Das 3D-Röntgengerät bietet für bildgesteuerte Eingriffe sehr viele Vorteile.

Das 3D-Röntgengerät bietet für bildgesteuerte Eingriffe sehr viele Vorteile. Maxon Motor

Das vollautomatische Lasernavigationssystem von Amedo besteht aus einem deckenmontierten Kreisbogenelement, auf dem sich eine motorisierte Laserpositioniereinheit befindet.

Das vollautomatische Lasernavigationssystem von Amedo besteht aus einem deckenmontierten Kreisbogenelement, auf dem sich eine motorisierte Laserpositioniereinheit befindet. Maxon Motor

Die Radiologie am Unispital in Basel ist sehr modern ausgestattet. Neben dem weltweit ersten 3D-Röntgengerät setzt das Krankenhaus auch auf ein neuartiges Lasernavigationssystem für Computertomographie-gesteuerte  (CT) Punktionseingriffe.

Unsichtbares sichtbar machen

Zum Einsatz kommt die Computertomographie, die detaillierte Querschnittsröntgenbilder des Körpers aufnimmt, seit 1974. Ärzte erhalten hochauflösende Bilder des menschlichen Körpers und wissen somit, wo ihr Ziel ist, wenn sie zum Beispiel eine Tumorprobe entnehmen wollen. Doch wie gelangen sie zu diesem Ziel? Wo genau wird die Nadel angesetzt? Welcher Winkel ist zu wählen? Eine bislang eher schwierige Aufgabe, da es auf jeden Millimeter ankommt. Und genau hier assistiert das vollautomatische Lasernavigationssystem des Unternehmens Amedo. Es besteht aus einem deckenmontierten Kreisbogenelement, auf dem sich eine motorisierte Laserpositioniereinheit befindet. Das ist alles – ein simples System mit großer Wirkung für Arzt und Patient.

Strahlenbelastung sinkt

Der Laserstrahl des Navigationssystems projiziert Einstichstelle und Einstichwinkel der Nadel auf die Haut des Patienten und visualisiert so den Nadelpfad, entlang dessen der Radiologe das Instrument führen muss. Über einen Fußschalter bestimmt der Arzt die exakte Nadelposition. Damit löst er eine Bildsequenz zur Überwachung des laufenden Eingriffs aus, der Infiltration einer Nervenwurzel. Auf dem Monitor des Computertomographen wird die Position der 0,7 mm dünnen Nadel präzise dargestellt. Bereits in der ersten Bildserie befindet sie sich an der richtigen Stelle. Die Einführtiefe der Nadel wird ebenfalls angezeigt. Zusätzliche Positionsbestimmungen mithilfe von CT-Schichtbildern sind so kaum noch nötig, wodurch die Strahlenbelastung für die Patienten erheblich sinkt. Mit herkömmlicher Technik musste die Position der Nadel zwei- bis dreimal oder öfter kontrolliert werden.

Maxon Motoren positionieren Laser

Damit sich die fahrbare Lasereinheit auf dem Kreisbogen des Gerätes exakt hin und her bewegt, kommen bürstenlose Antriebssysteme von Maxon Motor zum Einsatz: ein bürstenloser Flachmotor mit einem Durchmesser von 45 mm in Kombination mit dem Planetengetriebe GS45 und MR Encoder. Sie treiben über eine Synchronscheibe einen Endlosriemen an, der den Schlitten auf dem Kreisbogen bewegt. In diesem Schlitten befindet sich der drehbare Laserpointer.

Für die Drehbarkeit der Laser-Spiegel-Mechanik sind zwei weitere Maxon Motoren verantwortlich: die bürstenlosen EC-max 16. Zusammen mit Planetengetriebe GP16A und MR Encoder ermöglichen sie die exakte Einstellung des Laserstrahls, um alle für einen Eingriff notwendigen Winkel anzeigen zu können. Die drei Epos2-Module 36/2 übernehmen die Steuerung der Motoren unter Berücksichtigung aller Prozessparameter sowie die Kommunikation mit dem Steuerrechner. Für die Maxon Antriebssysteme sprach vor allem deren kleine Bauform und Zuverlässigkeit.

Das junge Bochumer Medizintechnik-Unternehmen hat mit dem Lasernavigationssystem ein Gerät entwickelt, das es bisher am Markt nicht gegeben hat. Inzwischen sind weltweit 16 Geräte im Einsatz. Das sechsköpfige Team hat Vertriebspartner in 14 Ländern. Zusammen mit dem Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum entwickelte das Unternehmen dieses Lasernavigationssystem.