„Das im zweiten Halbjahr erfahrungsgemäß bessere Geschäft mit elektronischen Messgeräten in Deutschland hat im Jahr 2002 die drastischen Einbußen der ersten sechs Monate bei weitem nicht wettmachen können“, stellte Knut Rothstein, Geschäftsführer im ZVEI-Fachverband Automation, fest. Mit 141,4 Mio. € lag der Auftragseingang zwar um 18,1% über dem ersten Halbjahr 2002, aber noch einmal um 7,4% unter dem schlechten Vergleichszeitraum 2001, berichtet der Fachbereich „Messtechnik und Prozessautomatisierung“. In der Fachabteilung arbeiten 35 Firmen zusammen, von denen sich die große Mehrzahl an einer internen Marktstatistik beteiligt, auf der die ermittelten Zahlen basieren.


2002 brachte in Summe Auftragseingänge von 261,1 Mio. €. Damit ist der deutsche Markt im zweiten Jahr in Folge um nahezu ein Viertel eingebrochen. Auf Grund der anhaltenden Schwäche der Gesamtwirtschaft werden die Investitionen in Messtechnik in allen Branchen reduziert oder zumindest weiter aufgeschoben.


Als Folge dieses länger als erwartet anhaltenden Trends sind die Unternehmen der Messtechnikbranche gezwungen, ihre Kapazitäten noch stärker anzupassen als das im letzten Jahr bereits auf den Weg gebracht wurde.


Weiterhin konstatiert man eine extreme Investitionszurückhaltung in der Telekommunikationsbranche, die bis 2000 für Wachstum der Messtechnik gesorgt hatte und in besten Zeiten nahezu die Hälfte des Marktes repräsentierte. Die Messgeräte-Unternehmen gehen jedoch davon aus, dass die Talsohle nunmehr erreicht ist, ein Anstieg im laufenden Jahr noch nicht erreicht wird. Ab 2004 wird ein Aufwärtstrend für möglich gehalten.


Anlass zu Optimismus liefern die Investitionen, die Gerätehersteller für die Entwicklung der Geräte und Systeme für die dritte Generation der mobilen Kommunikation tätigen (UMTS). Der Zeitpunkt für eine Trendwende des Messtechnikgeschäfts ist jedoch an das Erreichen der Marktgängigkeit dieser neuen Technik gekoppelt. Dann werden die Hersteller beginnen, in Fertigungsstraßen und die Betreiber in Feldüberwachungstechnik investieren. Dies wird noch für 2003 erhofft. Es ist allerdings in keinem Falle ein Volumen wie bei der zweiten Mobilfunkgeneration zu erwarten, weil die noch relativ jungen, modular aufgebauten Mess- und Testsysteme teilweise auch aufgerüstet werden können – anders als beim Übergang von Analog- zu Digitaltechnik (1. und 2. Generation).


Das Breitengeschäft der elektronischen Messtechnik ist über alle Abnehmerbranchen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gebunden, für die nach wie vor keine Trendwende in Sicht ist.