Das Prod-SG verpflichtet Hersteller, Importeure und Händler, nur solche Non-Food-Produkte auf den Markt zu bringen, die die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Personen erfüllen. Es kommt zur Anwendung, wenn Produkte (ausgenommen Antiquitäten) im Rahmen einer Geschäftstätigkeit auf dem Markt bereitgestellt, ausgestellt oder erstmals verwendet werden. Gelten für ein Produkt spezifische sektorale Regelungen (wie die Maschinenrichtlinie), haben diese Vorrang. Dennoch kann das Prod-SG ergänzend zur Anwendung kommen. Auf dem europäischen Binnenmarkt hat das Prod-SG entscheidende Bedeutung für die Vermarktung und Sicherheit von Verbraucherprodukten und die damit verbundene Marktüberwachung.

Laut dem Gesetz darf grundsätzlich ein Produkt nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn es bei bestimmungsgemäßer Verwendung oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet. Als Beurteilungsmaßstab gelten die Produkteigenschaften, die Ein- und Wechselwirkung auf andere Produkte, die produktbezogenen Angaben und die Verbraucher beziehungsweise besonders gefährdete Verwendergruppen.

Der Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDI) weist darauf hin, dass Hersteller, Importeure und Händler ein umfassendes Pflichtenheft erfüllen müssen, unter anderem die eindeutige Kennzeichnung zur Identifikation des Verbraucherprodukts, Sicherstellung geeigneter Überwachungsmaßnahmen (wie Stichproben nach Risiko), Zusammenarbeit mit Marktüberwachungsbehörden und die CE-Kennzeichnung. Sie zeichnen zudem verantwortlich für regelmäßige Prüf- und Kontrollpflichten sowie eine interne Dokumentation zu allen Prüfungen und Kontrollen gegenüber Aufsichtsbehörden. Das Jahr 2016 wird hierzu einige Änderungen mit sich bringen. Details sind Thema des FBDI-Arbeitskreises Umwelt und Compliance.

Das Nicht-Befolgen des Prod-SG ist mit Sanktionen belegt, unter anderem einer Bußgeldobergrenze von 100.000 Euro, einer Gewinnabschöpfung und einer Meldung an das Gewerbezentralregister. Grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz können mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet werden.

Die Öffentlichkeit wird über das RAPEX (the Rapid Alert System for Non-Food Products)-System über Produkte informiert, die nach Erkenntnissen der Behörden ein ernstes Risiko für die Sicherheit und Gesundheit von Personen darstellen.