ES-Interview mit Infineon und EBV

Eine starke Verbindung

Im High-Tech-Land Österreich nimmt die Bedeutung der Komponentendistribution für den Breitenmarkt weiter zu. Deshalb hat die Münchner Infineon Technologies AG ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EBV Elektronik nun auch auf Österreich ausgedehnt.

ES: Infineon hat seinen Vertrieb in den letzten Jahren neu strukturiert und greift verstärkt auf starke europäische Distributoren, wie EBV Elektronik zurück. Wie erklärt sich das?

DI Martin Otzelberger – Infineon: Unsere Stärke liegt in der Technologie-Weiterentwicklung von Halbleiterprodukten. Unsere Investitionen und Ressourcen zielen klar auf globale Marktführerschaft ab. Da bleibt es nicht aus, dass wir uns auf große Kunden konzentrieren, ohne jedoch den Breitenmarkt aus den Augen zu verlieren. Für diesen suchen wir starke Vertriebspartner, deren Kompetenz vor allem darin liegt, eine Vielzahl von Kunden mit gleichbleibend hoher Service- und Logistikqualität zu bedienen.

ES: Wie entstand die Verbindung mit EBV?

DI Otzelberger: Wir arbeiten seit einigen Jahren mit EBV sehr erfolgreich in Zentral- und Osteuropa zusammen und wollen diese Kooperation kontinuierlich ausdehnen. Der Schritt nach Österreich war konsequenterweise nur eine Frage der Zeit. Unsere Technologie, unser breitgefächertes Portfolio und EBVs Service sind die richtige Kombination auch für den österreichischen Markt.

ES: Welche Rolle spielt Infineon für EBV?

Ing. Slobodan Puljarevic – EBV: Wir haben in nur kurzer Zeit sehr gute Erfahrungen mit Infineon gemacht. Die Produkte haben unser Produktportfolio hervorragend bereichert, deshalb auch der schnelle Erfolg. Wir denken, dass Infineon für EBV Austria sehr wichtig werden wird, zumal die Produkte ideal für den österreichischen Markt sind.

ES: Wie wird Ihre Strategie aussehen?

Ing. Puljarevic: Zunächst wollen wir unsere bestehenden Kunden mit Infineon-Produkten beliefern und dabei substantielles Wachstum erzielen. Die Überlappungen zu unseren anderen Herstellern sind gering, deshalb rechnen wir mit echtem Zuwachs. Und viele unserer Kunden wollen Infineon-Produkte. Gerade in Österreich ist die Reputation unseres neuen Partners groß.

ES: Welchen Schwerpunkt wollen Sie setzen?

Christian Zotter – EBV: Wir sind bekannt für unseren Service und unsere technische Kompetenz. In Verbindung mit den richtigen Infineon-Produkten lassen sich damit neue Märkte und Anwendungsmöglichkeiten erschließen. Als Beispiele sind zu nennen die Leistungselektronik, Mikrocontroller und optoelektronische Produkte. Dort ist Infineon stark und ergänzt unsere Produktpalette ganz wesentlich.

ES: Welche konkreten Anwendungsbereiche haben Sie im Auge?

Zotter: Was unsere Kunden derzeit in Feldern wie Kommunikationstechnik, Industrie und Konsumelektronik auf die Beine stellen, ist phänomenal. Sie erzielen Erfolge weit über die österreichischen Grenzen hinaus. Mit unserer technischen Unterstützung und Infineons führenden Produkten – Fast-IGBTs, CoolMOS, 80C166 Mikrocontrollern, LEDs, Infrarotbausteinen und vielen anderen mehr – lassen sich weitere, zukunftsträchtige Anwendungsmöglichkeiten erschließen: in der Verkehrstechnik, der Sicherheitselektronik und einer Vielzahl an Kommunikationsanwendungen.

ES: Viele Kunden haben Bedarf an technischer Unterstützung, die sie bisher sehr oft nur vom Hersteller zu bekommen glaubten. Können Distributoren das überhaupt leisten?

Zotter: Unsere Ingenieure bringen sehr viel Berufserfahrung mit – eine Einstellungsvoraussetzung – und werden von Herstellern explizit geschult. Zudem stellen wir in regelmäßigen Trainings sicher, dass interner Erfahrungsaustausch europaweit stattfindet. So können unsere österreichischen Kunden von unserer gesamten europäischen Präsenz profitieren.

ES: Wie unterscheidet sich EBV hier von der Konkurrenz?

Ing. Puljarevic: Wir haben bereits in den achtziger Jahren damit angefangen, technische Kompetenz in Form einer eigenen Ingenieursmannschaft aufzubauen. Zudem investieren wir permanent in unsere Mitarbeiter und versuchen von unseren Kunden zu lernen. Nur in der engen Kundenbindung und der kontinuierlichen Diskussion können wir unseren Beitrag zu neuen Marktideen leisten.

DI Otzelberger: Demand Creation – eine traditionelle Aufgabe des Herstellers – wird für den Breitenmarkt zusehends von Distributoren wie EBV übernommen. EBV betreibt dies hier seit Jahren mit sehr viel Eigeninitiative, von der Produktstrategie bis zur Projektarbeit. Das hat uns die Entscheidung für EBV leicht gemacht.

ES: Wie lassen sich Ihre gemeinsamen Ziele in Zahlen fassen?

Zotter: Das hängt stark von der Liefersitutation ab, doch wir sehen ein Potential, das Infineon sehr schnell in die Top Five unserer Hersteller bringen kann. Zur Orientierung: EBV Austria plant dieses Jahr einen Gesamtumsatz von ca. 300 Millionen ATS.

ES: Wie stellen Sie die Belieferung des Marktes in der augenblicklichen Knappheitssituation sicher?

Ing. Puljarevic: EBVs österreichische Kunden profitieren von der kritischen Masse eines europäischen Distributors. Unsere grossen Lagerbestände und unser Einkaufsvolumen beschert auch in diesen Zeiten eine überdurchschnittliche Verfügbarkeit. Bei uns hat jeder Stammkunde Priorität.

DI Otzelberger: Infineon investiert weltweit große Summen in neue Produktionskapazitäten, so zum Beispiel in Villach, wo unser weltweites Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter liegt. Aber trotz antizyklischer Investitionen können wir nur schwer mit dem ungeheuren Nachfrageschub Schritt halten.

ES: Wir danken für das Gespräch.

Infineon Technologies
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