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"Die Technologie sollte man keineswegs als Spielerei abtun, sie hat das Zeug, die Benutzerergonomie deutlich zu steigern," so Raimund Ruf.

In der industriellen Automatisierung herrscht seit über zehn Jahren ein starker Trend zu Touchscreen-Bildschirmen. Diese sind in unterschiedlicher Technik mit Eignung für verschiedene Umgebungsbedingungen und Einsatzzwecke verfügbar und haben einen hohen Reifegrad erreicht. „Touchscreens werden auf Grund der weit größeren Flexibilität in immer mehr Einsatzbereiche vordringen“, sagt Raimund Ruf, Business Manager HMI bei B&R. „Zugleich sehen wir eine immer größere Bedeutung der Benutzerergonomie.“ Diese Technologie bietet das Potenzial für den nächsten großen Innovationssprung im Bereich der Bedienkonzepte im Maschinenbau und verspricht eine deutliche Steigerung der Benutzerfreundlichkeit.

Die von Smart-Phones bekannte Technologie basiert auf der gleichen von Single-Touches bekannten Plattformen wie dem analog resistiven oder dem Projected-Capacitive-Touchscreen, die technologisch zu Multitouch-Systemen erweitert wurden. Im Gegensatz zu klassischen Touchscreen-Ausführungen werden dabei die Positionen mehrerer gleichzeitig auftretender Berührungen erkannt und ausgewertet. In der Unterhaltungs- und Büroanwendung wird diese Funktion beispielsweise zum Vergrößern oder Verkleinern eines Bildausschnittes mittels Zoom Funktion per Zwei-Finger Spreizbewegung genutzt.

„Im industriellen Umfeld ergeben sich interessante Einsatzmöglichkeiten“, ist Raimund Ruf überzeugt. „Sie hat das Zeug, die Benutzerergonomie deutlich zu steigern.“ Natürlich kann auch die Visualisierungssoftware Zoom-Funktionen nutzen. Deren Anwendung sieht man jedoch eher im Bereich Inbetriebnahme- und Wartung. Wesentlich größere Bedeutung misst man der Möglichkeit bei, die Anlagenbedienung zu vereinfachen und zugleich sicherer zu gestalten.

Mit Sicherheit schneller

Über Multitouch-Panels kommt der Bediener schneller ans Ziel, da auf komplexe Menüebenen verzichtet werden kann. Dazu tragen zum Beispiel verschiebbare Buttonleisten bei. Auch das Scrollen in Listen wird einfacher, da der Bediener die Liste selbst verschiebt und nicht schmale Slider benutzen muss. Das, sowie das Nutzen von Wischbewegungen zum Seitenwechsel, macht den Vorgang für das Bedienpersonal intuitiv verständlicher, aber auch wesentlich schneller als die sequenzielle Arbeitsweise in einem Single-Touch System. Ebenso bedeutend wie die Schnelligkeit ist das Erhöhen der Bediensicherheit. Wird ein Bedienschritt durch einen weiteren Button verriegelt, der mit der zweiten Hand gleichzeitig bedient werden muss, ist eine Fehlbedienung durch zufällige Berührung ausgeschlossen. „Auch wenn das keinesfalls eine fehlersichere Zweihandbedienung ersetzt, kann die Multitouch-Bedienung auf diese Weise unbeabsichtigte kritische Bedienschritte verhindern“, sagt Raimund Ruf. 

SPS/IPC/Drives 2011
Halle 7, Stand 206