EMV-Messungen an Flugzeugen

Um die Empfangscharakteristik der Antennen eines Sportflugzeuges zu
bestimmen, wurden die erforderlichen Messungen erstmals mit einer
neuen Methode am Boden durchgeführt.

Die neue Messmethode erlaubt eine wesentlich schnellere Ermittlung der Antennencharakteristik und ist speziell bei Versuchen, bei denen mehrere Antennen zu testen sind, sehr hilfreich. Bei Flugtests bedeutet diese Messart eine erhebliche Reduzierung von Zeit und Kosten. Außerdem muss keine Rücksicht auf die Wetterlage genommen werden.
Aufgrund der Ergebnisse der Messung der Antennencharakteristik bei Flugzeugen wird ihre Nacht- oder Geräteflugtauglichkeit bestimmt.
Da bei Nacht- oder Blindflug ausschließlich über die “Elektronik” gelandet wird, ist es eine wesentliche Forderung, dass die Navigationssysteme auch beispielsweise bei einem etwaigen Schräganflug einwandfrei funktionieren.

Neue Wege
In der von C&P DI. Suschnig angewandten Messmethode wurde das Flugzeug auf einem Holzmast dreh und höhenverstellbar montiert. Rund um das Flugzeug wurde ein Kreis markiert, auf dem fixe Messpunkte eingetragen wurden.
Das Ziel war die Spannungspegel an den Antennenfußpunkten der drei Antennen in dBµV bei verschiedenen Frequenzen und einer jeweils konstanten Feldstärke aufzunehmen. Dabei wurde der Prüfgegenstand (Antennen des Flugzeuges) mit einem definierten homogenen elektrischen Feld bestrahlt und die Spannung am Antennenfußpunkt der jeweiligen Antenne ? abhängig von Ausrichtung und Neigungswinkel des Flugzeuges ? gemessen.
Vor der eigentlichen Antennenvermessung für die Einsatzbereiche Navigation (VOR & LOC), Kommunikation (COM) und Gleitpfad (GP) wurde für alle zu untersuchenden Frequenzen ein homogener Feldbereich einkalibriert (die Vorgabe für die Antennen ist in der Tabelle dargestellt).
Nach der Ermittlung der Faktoren für alle vorgesehenen Frequenzen wurde die Kalibrierantenne aus dem Prüfvolumen entfernt und durch das Flugzeug ersetzt.
Das Messkabel wurde nacheinander direkt an den einzelnen Antennenfußpunkten im Flugzeug angeschlossen und das HF-Signal mit dem Messempfänger bestimmt.
Um die Antennencharakteristik aufnehmen zu können, wurde das Flugzeug um seinen Mittelpunkt jeweils um 10 ° weitergedreht (36 Messpunkte) und sowohl in waagrechter als auch bei geneigter Ausrichtung vermessen. Dazu wurde das Flugzeug an einem Mast in der Höhe des zuvor einkalibrierten Prüfvolumens drehbar aufgehängt und über zusätzliche Spannseile fixiert.
Zur Überwachung der korrekten Funktion des Messaufbaus wurde vor und nach den Messungen die Feldstärke des eingestrahlten HF-Feldes mit einer Plausibilitätsantenne kontrolliert.
Die Resultate dieser neuen Methode wurden mit den gängigen Prüfverfahren aus der Flugzeugtechnik verglichen und es ergab sich eine korrekte Übereinstimmung der Messergebnisse.

C&P DI. Suschnig
Tel. (04252) 44 42-0
office@ce-cp.com
http://www.ce-cp.com