Euro-Flagge

Europa zeigt Flagge! Mit dem unerwartet raschen Siegeszug des Euro ist Europa selbstbewusster und vereinter, denn je. Ideale Voraussetzungen, um auch technologisch Schritt für Schritt an die Spitze zu stürmen und somit die Nase vor den hartnäckigen Mitbewerbern zu haben. Investitionen in Forschung und Entwicklung waren schon immer eine Grundvoraussetzung, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dieser Tatsache folgend, hat die Europäische Union eine Reihe von internationalen Forschungsprogrammen initiiert. So auch MEDEA+.
MEDEA+ steht für Microelectronics for Developments for European Applications und ist das bis 2008 andauernde Nachfolgeprogramm von MEDEA. Gestartet vor genau einem Jahr, kann die groß angelegte Forschungsoffensive bereits auf zwei durchgeführte Ausschreibungsverfahren verweisen. Inzwischen haben 2.500 Ingenieure aus den verschiedensten europäischen Ländern mit umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begonnen. Derzeit werden 38 Projekte gefördert, wobei 22 Projekte in den Bereich “Anwendungen” fallen und 16 zu den “Technologien” zählen.
Die Bandbreite der Projekte spannt einen interessanten Bogen über die gesamte Mikroelektronik. Das Projektteam T201 möchte zum Beispiel durch die Realisierung einer vollen 100 nm Integration mittels eines sehr leistungsfähigen Demonstrations-Chips mit mehr als 54 Millionen Transistoren, 300 Millionen Kontaktlöchern und rund 9 km Metallleitung die Tauglichkeit des Prozesskonzeptes beweisen.
Das CRESCENDO-Projekt T123 wiederum beschäftigt sich mit den unverzichtbaren Anforderungen an eine zukünftige System-on-Chip-Technologie im “Deep-Submicron”-Bereich. Zukunftsweisende SoC-Lösungen werden vor allem für den rasch wachsenden Markt der Mikrocontroller, der mobilen Kommunikation, Smartcards etc. benötigt.
Obwohl die USA lange den Markt für Anwendungen in lokalen Netzwerken dominiert haben, stellt die drahtlose Breitbandtechnologie für die europäische Industrie eine bedeutende Chance dar, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Im UniLAN-Projekt werden deshalb Module für ein geeignetes universelles drahtloses Terminal entwickelt.
Für die Elektronikschau ist die Förderung von Forschungsinstituten und -einrichtungen schon Tradition und wird auch in dieser Ausgabe mit dem Artikel “e-” statt “CE-Zeichen” vom ARCS gelebt.
Nur gemeinsam können wir die gehievte Euro-Flagge auch in Zukunft hoch halten, meint die ES-Redaktion und Ihr
Wolfgang Stabauer