Enrico Villa, Chairman von CATRENE

Enrico Villa, Chairman von CATRENE

Auf dem European Nanoelectronics Forum 2009, das in diesem Jahr im niederländischen Noordwijk stattfand, brachte Maria van der Hoeven, Wirtschaftsministerin der Niederlande, in ihrem Grußwort den Hauptzweck des Forums sowie der dahinterliegenden paneuropäischen Initiativen mit prägnanten Worten auf den Punkt: „Das Schlüsselwort heißt Kooperation.“ Schon in den 1980er Jahren bei JESSI, später bei MEDEA(+) sowie jetzt bei CATRENE (Cluster for Application and Technology Research in Europe on NanoElectronics), aber auch bei dem ziemlich neuen ENIAC (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council) geht es darum, das Know-how europäischer Unternehmen zu bündeln, den Austausch untereinander zu fördern und das ganze dann (kräftig) gewürzt mit staatlichen beziehungsweise europäischen Fördergeldern so zu nutzen, dass Europa im Bereich Mikro/Nanoelektronik zumindest nicht den Anschluss verliert und möglichst auch im internationalen Vergleich vorankommt.

Während es zwischen den organisatorisch unterschiedlich aufgehängten sowie mit verschiedenen Fördermodellen arbeitenden Initiativen CATRENE und ENIAC zu Anfang offensichtlich noch sichtbare Reibungsverluste gab, scheinen die Verantwortlichen jetzt die Sachlage deutlicher in den Vordergrund zu stellen. Zwischen den Zeilen hörte man in Noordwijk folgendes heraus: Wenn es um die Ausarbeitung relativ großer Projekte mit relativ wenigen Partnern geht und wenn das ganze dann auch noch bestimmte industrielle Anforderungen erfüllen muss, dann dürfte CATRENE die besseren Rahmenbedingungen liefern. Auf gut Deutsch: Während ENIAC mehr auf die anwendungsorientierte Forschung setzt, eignen sich CATRENE-Projekte offenischtlich besser, um komplexe Projekte bis in eine (sehr) frühe Prototypenphase zu führen. In der Vergangenheit hatten die CATRENE-Projekte ein größeres Volumen als die ENIAC-Projekte, während normalerweise in einem ENIAC-Projekt mehr Länder involviert sind als in einem CATRENE-Projekt. Während CATRENE bereits an der Verlängerung jenseits des Jahres 2011 arbeitet, kamen bei ENIAC bisher zwar nur relativ wenige Projekte ins laufen, aber jetzt scheint sich das Prozedere eingespielt zu haben. Ein Beispiel für ein neues ENIAC-Projekt ist E3Car (Energy Efficient Electrical Car), das unsere Schwesterzeitschrift AUTOMOBIL-ELEKTRONIK bereits auf www.all-electronics.de beschrieben hat und zu dem sie bequem per infoDIRECT gelangen. (av) 

300ei1209