Avnets Weg in die Internet-Zukunft

e-Commerce-Puzzle

Durch den sprunghaften Anstieg des e-Commerce im B2B ist die Geschäftswelt in einem Wandel begriffen, und immer mehr Unternehmen loten ihre Möglichkeiten in diesem Bereich aus.

Nach Prognosen des amerikanischen Marktforschungsinstituts IDC sollen die Technologieinvestitionen in Europa nach einem etwas zögerlichen Start eine Wachstumsrate von zehn Prozent im heurigen und elf Prozent im nächsten Jahr aufweisen. GartnerGroup prognostiziert, dass das Umsatzvolumen von Sachgütern und Dienstleistungen, die über B2B-e-Commerce verkauft werden, bis zum Jahr 2004 weltweit 7,29 Mrd. Dollar oder sieben Prozent der prognostizierten Gesamtweltwirtschaft von 105 Mrd. Dollar erreichen wird.
Die Möglichkeiten der Informationstechnologie gehen weit über die Online-Bestellung hinaus. Wenn die gesamte elektronische Logistikkette im Herstellungsbereich zu gigantischen Informationsnetzen verbunden und verknüpft werden könnte, würde dies eine Reduktion der gesamten Transaktionskosten nach sich ziehen, von der alle beteiligten Unternehmen profitieren würden.

Avnets www-Strategie
Avnet hat eine zweiteilige Strategie entwickelt, die auf den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden und den gegenwärtigen Herausforderungen der Industrie beruht. Man erachtet es für sinnvoll, eigene Kapazitäten zu entwickeln, mit einer begrenzten Anzahl auserwählter Topleveldomänen eine Partnerschaft einzugehen und an Wirtschaftsinitiativen teilzunehmen, die eine Technologie entwickeln, die für die gesamte Branche von Nutzen ist. So stellt Avnet beispielsweise den umfangreichen Content seiner eigenen Webseite www.avnet.com zur Verfügung. Websites wie jene von Avnet verbinden Kunden, Lieferanten, Interessensgruppen und Mitarbeiter. Ihre Aufgabe besteht in der Präsentation von Information, der Durchführung von Verkaufstransaktionen und dem Kundenservice. Intranets und Unternehmensdatenportale verbinden die Mitarbeiter und ermöglichen Zugriff auf die Daten, während Extranets den Informationsfluss zwischen den Geschäftspartnern verbessern. Branchenweit werden Web-Tools gefördert, um die Kosten zu senken, das Service zu verbessern und die Effizienz zu erhöhen. Jeder wichtige Akteur des elektronischen Supply Chain Management kann heute von diesen neuen Web-basierten Vertriebsdiensten profitieren.
Vor dem Internet verbrachten Design-Ingenieure bis zu 30 Prozent des Arbeitstages mit der Recherche von Bauteilen. Heute können die Distributoren diesen entscheidenden Prozess drastisch rationalisieren, indem sie Produktspezifikationen und -zeichnungen online zur Verfügung stellen und mit ausgeklügelten, aber benutzerfreundlichen Online-Tools die Auswahl und Bestimmung der Komponenten für elektronische Systeme beschleunigen.

ChipCenter
Neben der Entwicklung der eigenen Website ging Avnet zur Gründung des sogenannten ChipCenters auch Partnerschaften mit anderen Industrieunternehmen ein. Das ChipCenter ist eine einzigartige Allianz von Verlegern, Software-Entwicklern und autorisierten Produkthändlern, insbesondere von Avnet, Arrow Electronics, Aspect Development (wird in Kürze i2 Technologies eingegliedert) und CMP Media. Die Partner haben einen Web-Dienst entwickelt, um die Bedürfnisse der Informations- und Produktübernahme von elektronischen Systemdesignern und Käufern zu befriedigen. Design-Ingenieure haben Zugriff auf einen zum Verkauf stehenden Datenbestand von mehr als einer Million elektronischer Bauteile, der von mehr als 300 Bauteil-Lieferanten angeboten wird. Das Angebot umfasst vollständige Spezifikationen und Support-Information und ein breites Spektrum an aktuellen Artikeln, Seminaren und sonstigen Design-Neuigkeiten und Informationen. Die Benutzer können auf einer einzigen Website Neues in Erfahrung bringen, suchen und kaufen und für Prototypen und Testzwecke mit einer sofortigen Lieferung am Tag darauf rechnen. Die Vorteile sind eine raschere Identifizierung und Bestimmung von Komponenten für elektronische Systeme und eine Reduktion der Gemeinkosten im Einkauf, eine verkürzte Verkaufszeit für die Komponentenhändler und ein merklich kürzerer Marketingzeitraum für die EOEMs. Sämtliche Produkte stammen von autorisierten Lieferquellen.

RosettaNet
Eine weitere Allianz zur Vereinheitlichung der Standards ist das RosettaNet, ein Konsortium der elektronischen Industrie, das gegründet wurde, um im e-Commerce-Bereich Rahmenbedingungen für das Supply Chain Management zu schaffen. Am RosettaNet beteiligt sind „Koalitionspartner“, Industriellenvereinigungen aus der ganzen Welt und Lieferanten-Partner, die direkt einen Beitrag zur Entwicklung der Schnittstelle leisten, indem sie Fachwissen und Humankapital für diverse Projektteams zur Verfügung stellen; weiters Lösungspartner, die die notwendigen Technologien und die Dienstleistungen bereitstellen, um Unternehmen bei der Implementierung der Schnittstellen zu unterstützen. Wenngleich Standards wie EDI bereits seit einiger Zeit existieren, verhindern administrative und technologische Schranken nach wie vor die nahtlose Integration und verursachen eine Reihe von Abweichungen. So treten prognostische Abweichungen zwischen elektronischen OEMs und ihren Lieferanten auf, die im Rahmen des gesamten Supply Chain Management auf Schätzungen des Bestands angewiesen sind. Abweichungen im Bereich der Koordination treten auf, wenn Lieferanten Produktbeschreibungen verbreiten, die unterschiedliche Terminologie- und Klassifikationsschemata verwenden. Die Mitglieder des RosettaNet müssen sich beispielsweise über die Definition einer Bauteilnummer oder über die Durchführung einer Echtzeit-Bestandsabfrage mithilfe einer standardisierten Systemschnittstelle einigen. Über einen Dialogprozess namens „PIP“ (Partner Interface Processes) schaffen die Mitglieder neue Ausrichtungsbereiche innerhalb des gesamten IT-Rahmens.
Das Unternehmen Viacore, ein Lösungspartner des RosettaNet, wurde gegründet, um die Verbreitung der Standards zu erleichtern. Avnet, Arrow Electronics, FDX, Ingram Micro, Softbank und Tech Data sind aktive Partner von Viacore. Ihre erklärte Aufgabe ist es, ein verlässliches und transparentes Zentrum des e-Business zu schaffen, um die rasche Entfaltung und das kostenwirksame Management von RosettaNet-PIPs zwischen IT-Handelspartnern und dem Supply Chain Management elektronischer Komponenten zu schaffen.

EE-Design-Zentrum
Questlink betreibt ein EE-Design-Zentrum auf www.questlink.com (Bild 1), das aktuelle technische Informationen und Gerätetreiber und Software zum Herunterladen bereitstellt und über Preise und Verfügbarkeit der von den Vertriebspartnern angebotenen Bauteile informiert. Die Website nimmt eine Bestellung von einem Käufer entgegen und bringt diese bei einem Distributor unter, der die Teile daraufhin per Streckengeschäft direkt an den Käufer exportiert. Die Homepage bietet den 162.000 registrierten Benutzern Unternehmensprofile über mehr als 400 Unternehmen, 20.000 Anwendungsvermerke und zigtausende Datenblätter und gewährt Zugriff auf Bestand im Wert von über einer Milliarde Dollar.

eCONNECTIONs
Kunden suchen für die Zusammensetzung sämtlicher Teile des e-Commerce-Puzzles auch Unterstützung bei Logistik-Anbietern. Einer dieser Anbieter ist das kürzlich gegründete Unternehmen eCONNECTIONs. Der Ansatz von eCONNECTIONs besteht aus einem zentralisierten Befehls- und Kontrollprozess, der eine Kosten- und Zeitersparnis im Supply Chain Management bewirken soll. Als Antriebskraft gilt ein Satz an bewährten Geschäftsregeln, die auf das Profil jedes Teilnehmers und Mitglieds abgestimmt sind. Die Kunden können Produktauswahl, Materialrechnungen, Prognosen und Produktanforderungen Tag für Tag, Logistikkette für Logistikkette, über lokale und globale Märkte profilieren und koordinieren.
Die Infrastruktur von eCONNECTIONs enthält auch Koppelprodukte, die während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes ein Supportsystem für das Supply Chain Management bereitstellen. Dem System gehören an: ENEN.com, ein Fernseh-Studio auf Web-Basis, @Once, ein Kundendienst und Online-Hilfezentrum rund um die Uhr, sowie SpotMarket.com, eine Auktions- und Tauschzentrale für elektronische Komponenten.

Effizientere Logistik
Die Kontrolle des Design-Prozesses wird von vielen als die nächste Stufe eines effizienten Supply Chain Management betrachtet. Bestehen für die Designer exakte Richtlinien darüber, welche Teile verfügbar sind und welche Lieferanten günstig sind, können sie bessere Entscheidungen treffen und dadurch ein Produkt rascher auf den Markt bringen. Diese Art von Effizienz verbessert die Logistikkette sowohl was die Geschwindigkeit der Marktpräsenz als auch die Kostenreduzierung durch Massenproduktion anbelangt.
Avnet hat Millionen in eine weltweite SAP-Plattform investiert, die letztes Jahr in Europa und Asien online ging, und beginnt nun bereits mit der Ausdehnung auf Nordamerika. Für Aktivitäten im Bereich des Supply Chain Management, die auf einer Zusammenarbeit auf EDI-Basis beruhen, verlässt sich Avnet auf eine Technologie, die es ermöglicht, eine Veränderung der Auftragslage wahrzunehmen und auf diese zu reagieren. Dadurch lassen sich wiederum anhand einer auf Prognosen beruhenden Bestandsoptimierung die Kosten im gesamten Logistiknetz reduzieren, und dem Kunden wird der bestmögliche Preis geboten. Für diese mengenabhängigen Aktivitäten, die zahlreiche Verbände umfasst, werden die sich in Verwendung befindlichen Großrechner-Produkte und -Systeme vermutlich für einige Zeit der bevorzugte Ansatz bleiben.
Bei all den Erfolgen im e-Commerce und der virtuellen Fertigung ist der tatsächliche Bestand nach wie vor das Rückgrat jeder Logistikkette. Irgendjemand muss irgendwo die „echten“ Teile verwalten (Bild 2). Hier kommt der Distributor ins Spiel. Die zentralen Kompetenzen von Avnets Supply Chain Management sind Nachfrageplanung und Bestandsmanagement, Informationstechnologie, materielle Logistik und Lagerhaltung – in anderen Worten, die Verwaltung der materiellen Teile.
Autor: Greg Monte, Avnet

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