Anfang Juni wurde die EPSG (Ethernet Powerlink Standardization Group) offiziell als Verein in der Schweiz gegründet. Was als offene Zusammenarbeit der Firmen B&R, Hirschmann Electronics, Lenze, Kuka Roboter und der Zürcher Hochschule Winterthur rund um das Thema Echtzeit-Ethernet begann, hat nun ein rechtliches Fundament und eine klare organisatorische Basis. Gleichzeitig konnten mit den Antriebstechnik-Firmen Baldor und Lust die ersten neuen Mitglieder in der EPSG begrüßt werden. Der Verein arbeitet an der technischen Weiterentwicklung, Verbreitung und Standardisierung von Datenübertragungen in Echtzeit über das Ethernet. Bei seinem Ansatz legt er besonderen Wert darauf, dass man keine speziellen Hardwarebausteine wie ASICs, sondern nur Standard-Bausteine benötigt und keine etablierten Standards verletzt. „Nur auf diese Weise verschaffen wir Drittanbietern und Endanwendern die Sicherheit aber auch die Flexibilität Implementierungen auf Ihre Anwendungen maßzuschneidern“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Kiel. Die EPSG setzt auf eine enge Kooperation zu den etablierten Ethernet-Vereinigungen wie z. B. der IAONA und sieht sich damit nicht als Konkurrenzverein.
Um die Technologie voranzutreiben, hat der Verein schon mit der internationalen Anwender und Herstellervereinigung CAN in Automation (CiA) e. V. vereinbart, dass die CANopen-Geräteprofile auch in Ethernet Powerlink-Geräten genutzt werden. Darüber hinaus will man ein zum CANopen-Kommunikationsprofil funktionskompatibles Profil für Ethernet Powerlink definieren. Daraus ergibt sich dann eine Durchgängigkeit vom einfachen Sensor über schnelle Antriebssysteme bis zu Ethernet-basierenden Fabriknetzwerken. Der Maschinen- und Anlagenbauer hat durch die Verwendung der CANopen-Profile über preisgünstige Gateways einen einfachen Migrationspfad von CAN‧open zu Ethernet Powerlink und umgekehrt. Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit sollen bereits zur SPS/IPC/Drives im November vorliegen.