Die Umweltvision 2050 umfasst bedeutende Initiativen zur Bekämpfung der Erderwärmung, der weltweiten Ressourcenknappheit und des Rückgangs des Artenreichtums. Bei einer Pressekonferenz in Brüssel, Belgien, gab Akihiko Sakai, Executive Officer des Corporate Strategy Office bei der Seiko Epson Corporation die Umweltvision des Unternehmens für die kommende Generation bekannt. Unmittelbar vor der Europäischen Grünen Woche stellte Sakai kurz ein ehrgeiziges, mehrgliedriges Programm vor, mit dem einige der dringendsten Umweltprobleme der weltweiten Gemeinschaft bis 2050 angegangen werden sollen. Des Weiteren erläuterte er Epsons Pläne hinsichtlich dieser Probleme für die nächsten 10 Jahre.

Zu den präsentierten Zielen gehört insbesondere ein Plan, der vorsieht, dass die CO2-Emissionen des Unternehmens über die Lebensdauer von Produkten und Dienstleistungen hinweg deutlich reduziert, sämtliche Produkte entweder   wiederverwendet oder recycelt werden, und dass aktiv an Projekten für den Artenreichtum teilgenommen werden soll. Epson hat für die Arbeit im Hinblick auf die „Umweltvision 2050“ vier Hauptbedingungen festgelegt:

1. Reduzierung von CO2-Emissionen um 90% über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg.

2. Aufnahme sämtlicher Produkte in das Ressourcenwiederverwertungs- und Recyclingsystem.

3. Reduzierung direkter CO2-Emissionen um 90% und Ausschluss anderer Treibhausgasemissionen (nicht CO2).

4. Wiederherstellung und Schutz des Artenreichtums als Teil des Ökosystems in Zusammenarbeit mit lokalen Kommunen.

In den ersten 10 Jahren wird Epson vier Maßnahmen verfolgen, um die Ziele der „Umweltvision 2050“ zu erreichen.

1. CO2-Reduzierung bei der Herstellung von Bauteilen (energie- und ressourcensparende Designs) Die Bauteile sind für den höchsten Anteil der CO2-Emissionen über den Lebenszyklus unserer Produkte hinweg verantwortlich. Um die aus den Bauteilen resultierenden Umweltbelastungen zu mindern, wird Epson deshalb grundlegende Überprüfungen auf Produktdesignebene vornehmen, um Größe und Gewicht der Bauteile zu reduzieren sowie die Anzahl der Teile zu verringern. Gleichzeitig wird Epson das Bewusstsein und die Zusammenarbeit der Lieferanten im Hinblick auf eine Neuausrichtung von Produktionsstätten und eine Überholung von Vertrieb und Logistik fördern.

2. Entwicklung eines Geschäftsmodells, in dem Endnutzer-Produkte eine längere Betriebsdauer haben und anschließend an Epson zurückgegeben werden Neben der Verlängerung der Betriebsdauer der Produkte wird Epson den Aufbau eines Geschäftsmodells anstreben, welches einen effizienten Ressourcenzyklus ermöglicht. Zu den zu prüfenden Bereichen gehören die Wiederverwendung, das Leasing und das Mieten von Produkten.

3. Einsatz einer Expertengruppe, um den Energieverbrauch von Reinräumen um die Hälfte zu senken Reinräume sind die einzige große Quelle von direkten CO2-Emissionen bei Epson; sie sind für einen Ausstoß von etwa 300.000 Tonnen dieses Gases verantwortlich. Aus diesem Grunde wird Epson ein Team von Experten aus den Bereichen Produktfertigung, Grundeinrichtungen und anderen relevanten Abteilungen zusammenstellen, um die Entwicklung von Technologien voranzutreiben, die den Energiebedarf von Reinräumen einschränken. Hierzu soll sichergestellt werden, dass Energie nur zu den Zeiten, an den Orten und in den Mengen verbraucht wird, die absolut notwendig sind. Auch durch die Zusammenlegung von Reinräumen wird das Unternehmen weitere Energie einsparen.

4. Unterstützung von Mitarbeitern bei Wiederaufforstung und Umweltaktivitäten Epson wird den Beitrag von Gemeindeverwaltungen und NPO/NGO fördern. Hierzu sollen Wiederaufforstungsprogramme geschaffen werden, an denen sich Epson- Mitarbeiter ehrenamtlich beteiligen können und die den Bedürfnissen der Kommunen entsprechen, in denen Epson tätig ist.

Darüber hinaus wird Epson Ideen von Mitarbeitern sammeln und Unterstützung für Umweltschutzprogramme leisten, an denen sie teilnehmen können. Bei diesem 10-Jahres-Plan handelt es sich um ein unternehmensweites Projekt. Epson wird flexibel an die geplanten Initiativen herangehen und sie im Falle neuer Erkenntnisse in Umweltfragen oder eines erhöhten Interesse von Akteuren an Umweltthemen oder ähnlichem bei Bedarf anpassen. Folglich werden die Initiativen sich mit der Zeit weiterentwickeln, so dass das Unternehmen sein Potential voll ausschöpfen kann. „Epson zeigt der Welt, dass das Unternehmen die Bekämpfung der globalen Probleme ernst nimmt. Unser Ziel ist es, die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus unserer Produkte und Dienstleistungen hinweg bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu aktuellen Werten um 90% zu senken, um die Emissionen unter der CO2-Aufnahmefähigkeit der Erde zu halten. Wir möchten andere Mitglieder der Drucker- und Bildverarbeitungsbranche einladen, sich unseren Zielen anzuschließen oder diese noch zu verbessern. In diesem Falle – und nur in diesem Falle – würden wir uns über den zweiten Platz freuen“, so Akihiko Sakai.

Er fügte hinzu: „Wir möchten alle Branchen einladen, sich uns bei der Suche nach konkreten Wegen zur Bekämpfung der Probleme im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel anzuschließen. Jeder, der in der Lage dazu ist, hat die Verantwortung, sein Verhalten im Sinne einer Reduzierung der Umweltbelastung zu ändern. Es geht nicht darum, ob wir diese Ziele erreichen können oder nicht. Wir wissen alle: Ein Versagen hätte verheerende Konsequenzen und ist schlichtweg keine Option.“ Im Bereich Klimawandel fordert Epsons Vision 2050 eine Reduzierung der direkten CO2- Emissionen um überwältigende 90% sowie den vollständigen Ausschluss anderer Treibhausgasemissionen durch das Unternehmen. Epson wird diese Reduzierung durch Verminderung des CO2-Ausstoßes in Reinräumen forcieren, der derzeit 40% aller Emissionen des Unternehmens ausmacht. Die technischen Innovationen von Epson tragen maßgeblich zur Energieeinsparung bei, da der Energieverbrauch von Tintenstrahldruckern in den vergangenen 4 Jahren um 73% und der von Projektoren in den letzten 10 Jahren um 90% gesenkt wurde. Die einzigartige, von Epson für seine langlebigen Druckköpfe entwickelte, Micro Piezo Technologie reduziert den Spannungsund Strombedarf und verringert somit erheblich den Energieverbrauch. Die gleiche Technologie wird eingesetzt, um die Menge an z.B. für die Herstellung von Chips und anderen elektronischen Bauteilen eingesetzten Rohstoffen zu reduzieren. Dies ist ein erster Schritt, um die Ressourcenknappheit anzugehen, mit der die Welt in Kürze zu kämpfen haben wird und die bereits am gewaltigen Anstieg der Rohstoffpreise in den letzten Jahren erkennbar wird. Auch wenn der Temperaturanstieg auf nur zwei Grad eingedämmt werden kann, könnte die Erderwärmung möglicherweise das Aussterben von 25% aller natürlichen Arten bedeuten. Deshalb wird Epson sich auch auf den Schutz des Artenreichtums konzentrieren; wir können nicht hinnehmen, dass wir 25% aller natürlichen Arten verlieren. Seit mehreren Jahren führt Epson Aktivitäten im Bereich Wiederaufforstung und Waldschutz durch. Diese finden an verschiedenen Orten rund um den Globus statt, wie etwa in Indonesien, auf den Philippinen, in Portugal oder Deutschland. Der Schutz von Wäldern und anderen wertvollen Ökosystemen wird dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhalten.

Epsons Umweltvision 2050 umfasst einige schwierige Aufgaben, die ganz neue Ansätze und Lösungen erfordern, welche eventuell drastische Veränderungen innerhalb der Unternehmensorganisation voraussetzen. Aus diesem Grunde wird sowohl in Japan als auch in Europa ein Expertengremium eingesetzt. Das Ziel eines Umwelt-Sachverständigenrates ist es, den unabhängigen Rat von Experten zu nutzen, um Methoden zu finden, die für die Realisierung der langfristigen Vision von Epson notwendig sind. Dieser Prozess besteht aus verschiedenen Phasen, die sich auf die Zusammensetzung des Gremiums auswirken werden. Epson wiederum wird seine Forschungsergebnisse in Bezug auf die Reduzierung von Emissionen und Rohstoffknappheit mit anderen Unternehmen teilen, die einen stärkeren Beitrag zu einer besseren Welt leisten wollen.