Die SMD-Bestückung 1987…

…war eigentlich noch eine klassische Mischbestückung von SMDs und bedrahteten Bauteilen, wie ein Video zeigt, das die damalige Siemens AG produzierte:

Mit dem – heute legendären – Bestückautomat MS-72 von 1985 konnten bereits mehr als 4000 Bauteile pro Stunde im Pick-and-Place-Verfahren auf die Leiterplatte gebracht werden. 200 verschiedene Bauteile waren bereitstellbar.

Die Automaten konnten Klebepunkte für das Fixieren der SMDs setzen, die dann platziert und anschließend zusammen mit der Lötseite der bedrahteten Bauteile in einer Wellenlötanlage verlötet wurden.

Bei der reinen SMD-Bestückung wurde die Lotpaste im Siebdruckverfahren aufgebracht, die SMDs wurden bestückt und anschließend fand ein Reflowlötprozess statt, der allerdings mit heute nicht mehr üblichen Ho Belt Reflow (Flächenheizung von unten) und Infrarotstrahlung von oben durchgeführt wurde. Alternativ gabe es bereits Dampfphasenlötsysteme. Erst in den 90er-Jahren kam die Technologie der Zwangskonvektion auf den Markt.

MS-72 als Multifunktionsautomat

Die Bestückgenauigkeit der Automaten rührte übrigens noch aus der Kombination von manueller Programmierung über Teach-in und mechanischen Zentriereinrichtungen am Bestückkopf. Immerhin sprach man bereits 1985 von 20 dpm, die ein SMD-Bestückprozess liefern konnte. Die Bauteile waren allerdings auch noch so groß, dass die minimale Gurtbreite bei 8 mm lag.

Die SMT aus SMD-Herstellersicht

Die SMT würde sich nur durchsetzen, wenn man auch von Anfang an einen durchdachten Fertigungsprozess anbieten könnte. Deshalb brachte die Siemens AG bereits 1985 das folgende Video heraus:

Siemens bot nicht nur die Halbleiter für die Oberflächenmontage auf Standard-Leiterplatten an, sondern entwickelte auch gleich Richtlinien für den Siebdruck und das Schwall- beziehungsweise Reflowlöten. Vor allem aber bot man den SMD-Bestückautomaten MS-72 an.

1987 stellte Siemens dann zur ersten SMT-Messe in Sindelfingen das mobile „SMD-Labor“ vor – ein Truck mit einem voll ausgestatteten Container, der das komplette Fertgigungsequipment für die SMT zeigte, unter anderem eine MS-72.