Muss man gemessene Grössen in Echtzeit verarbeiten und berechnete Grössen anderen Systemen zur Verfügung stellen, boten sich bisher zwei Lösungsstrategien an. Zum einen das Einlesen der Messdaten in einen PC mit anschliessender Datenverarbeitung und Ergebnisausgabe über eine PC-interne I/O-Karte. Zum anderen die Verwendung von externer Hardware, z.B. DSP-Boards. Beide Möglichkeiten weisen den gravierenden Nachteil fehlender Anschlussflexibilität auf. Als Anwender muss man zeitaufwendige Eigenverkabelungen realisieren, die neben höheren Kosten auch zu einer sinkenden Zuverlässigkeit des Gesamtsystems führen.


Mit dem neuen, rechnenden Einschub ML70 für das Verstärkersystem MGCplus hat der Anwender die Möglichkeit, seine Messdaten in Echtzeit zu verarbeiten und die Ergebnisse seiner Berechnungen über eine Vielzahl möglicher Verbindungen weiteren Systemen zur Verfügung zu stellen.


Der Einschub arbeitet mit Programmen in der international genormten SPS-Sprache IEC61131-3, die mit dem Entwicklungssystem Codesys erstellt werden. Es kann jeder beliebige Messkanal des MGCplus-Systems verarbeitet werden, d. h. auch Daten, die via CAN- oder Profibus vom MGCplus eingelesen werden. Das vom Anwender erstellte IEC-Programm wird in jedem Messtaktzyklus abgearbeitet. Die Ergebnisse der Berechnungen können als Messsignal über eine Vielzahl von Schnittstellen (Seriell, Parallel, Ethernet, CAN, Profibus, …) ausgegeben werden.


Der ML70 unterstützt auch das zukünftige Konzept der allgemeinen Parametrierung. Zusammen mit CodeSys können benutzerdefinierte Dialoge erstellt werden, die an der Anzeige- und Bedieneinheit „AB22A“ des MGCplus und dem Konfigurationsprogramm „Setup-Assistent“ genutzt werden können.