„Die Erlöse sollten sich bis Ende des nächsten Jahres auf 177 Milliarden Euro belaufen,“ erläutert er weiter. Das Jahr 2012 stand auch für die deutsche Elektroindustrie stark unter dem Einfluss der Euro-Schuldenkrise sowie der Abkühlung der globalen Konjunktur. Die um Preiseffekte bereinigte Produktion ist den vorläufigen Berechnungen des ZVEI zufolge in diesem Jahr um 2 % zurückgegangen, der Branchenumsatz ebenfalls um knapp 2 % auf 175 Milliarden Euro. Dabei haben sich die Fachbereiche der Elektroindustrie sehr uneinheitlich entwickelt. Die zweite Jahreshälfte verlief schwächer als die erste. „Vergessen wir aber nicht: Dem verhaltenen Jahr 2012 sind zwei äußerst dynamische Jahre 2010 und 2011 vorangegangen, in denen die deutsche Elektroindustrie die Produktionsverluste von einem Fünftel aus der 2009er Krise mit Wachstumsraten von 14 und 13 % rekordschnell wieder aufgeholt hat“, betonte Dr. Mittelbach.

Der Export konnte 2012 um 2 % auf die Rekordmarke von 161 Milliarden Euro zulegen. Exportrückgängen in den Euroraum von 4 %, vor allem nach Italien (minus 13 %), Spanien (minus 11 %), aber auch nach Frankreich (minus 6 %), standen hier hohe Zuwächse von plus 5 % im Osteuropageschäft gegenüber. Sowohl die Branchenausfuhren nach Amerika (plus 9 %) als auch die nach Asien (plus 7,5 %) haben sich 2012 überdurchschnittlich gut entfaltet.

Die Elektroindustrie hat ihre Investitionen 2012 um 9 % auf 6,4 Milliarden Euro erhöht und mit 13,5 Milliarden Euro rund 4 % mehr für Forschung und Entwicklung aufgewendet als im Jahr zuvor. Mehr als ein Fünftel aller privaten F&E-Aufwendungen geht auf das Konto der Elektroindustrie.

Dr. Mittelbach unterstrich auch die erfreuliche Entwicklung bei der Zahl der Mitarbeiter: „Ende dieses Jahres sind 848.000 Beschäftigte in der deutschen Elektroindustrie tätig – ein Zehn-Jahres-Hoch. Seit April 2010 hat die Branche damit fast 50.000 neue Jobs geschaffen.“ Nach wie vor sind Fachkräfte gesucht: Nach der jüngsten ZVEI-Ingenieursumfrage stellt die Hälfte der Elektro-Unternehmen einen Mangel an Fachkräften fest.