Die ENIAC genannte Europäische Gemeinschaftsinitiative für Nanoelektronik (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council Joint Undertaking) wurde jetzt offiziell bestätigt. Damit kann das Forschungsprogramm des Europäischen Rates zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit in der Nanoelektronik starten. Das einzigartige Programm, das europaweit private und öffentliche Partner zusammenführt, wird in den nächsten zehn Jahren Fördermittel aus der Industrie, von der Europäischen Kommission sowie von Mitgliedsstaaten und assoziierten Ländern kombinieren.

Die ENIAC-Gemeinschaftsinitiative stellt eine deutliche Weiterentwicklung der Finanzierungsmodelle für europäische Forschungsprogramme dar und soll in den nächsten zehn Jahren bis zu drei Milliarden Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Nanoelektronik aufwenden. Über die Hälfte der Geldmittel tragen die Industrie sowie die Forschungs- und Entwicklungsorganisationen bei, die an der Vereinigung AENEAS (Association for European NanoElectronics ActivitieS) beteiligt sind. Bis zu 16,7% der erforderlichen Mittel steuert die Europäische Kommission bei – und zwar ergänzend zu den Mitteln der Mitgliedsstaaten. Bislang sind 14 Mitgliedsstaaten der Initiative beigetreten. Im zweiten Quartal 2008 wird mit ersten Anträgen auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte gerechnet.

Ausgehend von den in der ENIAC Strategic Research Agenda festgelegten Forschungsprioritäten werden sich die Projekte auf Applikationen in den Bereichen Mobilität und Transport, Gesundheit, Energie, Kommunikation, Ausbildung und Unterhaltung sowie Sicherheit fokussieren, um dem Bedarf nach ständigen Innovationen in diesen Kernsegmenten sowie möglichst schneller Markteinführung von Forschungsergebnissen Rechnung zu tragen. “Wir begrüßen den Start der europäischen ENIAC-Gemeinschaftsinitiative, weil die Umsetzung des neuen und umfassenden öffentlich-privaten Ansatzes die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich der Nanoelektronik verbessern wird”, sagte Alain Dutheil, Chairman der Europäischen Technologieplattform ENIAC und neu berufener Präsident von AENEAS. “Jetzt, da die europäische Gemeinschaftsinitiative gestartet ist, ist es an der Zeit, in die Phase der Implementation und der Transformation der ENIAC Strategic Research Agenda in starke industrielle Forschungsprojekte zu treten. Die gemeinsame Förderung durch die Europäische Kommission und die nationalen Staaten wird zusätzliche Ressourcen für Forschung und Entwicklung in Europa bereitstellen und die Entwicklung dieser kritischen Kooperationen und Forschungsinitiative beschleunigen.“

Alain Dutheil stellte weiter fest: “Große Unternehmen, innovative kleine und mittelgroße Unternehmen sowie Forschungszentren und –organisationen in Europa werden Schlüsselrollen übernehmen und wir laden alle Teilnehmer an diesem Forschungs- und Entwicklungsprozess in Europa ein, AENEAS beizutreten und an diesen neuen Möglichkeiten und Chancen zu partizipieren”.

Details zu ENIAC und AENEAS

Die Europäische Kommission hat eine Reihe von europäischen Technologieplattformen ins Leben gerufen, um die koordinierte, europaweite Entwicklung zukunftsweisender Technologien und die erforderliche Grundlagenforschung zu fördern. ENIAC (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council) ist die europäische Technologieplattform zur Unterstützung der Nanoelektronik. Ihre Aufgabe ist die Identifikation von Forschungsgebieten, die eine kritische Bedeutung für die Sicherung des Wissensvorsprungs Europas auf dem Gebiet der Nanoelektronik haben, sowie die Definition einer strategischen Forschungsagenda (Strategic Research Agenda), die alle maßgeblichen Vertreter der Nanoelektronik aus Industrie und Forschung in eine gemeinsame Roadmap einbindet. Die Umsetzung der identifizierten Forschungsthemen erfolgt im ENIAC Joint Undertaking (ENIAC-JU), einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die zwischen der Europäischen Kommission, Mitglieds- und assozierten Ländern sowie den sogenannten „europäischen R&D Performers“ in der AENEAS-Association organisiert wird.

Der Startschuss zur Technologieinitiative ENIAC fiel im Jahr 2004. Im Jahr darauf wurde die strategische Forschungsagenda veröffentlicht. Mehr als 50 Vertreter der Halbleiterindustrie, Geräte- und Werkstofflieferanten, Anwenderunternehmen und Forschungseinrichtungen sind mittlerweile aktiv an der Arbeit der Plattform beteiligt. Die Universitäten sind über den ENIAC Scientific Community Council vertreten, während das Engagement kleiner und mittlerer Unternehmen über nationale Plattformen gefördert wird.

Seit Mitte 2007 engagieren sich die Mitglieder der Plattform in AENEAS (Association for European NanoElectronics ActivitieS), einer nicht gewinnorientierten Vereinigung, in der die Mission und die Aktivitäten von ENIAC vorangetrieben werden. Die Mitarbeit in AENEAS steht allen europäischen Nanoelektronik-Playern offen: großen, kleinen oder mittelgroßen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, akademischen Einrichtungen, Verbänden oder Einzelpersonen. Mitglieder von AENEAS können aktiv daran mitarbeiten, die zukünftigen Inhalte der ENIAC Strategic Research Agenda mitzugestalten.

Europäische R&D-Unternehmungen im Bereich der Nanoelektronik, die sich in AENEAS zusammenfinden, arbeiten auch im ENIAC-JU zusammen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Schlüsselkomponenten der ENIAC Strategic Research Agenda im Rahmen der erwarteten Joint Technology Initiative zu bilden, die komplett neue Mechanismen im europäischen Rahmenprogramm darstellen. Mit der Umsetzung wird in den nächsten Monaten gerechnet.

Weitere Informationen zur ENIAC-Technologieplattform sowie zu AENEAS erhalten Sie über die Links. (av)