Firmenchef Klaus Endress gab heute das glänzende Unternehmensergebnis bekannt.

Firmenchef Klaus Endress gab heute das glänzende Unternehmensergebnis bekannt.Endress+Hauser

„Vor einem Jahr war die Krise noch frisch in Erinnerung, doch die wirtschaftliche Erholung ist viel stärker ausgefallen, als wir uns je erhofft hatten“, verdeutlichte Endress die Entwicklung. Besonders stark war das Wachstum im Segment Öl und Gas, aber auch in der Chemie, in der Kraftwerkstechnik sowie in weiteren Industrien konnte der Schweizer Anbieter deutlich wachsen. „In der Öl- und Gasindustrie konnten wir die Verkäufe um fast die Hälfte steigern – nach mehr als zehn Jahren Aufbauarbeit sind wir endgültig in diesem Markt angekommen“, ergänzte COO Michael Ziesemer.

Doch mit den Überschwemmungen in Thailand, dem Tsunami in Japan und der europäischen Staatsschuldenkrise hatte das Unternehmen auch mit Gegenwind zu kämpfen. Dass es trotzdem einen Rekordumsatz von 1,5 Milliarden Euro erreichen konnte, führt Endress auf die Leistung seiner Mitarbeiter zurück, die es verstanden, plötzliche Engpässe bei Bauteilen und Materialien schnell zu kompensieren. Mit einem Mitarbeiterwachstum um 800 neue Stellen beschäftigt das Unternehmen inzwischen 9.400 Mitarbeiter. Unter den Regionen war das Wachstum insbesondere in Amerika stark: „Was wir nie erwartet hätten: Gemessen am Umsatz haben die USA China wieder vom zweiten Platz verdrängt“, verdeutlichte Ziesemer. 

„In einer immer volatileren Welt müssen wir uns bestmöglich unabhängig machen von Banken, Währungsschwankungen und politischen Entscheidungen“, zeichnete Endress die künftigen Ziele des Unternehmens. So wollen die Verantwortlichen die Eigenkapitalquote von derzeit 70 % und den Anteil der lokalen Produktion und der weltweiten Beschaffung noch weiter ausbauen. Außerdem wolle sie die Ausrichtung auf den Markt und die Kunden weiter stärken. Als Beispiele nannte Endress ein neues Sales Center in Katar, einen Rahmenvertrag mit Shell sowie die Kooperation mit SAP bei der Geschäftsprozessintegration. An mehreren Standorten, darunter Reinach (Schweiz), Cernay (Frankreich), Greenwood (USA) sowie Itatiba (Brasilien), will das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten erweitern. 

Für 2012 rechnet der Hersteller mit einer Abschwächung der Konjunktur, will aber dennoch 11 % mehr umsetzen. „Die Stimmung in der Wirtschaft ist nicht schlecht. Von Rezession oder Krise kann keine Rede sein“, so Endress.