Eine normgerechte Stromversorgung ist sowohl Grundlage für eine erfolgreiche Zulassung des Medizingerätes, als auch essenziell für den Schutz von Bedienpersonal und Patient.

Eine normgerechte Stromversorgung ist sowohl Grundlage für eine erfolgreiche Zulassung des Medizingerätes, als auch essenziell für den Schutz von Bedienpersonal und Patient. Bicker Elektronik

Das skalierbare Mainboard-Portfolio umfasst nun insgesamt vier Formfaktoren: 3,5-Zoll-ECX, mITX, µATX und ATX. Darüber hinaus erweitert Bicker sein Lieferprogramm um zahlreiche Zubehör-Produkte. Hierzu zählen unter anderem Embedded-Prozessoren, Industrie-RAM und Massenspeicher sowie Embedded-Module, Mini PCIe-Erweiterungskarten, Kühlkörper und Lüfter.

Im Rahmen umfangreicher Tests im hauseigenen Labor werden die Industrie- und Medizin-Netzteile in Verbindung mit ausgewählten Mainboards umfassend geprüft, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Kombinationen gut zusammen passen. Normalerweise müssen Entwickler von Embedded- und IPC-Systemen sehr viel Zeit in die Auswahl einer zuverlässigen Netzteil-Mainboard-Kombination und die anschließenden Testläufe investieren. Mit den bereits getesteten Power+Board-Bundles erhalten sie eine zuverlässige und langzeitverfügbare Lösung aus einer Hand, mit der sie Zeit und Kosten sparen.

Auf der Website www.bicker.de ist beim jeweiligen Mainboard eine Testmatrix mit aktuellen Netzteil-Empfehlungen hinterlegt. Ausführliche Testreports können die Entwickler für jede getestete Power+Board-Kombination anfordern. Unter anderem wird bei den Laborprüfungen auf Basis des „Power Supply Design Guide“ das Einschaltverhalten und Start-Up-Timing aller Ausgangsspannungen, die Einschaltstrom-Kennlinie, die Performance im Idle-Mode und unter Burn-In-Bedingungen ausführlich analysiert und messtechnisch dokumentiert. Zusätzlich wird das Systemverhalten bei statischer und dynamischer Nenn- beziehungsweise Maximallast geprüft. Insbesondere stark schwankende Lasten, verursacht durch das Mainboard selbst oder andere Systemkomponenten, haben einen sehr starken Einfluss auf die Stabilität der Ausgangsspannungen eines Netzteiles.

Gerade bei medizinisch-elektrischen Geräten sind die normativen Anforderungen an die Sicherheit in Form der IEC/EN 60601-1 3rd Edition sowie an das EMV-Verhalten (IEC/EN 60601-1-2) besonders differenziert und umfangreich. Eine normgerechte Stromversorgung ist sowohl Grundlage für eine erfolgreiche Zulassung des Medizingerätes, als auch essenziell für den Schutz von Bedienpersonal (Means of Operator Protection MOOP) und Patient (Means of Patient Protection MOPP) vor den Gefahren des elektrischen Stromes. Selbst im Fehlerfall (Single Fault Condition SFC) muss dieser Schutz gewährleistet sein und kann insbesondere für den Patientenschutz nur durch entsprechende Zusatzmaßnahmen erreicht werden: Die vorgeschriebenen Abstände zwischen Leitern und elektrischen Komponenten (Luft- und Kriechstrecken) sind bei MOPP um bis zu 60 Prozent größer als bei MOOP. Daneben ist bei medizinischen Netzteilen nach IEC/EN 60601-1 eine doppelte Isolierung (2 × MOPP) zwischen Primär- und Sekundärkreis mit einer Durchschlagfestigkeit von 4 kVAC gefordert. Dies stellt nicht zuletzt an die Qualität und den Aufbau des Transformators hohe Anforderungen.

Zusätzlich müssen bei Medizin-Netzteilen beide eingangsseitigen AC-Netzzuleitungen (AC Phase / AC Neutral) mit einer Feinsicherung gegen Überlast und Kurzschluss abgesichert werden. Aufgrund der größeren Abstände und der zusätzlichen Isolationsmaßnahmen fallen medizinische Netzteile für Applikationen im Patientenumfeld (MOPP) physikalisch etwas größer aus als vergleichbare Standardnetzteile. Gleichzeitig müssen medizinische Schaltnetzteile in den verschiedensten Bauformen immer kleiner und effizienter werden. Lüfterlose Netzteile für zunehmend geschlossen und kompakt aufgebaute Systeme setzen einen hohen Wirkungsgrad, das heißt minimale Wärmeverluste voraus. Mit einem ausgereiften Schaltungsdesign und hochwertigen Bauteilen lassen sich heute Wirkungsgrade weit über 90 % erreichen.