird schlagartig deutlich, wie wichtig es gewesen ist, für den Bereich „factory & process automation“ eine umfassende Messeplattform zu schaffen.

Frage: Was würden Sie sich für die Zukunft der „SMART“ wünschen?

Hans Rechner: Was man sich für eine junge, kräftige Fachmesse wünschen muss: Kompetente Kontakte für Fachbesucher und Aussteller und einen insgesamt hohen Nutzwert für die Branche. Damit würden wir auch dem uns gesteckten Ziel näherkommen, mit der „SMART AUTOMATION AUSTRIA“ jene nationale Leit-Fachmesse zu etablieren, die als fundierte Verteiler-Plattform für die Kernbereiche der industriellen Automation eine allseits anerkannte Geltung erlangt. Die Chancen, diese Position einzunehmen, stehen meiner Einschätzung nach äußerst gut.

ES: Wird die „SMART AUTOMATION“ für immer in Linz bleiben, oder wäre auch Wien denkbar? Gibt es Gespräche mit der Wiener Messe, wie weit sind diese gediehen?

Hans Rechner: Nun, wir haben natürlich vor der Lancierung dieses Themas auch den optimalen Messeplatz geprüft. Hier hat sich gezeigt, dass aufgrund der Branchenkonzentration im oberösterreichischen Raum Linz ausgezeichnet liegt: Gute geografische Lage, beste Verkehrswege und eine überaus interessante Hallen-Infrastruktur mit dem Design-Center sprechen dafür. Unsere ganze Aufmerksamkeit richtet sich zur Zeit auf die Premiere der „SMART AUTOMATION“. Im Anschluss daran erfolgt – wie bei jeder anderen Reed Fachmesse auch – ein genaues Stärken-Schwächen-Profil, aus dem wir die weiteren Entwicklungsschritte ableiten. Es gab keine Veranlassung diesbezüglich mit der Wiener Messe zu sprechen, denn Reed Messe Salzburg hat gemeinsam mit einigen key-accounts dieses Thema entwickelt und sorgt mit allen Kräften für eine erfolgreiche Durchführung.