"Aloha" heißt unter anderem "Willkommen" – und genau das sind Elektroautos auf Hawaii (Foto: Alfred Vollmer)

„Aloha“ heißt unter anderem „Willkommen“ – und genau das sind Elektroautos auf Hawaii (Foto: Alfred Vollmer)

Dort wo andere Urlaub machen, ist US-Präsident Obama geboren: In Honolulu, der größten Stadt des Staates Hawaii. Die größte Zeitung des 50. US-Bundesstaates, der Staradvertiser, veröffentlichte gestern in ihrer Sonntagsausgabe auf der ersten Seite einen großen Bericht unter dem Motto „Die ersten Hochspannungs-Elektroautos sind auf Hawaii eingetroffen“.

Der Staradvertiser ist eine typisch-amerikanische Lokalzeitung mit all den landestypischen Eigenheiten. Um so interessanter ist es, dass eine solche Meldung es auf Seite 1 schafft, wo es ja darum geht, möglichst viele Leser zum Kauf der Tageszeitung zu animieren.
Noch interessanter ist es jedoch, dass bereits der zweite Satz des Beitrags erwähnt, dass dieses Elektroauto den mit 240 V arbeitenden internationalen Lade-Standard J-1772 unterstützt. Etwa 50% des gesamten Artikels beschäftigen sich dann mit Ladestationen von der technischen Seite sowie unter dem Aspekt der Verfügbarkeit.

Hawaii erzeugt derzeit über 90% seiner elektrischen Energie aus fossilen Brennstoffen, will aber bis 2030 mindestens 40% seiner Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Derzeit entsteht auf der Insel Oahu, auf der sich auch die Hauptstadt Honolulu befindet, eine 30-MW-Windkraftanlage, die pro Jahr 83 Millionen kWh liefern soll.

Obwohl die Luftqualität in der der Großstadt Honolulu trotz vieler Autos recht gut ist und bei weitem nicht so schlecht ist wie in Los Angeles oder gar in Shanghai etc., herrscht auf der Inselkette derzeit ein regelrechter Elektroauto-Hype – und zwar auch auf den anderen Inseln. Auf der Hawaii-Insel Maui gibt es beispielsweise den Autovermieter Exotic Car Rentals, der nicht nur einen Jeep Wrangler Sport für $ 89 pro Tag, einen VW Cabrio für $ 99 pro Tag oder einen Lamborghini Murcielago für $ 2500 pro Tag , sondern auch einen Zweisitzer-Elektrowagen für $ 100 pro Tag vermietet, wobei das Elektroauto mit maximal 25 Meilen/h (knapp 40 km/h) bis zu 60 Meilen (unter 100 km) pro Batterieladung fährt. Vor einigen Jahren hatte das Unternehmen übrigens auch den Smart als Exotic Car im Vermietprogramm.

PS: „Hochspannungs“-Elektroautos sind Elektroautos aus unserer Sicht – im Gegensatz zu den meist mit Bleibatterien betriebenen Golfkarts etc. Die meisten Mieter der Elektroautos dürften dabei die amerikanischen Touristen sein, die über 50% der Inselbesucher ausmachen. (av)