First in motion

Festo setzt Impulse ? nicht nur in der Automatisierungstechnik mit Pneumatic, sondern auch bei der Aus- und Weiterbildung. Unaufhaltsam forciert man die Innovation. Mit der einmillionsten Ventilinsel, die erst vor kurzem vom Band lief, wird Erfolgsgeschichte geschrieben.

Den Slogan “First in motion” sieht man bei Festo Österreich nicht nur als neue, griffige Marketingformel. Der Bereich Pneumatic mit seinem Full-Sortimenter-Angebot mit über 17.400 Komponenten sowie der Software Service lässt keine Wünsche offen. Der Webkatalog, die Konfiguratoren und die kostenlos downloadbaren CAD-Tools bieten flächendeckenden Support. Ergänzend zum Kerngeschäft bietet Festo im Bereich Didaktik laufend neue Aus- und Weiterbildungsangebote an, so unter anderem mit der MBA-Ausbildung.

Erster Industrie MBA
Im März 2002 startet der erste MBA Industrial Engineering in Österreich. Die Donau Universität Krems und Festo sind die Gründungsväter dieses Lehrganges, der sich sowohl auf das technische als auch auf das wirtschaftliche Management-Know-how konzentriert. Zur klassischen Grundausbildung zählen Basis-Module wie Strategisches Management, Unternehmensfinanzierung, Wirtschaftsrecht, International Business sowie Human Ressource Management und Kommunikationstraining. Gefolgt von den Vertiefungsmodulen, die sich mit industrienahen Themen beschäftigen und den Praxisbezug des Lehrganges sichern, erfahren die Teilnehmer eine fundierte Ausbildung. Die Fachvertiefungen orientieren sich auf die Bereiche Internationales Projektmanagement, Qualitäts-, Innovations- sowie Supply Chain Management und vermitteln die aktuellen Technologietrends im Bereich der Mechatronik. Die Vertiefungsmodule werden von Festo gestaltet. Spitzenleute aus Industrie und Wirtschaft geben Einblicke in die moderne Fertigungs- und Produktionspraxis, sowie einen Überblick zu den kommenden Trends.
Gründungsvater KR Dr. Günter Fürnsinn bemerkt dazu: “Industrial Engineering ist die Grundlage für Wachstum und Wettbewerb der modernen Industrie- und Wissensgesellschaft. Industrial Engineers müssen nicht nur technische Prinzipien anwenden können, sondern auch fähig sein, Menschen und Projekte effizient zu organisieren.”
Festo arbeitet derzeit an einem “Compact-MBA”, einer gestrafften MBA-Ausbildung, die man binnen kürzester Zeit absolvieren kann. Diese wird ab Herbst 2002 angeboten und konnte in ähnlicher Form bereits in Deutschland seit 2,5 Jahren regen Zuspruch verzeichnen. Der C-MBA wird von Festo angeboten, wobei eine Kooperation mit einer Fachhochschule oder technischen Universität angepeilt wird.
Darüber hinaus beginnt ab März erstmals gemeinsam mit der Innung der Mechatroniker und der HTL Rennweg ein Lehrgang zur Mechatronikerausbildung. Angesprochen werden hier Facharbeiter, die sich berufsbegleitend weiterentwickeln wollen. Festo Didaktik unterstreicht damit neben den klassischen Seminaren, die firmenintern oder extern sowohl als Tages- oder Abendseminare besucht werden können, seine Kompetenz als “Full-Service-Sortimenter” auch im Bereich der Bildung.

Der erfolgreiche Weg der Ventilinseln
Den Ruf als Innovationstreiber und die Marktpräsenz ? Festo ist in Europa unangefochten Spitzenreiter bei Pneumatikprodukten ? hat man sich mit konsequenter Leistung erarbeitet. So umreißt Ing. Franz E. Nagelreiter, bei Festo Pneumatik zuständig für System-Projektierungen, die Geschichte der Ventilinseln in den wesentlichen Zügen derart, dass am Anfang die Anwender praktisch mit Bausätzen vorlieb nehmen mussten: “Historisch betrachtet ist die Ventilinsel dadurch entstanden, dass man vor rund 15 Jahren Ventile, Grundplatte, Stecker, Spulen, etc. geliefert bekam und man sich die Kombination selbst zusammenbauen musste.” Die erste Rationalisierung erfolgte mit der PAL-Leiste, einem Aluminiumblock, der den Aufbau der Grundplatte ersetzte. Dies war zwar noch keine Entwicklung von Festo, aber die Multipolventilinsel war der nächste konsequente Schritt. Hier wurden die elektrischen Anschlüsse auf einem gemeinsamen Stecker untergebracht.
Festo führte dann sukzessive auf Grund von Kundenwünschen und der damals neuartigen Feldbusse die entsprechenden Innovationen vor, die in punkto Modularität den Mitbewerb um Längen schlugen.
Feldbusanschlüsse, Spannungsversorgung, Druckversorgung, Verbraucheranschlüsse ? für alle Teilbereiche legte Festo immer wieder gute Ideen hin. Franz E. Nagelreiter: “1989 kam die erste feldbusfähige Ventilinsel auf den Markt und von da an begann ein Siegeszug der Ventilinseln. Festo hat sich vor allem bemüht, diese Ventilinseln modular zu machen und den einzelnen Kundenwünschen anzupassen. Am Beginn stand die Ventilinsel Typ 01, sozusagen der Urknall!”
Dann führte der Weg steil bergauf über mehrere Meilensteine. Vom vorerst monostabilen Ventil, das im Typ 01 Platz fand, über die Ventilinsel Typ 02 im Jahr 1991, die erstmals die Kombination verschiedener Ventile erlaubte. Den Siegeszug von Festo unterstützte vor allem die Offenheit gegenüber Kundenforderungen. Im Laufe der Zeit wurden an die 40 verschiedene Feldbusprotokolle integriert, so Nagelreiter. Heute finden sich neben allen offenen Feldbussystemen auch eine ganze Reihe von SPS-Hersteller-spezifischen Feldbussystemen. Nagelreiter: “Ein genialer Schachzug unserer Entwickler fand schließlich seine Umsetzung beim Typ 03: Erstmals wurde ein SPS-Controller, ein 8051-Derivat, beim Feldbusanschluss mit einem anderen Programm versehen und machte aus der Feldbusinsel eine intelligente Ventilinsel mit Steuerung. Dieser Schritt wurde dann auch bei den Ventilnseln des Typs 02 rückvollzogen.” Man hat versucht, eine Ventilinselserie zu schaffen, die möglichst allen Kundenanforderungen entsprechen kann. Von der pneumatischen Leistung her, aber auch bei den elektrischen Anschlüssen wurde 1995 mit der Entwicklung der CPV-Insel ein Benchmark gesetzt. Nagelreiter: “Das ist eigentlich bis heute der Renner, mit dem wir hohe Stückzahlen erreicht haben.”
Die Montage der CP-Ventilinsel direkt am Zylinder, auch auf mitbewegten Anlagenteilen, hilft Maschinenzyklen und damit die Produktivität automatisierter Anlagen zu erhöhen.
CPA-Ventilinseln lassen sich überdies mit bis zu 22 Anschlussplatten unterschiedlichsten Anwendungen anpassen. Anschlussplattenventile ermöglichen ein flexibles und modulares Konzept, in dem der schnelle Austausch einzelner Ventilfunktionen direkt vor Ort im Vordergrund steht. Werden Anlagen größer bezüglich der Anzahl der anzusteuernden Ein- und Ausgänge sowie der Entfernung der Signalübertragung, dann liefern Feldbuskonzepte wie das CP-System mit separatem Feldbusknoten der Bauform Economy die richtige Lösung für die Ansteuerung der Ventile und Aktuatoren sowie die Aufnahme der Sensorsignale. Ein Feldbusknoten steht dabei für den Anschluss von bis zu vier Strängen zur Verfügung.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass neue Ventilinseln in der Pipeline drängen. Dem Trend in der Fertigungstechnik zu kleineren Systemen wird Rechnung getragen. In Kürze wird es eine “Smart Cubic”-Ausführung für CPV- und CPA-Ventile geben, die bei gleich bleibender Baubreite von 10 mm und einer halbierten Leistung das Volumen um den Faktor vier verringert.

Mit Feldbusdirektanschaltung
Im Dezember 2001 wurde die runde Stückzahl von einer Million bei der Produktion der CPV-Ventilinsel erreicht. CP von Festo hat sich seit Jahren zum “Markenzeichen” für Compact Performance entwickelt. Die CPV-Ventilinsel ist in vielen Industrien zu einem Quasi-Standard geworden. Dieser Standard für kompakte Anschlusstechnologie wird gezielt auch auf der elektrischen Anschlussseite weiterentwickelt und verfeinert. Die Direktintegration der Feldbusanschlüsse macht die CPV zur Lösung für kompaktere Bauweise. Geringer Einbauraum bedeutet große Nähe zum Aktor und damit verkürzte Schaltzeiten und höhere Maschinentakte. Das geringe Gewicht ist insbesondere bei bewegten Teilen, beispielsweise in Pick-und Place-Aufbauten oder bei Anwendungen mit Robotern sehr vorteilhaft. Elektrisch schalten ist keine Frage, denn mit den CPV-Relaisscheiben sind auch die elektrischen Verbraucher am Bus integriert. Damit nicht genug, denn Vakuumfunktionen sind für die CPV ebenfalls kein Problem. Ob Vakuum schalten oder erzeugen ? die CPV steht bereit und der Umweg über einen zusätzlichen Vakuumerzeuger entfällt. Kurze Schlauchverbindungen erhöhen die Produktivität der Vakuumanwendung. Möglich sind zwei Varianten in den Baugrößen 10, 14 und 18 mm. Die Vakuum-Ventilscheibe steht mit oder ohne zusätzlichen Abblasimpuls zur Verfügung. Optional kann eine Vakuumhaltefunktion und ein einstellbarer Abblasimpuls integriert werden.
Maximale Leistungsdichte und vielseitige elektrische wie auch pneumatische Anschlussmöglichkeiten waren bislang schon Stärken der CPV Ventilinseln. Mit den vier Anschlussarten Einzelstecker, Multipol, Feldbus und AS-Interface passt die CP-Ventilinsel in unterschiedlichste Steuerungskonzepte. Festo bietet nun mit “CPV Direct” die Möglichkeit zur direkten, nicht adaptierten Feldbusanschaltung für folgende Bussysteme: Profibus, AS-Interface, Interbus, DeviceNet und CANopen. Möglich ist dies für die drei Baugrößen Micro mit 10 mm und 400 l/min Durchfluss, Mini mit 14 mm und 800 l/min Durchfluss sowie Midi mit 18 mm und 1.600 l/min Durchfluss. Die Konstruktion der CPV-Ventilinseln sichert Produktivität bei minimalem Bauvolumen und Gewicht.

Clean Design Ventilinsel
Die Nahrungsmittelindustrie stellt höhere Anforderungen an die Hygiene als viele andere Branchen. Pneumatische Zylinder erfüllen diese bereits weitestgehend. Im Bereich pneumatischer Ventile macht die Clean Design Ventilinsel CDVI Schluss mit teuren und aufwendigen Kompromissen. Der Forderung nach Reinigungsfreundlichkeit in der Nahrungsmittelindustrie trägt das Design und die Verwendung korrosionsresistenter Materialien voll Rechnung. Bewährte Ventiltechnologie gepaart mit einer hoch widerstandsfähigen Kunststoff-Vollkapselung sind die Rezeptur, mit der Festo die CDVI-Ventilinsel in die Nähe der Zylinder bringt, die Pneumatik beschleunigt und die Reinigungszeiten auf ein Minimum reduziert. Scharfe Kanten, Schmutzecken und kleine Radien gehören der Vergangenheit an. Mehr Raum zwischen den Ventilen sorgt für einfache Reinigung. Die CDVI macht sogar den Schaltschrank überflüssig. Der Einsatz adäquater Materialien, wie PP für das Gehäuse, Edelstahlschrauben und chemikalienbeständiges PVC für die Dichtungen am Multipol-Anschluss in IP 65, lassen die CDVI jeden Test gegen Reinigungsmittel bestehen. Eine Grundplatte aus anodisiertem Aluminium sowie Dichtungen aus EPDM tragen ebenfalls dazu bei. Nach Kundenwunsch bestückt und montiert, stehen die Ventilfunktionen 5/2-, 5/2-Impuls-, 5/3- und 2 x 3/2-Ventile im Kolbenschieberprinzip zur Verfügung. Ihr modularer Aufbau mit Grundblöcken im Vierer- oder Achterraster lässt sich durch Module im Zweierraster auf bis zu zwölf Ventilplätze erweitern. Für alle Fälle sind optional zwei Ventilgrößen im Midi- oder Maxi-Format auf einer Insel vorgesehen, zwei unterschiedliche Versorgungsdrücke sind ebenfalls möglich. Mit der integrierten, zusätzlichen Feldbusanschaltung lässt die CDVI keine Wünsche offen ? auch in Bezug auf die Montage: Die komplett montierte, ab Werk geprüfte Ventilinsel erleichtert die Installation ebenso wie der elektrische Anschluss, der über das vormontierte, anschlussfertige Kabel erfolgt. Für optimalen Durchfluss sind die Ventilinseln serienmäßig mit QS8-Verschraubungen an den Arbeitsanschlüssen und den dazu passenden QS12-Verschraubungen für die Endplatten ab Werk montiert. Bei einseitiger Versorgung oder interner S-Luft sind sie mit speziellen, reinigungsfreundlichen Blindstopfen bestückt.
Passend zur Clean Design Ventilinsel CDVI stehen verschiedenste Aktoren wie zum Beispiel der Clean Design Zylinder CDN in korrosionsgeschützter Ausführung und reinigungsfreundlichem Design zur Auswahl. Edelstahl-Verschraubungen und -Drosseln sowie lebensmittelzugelassene Schläuche runden das Programm für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie weiter ab.
Informationen zu den Ventilinseln gibt Franz E. Nagelreiter Tel. (01) 910 75-284 und Infos zum MBA erhält man bei Mag. Charlotte Bodendorfer Tel. (01) 290 07 12. n

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