Die mehrmals täglich stattfindenden Rundgänge entlang der Demolinie werden von Fachbesuchern gut angenommen.

Die mehrmals täglich stattfindenden Rundgänge entlang der Demolinie werden von Fachbesuchern gut angenommen. Mesago/Thomas Geiger

Das diesjährige Thema „… And Hardware For All“ der Live-Fertigungslinie Future Packaging greift die aktuellen Strömungen in der Hardware-Szene auf. Während die klassischen Impulsgeber, wie etwa große Consumer-Electronics-Hersteller, sich Jahr für Jahr eher in mehr oder minder innovativer Modellpflege üben, kommen aus der Maker- und Crowdfunding-Szene fast täglich neue Ideen. Befeuert durch vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten, sind die großen Themen wie Industrie 4.0 und IoT äußerst attraktive Betätigungsfelder für kleine flexible Entwicklerteams. Bedingt durch die Entwicklungen, basierend auf Anwenderbedürfnissen, sind viele dieser Produkte nicht fertigungsoptimiert. Daraus resultieren für die komplette Job-Chain stark voneinander abweichende Anforderungen.

Erstmals mit täglicher Software-Demo

Starre Strukturen in den Projektierungs- und Fertigungsabläufen stellen hier ein großes Hemmnis dar. Dies erfordert die Auseinandersetzung mit einer anderen Denkweise. Es sollte ebenso flexibel mit Produktideen umgegangen werden, die nicht aus den klassischen Entwicklungsstrukturen stammen, sondern quasi direkt von der Straße in die Produktion getragen werden müssen. Unkonventionelle Ansätze der Produktumsetzung sind die Stärken modern aufgestellter Unternehmen.

Effektiver Infor-mationstransfer

Der etwa 1020 m² große Gemeinschaftsstand „Future Packaging“ will in 2017 die knapp bemessene Zeit der Besucher der SMT Hybrid Packaging effizient und agil mit Informationen füllen. Die dreimal täglich stattfindenden Führungen während der Live-Fertigung werden erstmalig von einer täglichen Software-Demonstration eingeleitet. Zum effektiven Informationstransfer wird es zwischen den einzelnen Führungen und Vorstellungen auf einem eigenen Future Packaging Forum kurze Pitches der verschiedensten Linienteilnehmer und Mitaussteller geben.

Es zählt dabei auch ein tieferes Verständnis aller Abläufe und Prozesse in der Fertigung sowie eine Sichtbarmachung der Verkettungen und der gegenseitigen Beeinflussungen. Machine-to-Machine-Kommunikation wird zwar immer wieder inflationär ins Feld geführt, aber von den Wenigsten sinnvoll und zielführend eingesetzt. Mentor Graphics demonstriert daher auf dem vom Fraunhofer IZM organisierten Gemeinschaftsstand die Möglichkeiten ihrer offenen Maschinengemeinschaftssprache OML (Open Manufacturing Language). OML schafft eine operative Hierarchie, durch die sich neutralisierte Informationen zwischen Fertigungsprozessen austauschen lassen. Dazu gehören Details über alle Ereignisse in der Produktion in den Bereichen Prozessleistung, Materialversorgung und -verbrauch, Rückverfolgbarkeit, Prozessergebnisse und -parameter, Prozesssteuerung (Poka-Yoke) sowie Informationen über die Qualität der Test-, Inspektions- und Reparaturprozesse, sowohl automatisiert als auch manuell. Das linienübergreifende Tool will zahlreiche Probleme in automatisierten und manuellen Prozessen lösen, die vorher nicht behandelt werden konnten. Der von Mentor Graphics eingeführte OML-Standard basiert auf mehr als fünfzehnjähriger Erfahrung in der Entwicklung von Shop-Floor-Schnittstellen.

Mannigfaltige Interaktion zwischen Mensch und Maschine: Die von 18 Maschinen- und Anlagenbauern sowie Softwareanbietern unterstützte Live-Fertigungslinie Future Packaging will Expertenwissen aus erster Hand direkt an der Maschine vermitteln.

Mannigfaltige Interaktion zwischen Mensch und Maschine: Die von 18 Maschinen- und Anlagenbauern sowie Softwareanbietern unterstützte Live-Fertigungslinie Future Packaging will Expertenwissen aus erster Hand direkt an der Maschine vermitteln. Fraunhofer

Parallel dazu zeigt Ifm Datalink, wie sich mit dem Linerecorder sämtliche der von Anlagen und Systemen generierten Daten anwenderspezfisch kanalisieren lassen. So ist es möglich, web-basiert alle Informationen und Funktionalitäten aus dem Fertigungsumfeld zugriffssicher, weltweit abzurufen und zu bedienen. Alarme und Eskalationsstrategien bei Grenzwertüberschreitungen können hinterlegt werden. Der Benutzer hat die Möglichkeit, jederzeit online, auch mit Tablet-PCs, auf die Daten zuzugreifen, bzw. wird per SMS oder E-Mail umgehend informiert. Ifm bietet Hard-und Software-Lösungen, die die Durchgängigkeit der Daten vom Sensor bis in die Welt der ERP-Systeme, sowie der Cloud-Lösungen, einfach realisieren können.

Möglichkeiten, auch Maschinen miteinander zu verknüpfen und in ein IT-Gesamtsystem zu integrieren, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Kommunikationsplattformen bisher nicht zusammenzufassen waren, werden vor Ort aufgezeigt. Dabei erschöpft sich die Thematik nicht bei M2M: ERP wird hierbei ebenso anschaulich erläutert wie auch die Bereiche der vollständigen Nachverfolgung gemäß IPC 1782 sowie schlankes Materialmanagement. Daher wird als Novum täglich eine umfangreiche Software-Demonstration stattfinden und um 09:30 Uhr den Fertigungsalltag an der Future-Packaging-Linie einläuten. Hierbei wird gesondert auf Themen wie etwa die reibungslose Software-Integration, die erweiterte Maschineninteraktion und das intelligente Data-Mining eingegangen. Produktions-, Verfolgungs- und Reportingsysteme lassen sich dabei in aller Ruhe testen und begutachten.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum SMT-Fertigung die Brücke zur IoT-Welt sein kann.

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