„Dies war der bislang stärkste Rückgang im laufenden Jahr“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Im gesamten Zeitraum von Januar bis August 2013 gaben die Branchenausfuhren um 2,5 Prozent gegenüber Vorjahr nach. Sie erreichten ein Volumen von 103,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland sind im August 2013 ebenfalls spürbar um 6,1 Prozent auf 10 Milliarden Euro zurückgegangen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres blieben sie mit kumulierten 88,2 Milliarden Euro drei Prozent unter Vorjahr.

Die deutschen Elektroexporte in die Industrieländer haben zwischen Januar und August 2013 um 3,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 65,4 Milliarden Euro abgenommen. Branchenausfuhren in die Schwellenländer legten leicht um 0,1 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro zu. „Damit konnten sie die Exportrückgänge in die Industrieländer aber bereits nicht mehr kompensieren“, so Dr. Gontermann.

Elektroausfuhren in die Eurozone blieben in den ersten acht Monaten dieses Jahres weiter rückläufig. Sie sanken um 5 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die Exporte nach Frankreich fielen um 2,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, die nach Italien und Spanien um 16 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro beziehungsweise um 4,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Griechenland nahm mit 0,5 Milliarden Euro nochmal 19,4 Prozent weniger deutsche Elektroprodukte ab als vor einem Jahr. Die Branchenausfuhren in die USA gaben von Januar bis August leicht um 1,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 8,7 Milliarden Euro nach. Deutlich steigern konnten sich die Exporte nach Mittelamerika (+10,6 Prozent auf 1 Milliarde Euro) und in einige asiatische Schwellenländer wie die Philippinen (+28 Prozent auf 316 Millionen Euro) oder Vietnam (+18,4 Prozent auf 133 Millionen Euro). Mit China gab es ein Ausfuhrplus von 7,2 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.

Gemeinsam mit der BayernLB hat der ZVEI jüngst eine Studie zu den Perspektiven für die deutsche Elektroindustrie in zehn Schwellenländern jenseits der häufig genannten BRIC-Länder untersucht. Hier werden Zukunftsmärkte in Europa, Mittel- und Südamerika sowie Asien in den Blick genommen – Bulgarien, Chile, Indonesien, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, die Philippinen, Polen, Thailand und die Türkei. Zwar sind die deutschen Elektroexporte in diese zehn Länder zwischen Januar und August dieses Jahres mit 9,1 Milliarden Euro 5,8 Prozent hinter ihrem Vorjahreswert zurückgeblieben. Dabei reichte die Spannweite der Veränderungsraten von plus 28,0 Prozent (der bereits genannten Ausfuhren in die Philippinen) bis minus 26,9 Prozent (Bulgarien). Kurzfristig sind besagte Länder vom gedämpften Wachstum der Weltwirtschaft sowie einem früher oder später anstehenden Schwenk in der US-Geldpolitik beeinflusst. Mittel- bis langfristig bleiben ihre Perspektiven aber günstig.