AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: In welchen Bereichen ist P3 aktiv?

Dr. Christof Horn: Wir sind 1996 als „P3 Ingenieurgesellschaft“ gestartet. In den ersten Projekten ging es um die Schnittstellen in den Prozessen und Unternehmensstrukturen der Automobilindustrie, um neue Ansätze im Qualitätsmanagement und bessere Prozess-Steuerung.

Dr. Christof Horn: Wir sehen eine große Chance darin, dass die  OEMs diejenigen Themen gemeinsam betreiben,  bei denen sie sich gegenüber dem Kunden nicht differenzieren können.

Dr. Christof Horn: Wir sehen eine große Chance darin, dass die OEMs diejenigen Themen gemeinsam betreiben, bei denen sie sich gegenüber dem Kunden nicht differenzieren können.P3

Schon damals war uns die Nähe zur Technologie sehr wichtig. Heute konzentrieren wir uns auf vier Branchen: Automobil, Telekommunikation, Luftfahrt und Energie. Unsere Kunden haben eines gemeinsam: Sie entwickeln sehr komplexe Produkte. Für solche Aufgaben braucht man immer gute Strategien und Konzepte, ein funktionierendes Prozess- und Projektmanagement und aber auch die technologische Tiefe. Das decken wir komplett ab, denn wir haben recht schnell gemerkt, dass gute Beratung eigentlich nur geht, wenn man auch umsetzen kann und das Produkt versteht.

Sebastian Keller: Auch im Engineering oder Testing profitieren wir stark von unserem Prozess- und Projekt-Know-how. In der Automobil-Branche sind wir im Engineering zwar noch kein Vollanbieter für alle Domänen; hier sind wir Spezialisten für das Testen der E/E-Systeme inklusive Li-Ionen-Batterien, Leistungselektronik und Lade-Infrastruktur. Wir konstruieren aber auch und übernehmen die Serienbetreuung von Systemen.

Dr. Christof Horn: In der E-Mobilität unterstützen wir als Beratung die meisten OEMs und viele Zulieferer und können über eine gemeinsame Tochterfirma mit der RWTH Aachen die ganze Kette von der Batteriezelle bis zum Stromnetz technologisch abdecken.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was würden Sie als besondere Merkmale von P3 beschreiben? Worin unterscheiden Sie sich?

Dr. Christof Horn: Der Satz „Aus der Praxis für die Praxis“ hat uns von Anfang an begleitet – also pragmatische Lösungen finden und bis zum Umsetzungserfolg dabeibleiben. Und nicht vorgefertigte Lösungen verkaufen, die man gerade dabei hat. Das ist in der Beratung nicht immer üblich.

 Sebastian Keller.

Sebastian Keller.P3

Sebastian Keller: Das Spektrum, welches wir anbieten, ist schon ungewöhnlich groß. Die meisten Firmen bieten eben entweder Beratung oder sie sind Ingenieurdienstleister. Wir können inzwischen unsere Automotive-Kunden vollwertig auf allen drei Ebenen begleiten: als Management-Beratung, in der Umsetzung und Implementierung bis zum Testing.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Herausforderungen sehen Sie beim Connected Car?

Dr. Christof Horn: Die meisten Innovationen sind erst einmal einfach neue Technologien. Das ist beim Connect Car aber ganz anders; hier ändern sich drei fundamentale Dinge: Statt eines Produkts wird jetzt eine Dienstleistung verkauft, die ich 365 Tage im Jahr betreiben muss. Zweitens wird aus einer klassischen Zulieferer-Pyramide, in der der OEM oben sitzt, ein komplexes Netzwerk von Partnern, Betreibern, Aggregatoren, Dienstleistern, das ich nicht mehr top down steuern kann. Da sind auch einige Partner dabei, die ein OEM im bislang gewohnten Sinne überhaupt nicht steuern kann – wie geht das mit Google und Apple? Und drittens bekomme ich eine Menge zusätzlicher Prozesse ins Haus, die es bislang hier nicht gibt: Billing, Roaming, Provisioning, Rechtemanagement und vieles mehr – und das alles über den gesamten Life-Cycle des Fahrzeugs.

Aus den anderen Branchen kann man zum Glück aber auch viel lernen. Wir haben weltweit über 500 Mobilfunk-Experten und arbeiten mit den Netzbetreibern und Handy-Herstellern zusammen. Dort ging es schon immer darum, dass die gesamte Dienste-Kette end-to-end funktioniert. Den Kunden interessiert es überhaupt nicht, welches Glied in der Kette nicht funktioniert; er möchte nur seinen Dienst nutzen. P3 führt zum Beispiel seit Jahren für die Zeitschrift „Connect“ den großen Netztest in Deutschland durch und benchmarkt die Qualität der verschiedenen Netze und Dienste.

Dr. Christof Horn (rechts) und Sebastian Keller (mitte) im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer.

Dr. Christof Horn (rechts) und Sebastian Keller (mitte) im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer.P3

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was sollten die OEMs aus Ihrer Sicht tun?

Dr. Christof Horn: Die schnellen Lebenszyklen der Consumer-Welt passen nur schwer mit den im Vergleich dazu langsameren Zyklen der Automobilentwicklung zusammen. Es ist daher wichtig, die Prozesse und Organisationen sinnvoll vom Rest zu entkoppeln und sie damit schnell und flexibel zu machen. Man kann gerade schön sehen, wie alle mit dem Thema Entscheidungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit zum Connected Car kämpfen. Es ist daher sinnvoll, Prozess-Expertise von außen, außerhalb der Auto-Branche, reinzuholen. So kann schneller benötigtes Know-how über das Betreiben von Prozessen und Dienstleistungen aufgebaut werden.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Herausforderungen sehen Sie im Bereich der Elektromobilität?

Dr. Christof Horn: Auch bei der Elektromobilität kann man das Fahrzeug nicht mehr singulär betrachten. Wir haben gerade ein Projekt mit den fünf deutschen OEMs Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen durchgeführt, bei dem es darum ging, gemeinsam einen Standard für einen Teilbereich des Ladens festzulegen. In diesem Projekt haben wir auf Seite P3 vier ganz verschiedene Kompetenzen benötigt: E/E-Prozesse, Mobilfunk und Powerline, Bussysteme im Fahrzeug sowie der Anschluss ans Netz der Energieversorger. Und es war im Projekt wichtig, auch die Prozesse, die Entscheidungswege und die Denkweisen der fünf beteiligten Firmen zu verstehen. Eine solche Kombination von Kompetenzen brauchen wir in immer mehr Projekten.

Sebastian Keller: Derzeit führen wir für mehrere OEMs operative Lade-Testfahrten durch, bei denen die Kompatibilität der E-Fahrzeuge mit den Ladesäulen abgesichert wird, so dass man zum Beispiel auch im Urlaub sicher laden kann. Hier ist es oft die Herausforderung, den Test- und Fehlerabstellprozess sauber auszusteuern – mit allen Beteiligten: OEM, Zulieferer, Ladesäulen-Betreiber, Telekommunikation.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was ist der Schwerpunkt von P3 im Bereich Testen?

Sebastian Keller: Unsere beiden Kernthemen sind momentan Elektromobilität und Infotainment, in dem das Connected Car einen Teilbereich darstellt. In beiden Themenfeldern verändert sich die Technologie sehr schnell.

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P3

Schnelle Veränderung heißt schnelle Entwicklungsprozesse, und damit gibt es potenziell viele Fehler. Wir helfen, diese Fehler zu finden. Die fachliche Expertise ist wichtig, fast noch wichtiger aber sind Methodik und Struktur. Im Infotainment decken wir dabei seit Jahren alles ab, insbesondere auch die Mobilfunk- und IT-Prozesskette und die Consumer-Devices. Neu hinzugekommen sind Schnittstellen wie Rückfahr- und Rundumsicht-Kameras, Kombiinstrumente sowie Car-Functions.

Dr. Christof Horn: In der E-Mobilität testen wir vor allem Lader, Inverter, Batterie-Management-Systeme und auch die Batteriezellen selbst. Im Fokus sind meist Software- und Modul-Tests in einer ganz frühen Phase über Integrationstests auf dem Steuergerät bis zu den Systemtests. In Aachen haben wir ein eigenes Kompetenz- und Test-Zentrum für Batterien sowie das Stromnetz mit der passenden Infrastruktur, wo wir große Packs testen können.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Warum ist das Testen von E/E eigentlich immer noch so schwierig?

Dr. Christof Horn: Seit etwa zehn Jahren beschäftigen wir uns in der Beratung mit den E/E Testprozessen und haben ganze Test-Landschaften analysiert, um beispielsweise Schnittstellen-Probleme zwischen Fachbereichen zu erkennen oder die Zusammenarbeit zwischen den Marken eines Konzerns im Testing zu optimieren. Was haben dabei gesehen, dass es einerseits schwierig ist, die Testumfänge richtig und maßvoll festzulegen – also was genau soll ich überhaupt absichern – und andererseits im Projektverlauf die Testinhalte sauber zu steuern, gerade auch im Zusammenspiel zwischen OEM und Zulieferer.

Dr. Christof Horn.

Dr. Christof Horn.P3

Hier haben wir die Vision, dass man mit neutralen Testhäusern, die für den OEM und seine Zulieferer nach vordefinierten Standards testen, deutlich besser absichern kann als wenn beide Seiten gegeneinander testen. Als neutraler Tester kann man hier für alle Kosten sparen, indem man beim Testen immer größere Gewerke zentral vergibt und dann allen Beteiligten Zugriff auf die Testergebnisse gewährt.

Sebastian Keller: Eine weitere Herausforderung beim Testen ist die Steuerung. Meistens funktioniert das Testen beim OEM noch so: Er kauft sich fachliche Experten ein, für ein bestimmtes Bussystem, eine Funktion etc., die er dann mit hohem Aufwand selber steuert. Es ist aber sehr schwierig, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Experten in der richtigen Menge zu haben, die dann auch noch das Richtige testen. Gutes Testen geht aus unserer Sicht ausschließlich, wenn man neben der Fachexpertise in der Lage ist, die Tests sauber zu operationalisieren. Wir nennen das P3 Test-Factory.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was verstehen Sie unter „Test Factory“?

Sebastian Keller: Aus unserer Sicht ist das Testen in Wirklichkeit ein Produktionsprozess – kein Entwicklungsprozess. Der Testprozess muss nämlich reproduzierbar, dauerhaft und sicher Ergebnisse in hoher Stückzahl abliefern. Dazu muss ich ihn operationalisieren und in der Qualität absichern können. Die Steuerung des „Testkette“ wird damit neben der fachlichen Expertise zu unserem wesentlichen Erfolgsfaktor.

S. Keller: Wir haben nur eine Hierarchieebene,  denn wir sind nicht klassisch in Abteilungen oder feste Teams strukturiert, sondern wir ticken in Projekt-Teams, in denen einer für eine gewisse  Zeit die Verantwortung für den Kunden und das Team übernimmt.

S. Keller: Wir haben nur eine Hierarchieebene, denn wir sind nicht klassisch in Abteilungen oder feste Teams strukturiert, sondern wir ticken in Projekt-Teams, in denen einer für eine gewisse Zeit die Verantwortung für den Kunden und das Team übernimmt.P3

Wir haben dazu sieben Teilprozesse der P3 Testkette definiert. Schwächen in einem einzelnen Teilprozess reichen aus, um die gesamte Absicherungsqualität zu gefährden. Auch in rein operativen Testaufträgen geben wir unseren Kunden Hinweise, wie sie bei sich diese Testkette optimieren können.

Dr. Christof Horn: Für die Entwicklungsbereiche ist zudem wichtig, dass die Tests skalierbar sind, der Management-Aufwand idealerweise aber konstant bleibt. Wir haben daher viel Aufwand in die Erarbeitung und das Training der Testprozesse investiert und können so eine hohe Flexibilität erreichen. In der P3 Test Factory arbeiten inzwischen über 250 Testingenieure in Deutschland und 80 in den USA. Wir übernehmend zunehmend größere Testgewerke, bis zur kompletten Systemintegration oder den Betrieb ausgelagerter HiLs.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche zusätzlichen Herausforderungen sehen Sie denn für die Automobil-Branche?

Dr. Christof Horn: Generell werden die funktionalen Schnittstellen immer komplexer. Früher hat ein Tier-1 ein in sich recht abgeschlossenes System geliefert. Heute schnüren die OEMs die Bündel auf und kaufen die Software-Module von verschiedenen Spezialisten ein, liefern vielleicht das HMI dazu, lassen manches dann integrieren oder übernehmen auch dies selber. Dazu kommt, dass die Funktionen erneut stärker vernetzt werden. Statt einer intelligenten Bremse und einem intelligenten Tempomat bilden wir jetzt per Sensordaten-Fusion ein Abbild der Umwelt, und in zentralen Steuergeräten werden dann hochkomplexe Funktionen realisiert. Das muss in den Prozessen und Organisationsstrukturen sauber befähigt werden.

Sebastian Keller: Auch in rein technischer Hinsicht gibt es an den Schnittstellen große Herausforderungen. Wir testen im Infotainment sehr intensiv die Schnittstellen zu Consumer-Produkten, und dort trifft eine hochdynamische variantenreiche Branche, die es mit der Implementierung nicht so genau nimmt, auf die automobilen Qualitätsstandards. Eines unserer Spezialgebiete ist alles zum Thema Medien, USB, Bluetooth, SD-Karten etc., was wir in unseren Medien-Sets abbilden. Wir haben in den letzten Jahren damit quasi einen Industriestandard aufgebaut, der bei etwa 100 Kunden im Einsatz ist. So gibt es nun über die Medien-Sets einen sehr effizienten Austausch über Integrationsprobleme an den Consumer-Schnittstellen, von dem OEMs und Zulieferer gemeinsam profitieren.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie sehen Sie das aktuell sehr intensiv diskutiere Thema Security angesichts der höheren Vernetzung?

Dr. Christof Horn: Im Telekom-Bereich sind wir da schon seit Jahren intensiv tätig. Wir führen Security-Audits für Netzbetreiber durch und machen dann die Prozesse und Tools sicherer: Wie kann ich Netze abschotten, wie kann ich sie performanter und robuster machen? Im Connected Car wird das Thema definitiv wichtig werden, auch in den Systemen und Prozessen, die das Fahrzeug umgeben. Daher muss auch das Netzwerk der Datenlieferanten, Aggregatoren, Betreiber etc. sicher sein – ganz gleich, wo sie sitzen und wie sie eingebunden sind. Wir sind mit unseren Experten aus der Telekom-Branche zur Zeit mit mehreren OEMs im Gespräch, was dies für die Automotive-Prozesskette bedeutet.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie sehen Sie die Diskussion über die Zusammenarbeitsmodelle?

Sebastian Keller: Für die aktuelle Diskussion über Arbeitnehmer-Überlassungen und Gewerke-Vergaben haben wir schon seit langem passende Lösungen. Unser Geschäftsmodell ist es von Anfang an gewesen, dass wir Gewerke und klar definierte Leistungen abliefern, auch und gerade im Testing.

S. Keller: Eines unserer Spezialgebiete ist alles zum Thema Medien, USB, Bluetooth, SD-Karten etc., was wir in unseren Medien-Sets abbilden. Wir haben in den letzten Jahren damit quasi einen Industriestandard aufgebaut, der bei etwa 100 Kunden im Einsatz.

S. Keller: Eines unserer Spezialgebiete ist alles zum Thema Medien, USB, Bluetooth, SD-Karten etc., was wir in unseren Medien-Sets abbilden. Wir haben in den letzten Jahren damit quasi einen Industriestandard aufgebaut, der bei etwa 100 Kunden im Einsatz.P3

Wir definieren mit den Kunden sogenannte Test-Pakete, die dann nach Bedarf abgerufen und geliefert werden. Das bringt für den Kunden eine große Flexibilität und gleichzeitig hohe Qualität.

Dr. Christof Horn: Der Trend, größere Gewerke zu schnüren, um von vielen Einzel-Beauftragungen wegzukommen, funktioniert auch in Themen wie dem Prozess-Management oder der Programm-Planung. In einem Gewerk sind dann etwa 20 bis 50 Ingenieure. Das machen wir in der Luftfahrt schon seit Jahren. So hat beispielsweise Airbus/EADS das Variantenmanagement und Konfig-Management komplett an uns ausgelagert. Wir sind jetzt gerade dabei, bei den OEMs auch im Bereich Elektrik/Elektronik derartige Gesamt-Gewerke zu steuern.

Solche Großgewerke erfordern meist auch eine weltweite Präsenz. Wir testen mit 80 Mitarbeitern für die amerikanischen OEMS an drei Standorten in den USA. Außerdem spüren wir überall den Kostendruck, auch in kostengünstigeren Ländern zu testen. Das geht dann nur als Gewerk und mit professioneller Steuerung. Wir bieten seit Jahren Near-Shoring in Serbien und Off-Shoring in Indien an. Zur Zeit bauen wir unsere chinesische Tochter mit Standorten in Shanghai, Peking und voraussichtlich Changchun auf.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wo sollten die OEMs aus Ihrer Sicht mehr zusammenarbeiten?

Dr. Christof Horn: Wir sehen eine große Chance darin, dass die OEMs diejenigen Themen gemeinsam betreiben, bei denen sie sich gegenüber dem Kunden nicht differenzieren können. Die Ladeinfrastruktur ist ein solches Thema: Muss jeder OEM die gleichen Probleme der völlig zersplitterten Infrastruktur am eigenen Leib erfahren? Oder wäre es nicht schlauer, ein neutrales Testhaus zu haben, das die nicht wettbewerbsrelevanten Aspekte besser absichert und auch schneller lernt?

Sebastian Keller: Ähnlich ist es mit Apps im Fahrzeug. Welche App darf rein, wie wird die Driver-Distraction abgesichert und so weiter. P3 ist ja seit 2008 bei den fünf deutschen OEMs zertifiziertes Media-Drive-Testhaus. Wir prüfen somit CD-Laufwerke und -Wechsler sowie Festplatten auf deren Automotive-Tauglichkeit und vergeben ein einheitliches Prüfzertifikat, das es den OEMs zur ermöglicht, Laufwerke in ihren Funktionen und Fähigkeiten vergleichbar zu machen. So etwas ist auch für andere Bereiche sehr sinnvoll.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie charakterisieren Sie den Management- und Arbeitsstil von P3?

Dr. Christof Horn: Wir sind eine relativ junge Firma, das gilt auch für die Mitarbeiter. Wir setzen sehr darauf, dass die Leute eigenverantwortlich agieren und einen großen persönlichen Freiraum haben. Wir haben das hingekriegt, indem wir die mehr als 2000 Mitarbeiter in 10 Tochterfirmen organisiert haben, die sich alle wie eine Familie anfühlen. Die Tochterfirmen sorgen dafür, dass wir immer wieder klein und beweglich bleiben und auch sehr fokussiert auf den Kunden sein können. Das fällt auch unseren Kunden positiv auf.

Sebastian Keller: Wir haben eigentlich nur eine Hierarchieebene, denn wir sind nicht klassisch in Abteilungen oder feste Teams strukturiert, sondern wir ticken in Projekt-Teams, in denen einer für eine gewisse Zeit die Verantwortung für den Kunden und das Team übernimmt. Wenn die Projekte es erfordern, dann bauen wir das Team wieder um. Wir haben somit kein statisches Organigramm sondern eher eine flexible Netzwerk-Struktur. Dabei ist die Kommunikation auch innerhalb dieses Netzwerks wichtig, das fördern wir sehr gezielt.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie sehen Sie die zukünftige Rolle von P3 in der Automobil-Elektronik?

Dr. Christof Horn: Wir wollen als verlässlicher Partner der Automobil-Industrie einen Beitrag dazu leisten, dass die Integration der verschiedenen Welten Automotive, Telekommunikation und Energie reibungslos funktioniert und dass wir damit gemeinsam die Kunden begeistern.