Der zukünftige Firmenchef Matthias Altendorf (r.) will an den Erfolg des derzeitigen CEO Klaus Endress anknüpfen.

Der zukünftige Firmenchef Matthias Altendorf (r.) will an den Erfolg des derzeitigen CEO Klaus Endress anknüpfen.Endress+Hauser

Firmenchef Klaus Endress zeigte sich bei der Verkündung der Bilanzzahlen sehr zufrieden mit dem Wachstum des Konzerns: „2012 war kein leichtes Jahr.“ Einzelne Märkte seien stark im Minus gewesen, andere dagegen deutlich im Plus. „Wir haben unsere hochgesteckten Ziele nur knapp verfehlt“, erklärt Endress, der nur noch bis Ende des Jahres 2013 CEO der Firmengruppe ist. Neben der guten Geschäftsentwicklung lieferte zudem die positive Entwicklung der Wechselkurse eine Unterstützung der Geschäfte, Währungsturbulenzen gab es im vergangenen Geschäftsjahr nicht.

Global gesehen konnte der Messtechnikhersteller seine Position behaupten und vor allem in Nord- und Südamerika hohe Wachstumsraten erzielen. Verschiedene Investitionsvorhaben, wie eine neue Produktionsstätte in Brasilien nahe São Paulo, sollen dem Unternehmen in diesen vor allem in Zukunft wichtigen Märkten weiteren Auftrieb geben. Verglichen mit den USA, wo das Unternehmen das dritte gute Jahr in Folge verzeichnete, zeigte sich jedoch beispielsweise China mit einem enttäuschenden Geschäftsverlauf. Michael Ziesemer, Stellvertretender CEO bei Endress+Hauser, bezeichnete dies nach Jahren der positiven Entwicklung als ungewohnte Erfahrung.

Insgesamt hat die Firmengruppe im Jahr 2012 Investitionen in Höhe von 127 Millionen Euro getätigt. Der Großteil davon floss in den Ausbau der Fertigungskapazitäten, mit Schwerpunkten auf Brasilien, Deutschland und den USA. Außerdem hat das Unternehmen die Vertriebstätigkeiten in Saudi Arabien, Abu Dhabi, dem Nahen Osten, Vietnam und Indonesien ausgebaut. In Algerien ist noch für dieses Jahr eine weitere Vertriebsgesellschaft geplant.

In den einzelnen Geschäftsbereichen zeigten vor allem die Öl- und Gasbranche sowie der Kraftwerksbau und Energie hohe Zuwächse. Auch die chemische Industrie, die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung profitierten von den Wachstumstreibern Energie, Effizienz, Ressourcen, Ernährung, Wasser und Demografie. Ebenso leistete die Übernahme der Firma Spectrasensors einen Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung und ließ die Zahl der Mitarbeiter auf über 10.000 ansteigen.

Für das Jahr 2013 plant die Firma, den Umsatz um 10 % auf über 1,9 Milliarden Euro zu erhöhen. Allerdings erwartet die Unternehmensführung dabei sowohl beim Betriebsergebnis als auch beim Ergebnis nach Steuern einen leichten Rückgang. Dabei werden auch geplante Investitionen in Höhe von 160 Millionen Euro zu Buche schlagen, die sich unter anderem auf Forschung und Entwicklung, Personal, IT, Gebäude und Anlagen verteilen.

Bei Betrachtung der derzeitigen Marktlage liege man mit den Umsätzen noch leicht unter Budget, berichtet der stellvertretende CEO Ziesemer – mit kräftigen Zuwächsen in China und  bisher verhaltenem Verlauf der Geschäftsentwicklung in den USA.

CEO Klaus Endress erwartet, dass auch 2013 kein einfaches Jahr für die Firma werden wird. Am Ende des Jahres wird er in den Verwaltungsrat der Firmengruppe wechseln und dort Klaus Riemenschneider als Präsident ablösen. Damit macht er die Spitze des Unternehmens für Matthias Altendorf frei. Dieser ist derzeit noch Geschäftsführer des Endress+Hauser-Produktionszentrums in Maulburg.

„Ich werde zum ersten Januar antreten und freue mich auf die neue Aufgabe und darüber, dass mir die Familie und Klaus Endress das Vertrauen entgegenbringen“, sagt Altendorf bei der Vorstellung der Bilanz für 2012. „Besonders wichtig finde ich, dass ich mir der Verantwortung, die die Aufgabe mit sich bringt, bewusst bin.“ Auf die Frage, was er als CEO der Firma anders machen wolle, erklärt Altendorf, das sich ihm diese Frage gar nicht stelle, da im Unternehmen ohnehin immer eine langfristige Strategie verfolgt wird und er seit seinem Einzug in das Executive Board des Unternehmens im Jahr 2009 bereits aktiv daran beteiligt sei.