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Der Aufschwung in der deutschen Bauelementedistribution hält laut FBDi e.V. an: Auch im dritten Quartal konnten die Distributoren zweistellig zulegen und den Umsatz um 20,4% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres steigern. Das Auftragsplus schwächte sich ein wenig ab, so dass die Book-to-Bill-Rate knapp unter 1 (0,97) rutschte. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Auftragsentwicklung mit 15,8% immer noch deutlich im Plus. Der konsolidierte Komponentenumsatz aller FBDi-Mitgliederlag mit 590 Million Euro sogar leicht über dem zweiten Quartal 2006.

Die Halbleiter waren ein weiteres Mal verantwortlich für den starken Anstieg, mit einem Wachstum von rund 21%. Auch die Elektromechanik legte mit 24% überdurchschnittlich zu, während die passiven Komponenten mit 13% ihr Wachstum gegenüber den Vorquartalen zwar beschleunigten, aber dennoch deutlich unter dem Durchschnitt blieben. In konkreten Zahlen betrug der Distributionsmarkt für Halbleiter im dritten Quartal rund 415 Mio. Euro, der für passive Komponenten knapp 95 Mio. Euro und der für Elektromechanik gut 68 Mio. Euro. Die Umsatzverhältnisse zwischen diesen Komponentenbereichen betrugen 71% für Halbleiter, 16% für passive und 12% für elektromechanische Komponenten. Interessanterweise hat sich der Umsatz mit Stromversorgungen seit dem Vorjahr fast verdoppelt, allerdings auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau.

Beim Auftragseingang schlägt in der Zwischenzeit eine leichte Abschwächung durch. Bei den Halbleitern lag der Zuwachs im Aufragseingang im Zeitraum von Juli bis September nur noch bei 13,8%. Im passiven Bereich wuchsen die Aufträge um 9,5%, in der Elektromechanik um 30,8%. Konsolidiert für die ersten neun Monate liegt der Auftragsbestand immer noch um 22% über dem Vorjahr, was eine Book-to-Bill-Rate für diesen Zeitraum von 1,04 ergibt.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet) erklärt zu den gegenwärtigen Entwicklungen: „2006 wird, das kann man jetzt schon sagen, ein extrem erfolgreiches Jahr für die deutsche Bauelementedistribution, mit einem Wachstum deutlich über der 15%-Marke. Im europäischen Vergleich nimmt die Stärke des deutschen Marktes schon drastische Züge an, denn beispielsweise setzte die deutsche Halbleiterdistribution in der Zwischenzeit genausoviel um wie die vergleichbare Distribution in UK, Frankreich und Italien zusammen.“ Nach wie vor sei, so Steinberger, eine einzelne Ursache für die deutsche Sonderkonjunktur nicht zu erkennen. Allenfalls gebe es, wie kürzlich im Kreise der Mitglieder festgestellt, einen signifikanten Einfluss von RoHS – ein Viertel des Wachstums in 2006 soll darauf zurückzuführen sein, dass Kunden in 2005 eher zögerlich, 2006 dafür umso stärker RoHS-konforme Ware geordert haben.