Wenn Elektronik versagt, die in sensiblen Bereichen wie im Transportwesen oder der Medizin zum Einsatz kommt, kann das mitunter lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Umso dramatischer die Funde europäischer Zollfahnder, von denen das Europäische Amt zur Betrugsbekämpfung OLAF (Office Européen de Lutte Anti-Fraude) am heutigen Montag berichtet: In einer Großaktion, die über zwei Wochen hinweg in zwölf europäischen Ländern stattfand, stellten Europol sowie die EU- und Landesbehörden unter der Federführung des niederländischen Zolls mehr als eine Million gefälschte Halbleiter sicher.

„Operation Wafers“ nahm dabei vor allem Importe aus China und Hongkong in den Fokus, die über Post- oder Kurierdienste in die EU eingeführt wurden.  Unter den gefälschten Halbleitern befanden sich Dioden, LEDs, Transitoren und integrierte Schaltkreise, die zum Teil für Lkw, Flugzeuge und chirurgische Instrumente verwendet werden. Laut des EU-Amts zur Betrugsbekämpfung besteht die Möglichkeit, dass die gefälschten Elektronikbauteile Computersysteme beschädigen und Menschenleben in Gefahr bringen.

Hinzu komme ein enormer wirtschaftlicher Schaden für die europäische Industrie. „Diese Beschlagnahmen zeigen, welche zentrale Rolle der europäischen Zusammenarbeit im Kampf gegen den illegalen Handel mit gefälschten Produkten zukommt“, sagte Olaf-Generaldirektor Giovanni Kessler in einer Stellungnahme seiner Behörde. „Indem wir zusammenarbeiten können wir sicherstellen, dass die Bürger Europas keinen Schaden durch gefälschte Produkte nehmen.“