Autoliv präsentierte ein neues System zum Schutz von Fußgängern bei Kollisionen mit Personenkraftfahrzeugen. Dieses System kann das Risiko von schweren oder tödlichen Kopfverletzungen erheblich verringern. Allein in Europa kommen jährlich über 7000 Fußgänger bei Kollisionen mit Autos ums Leben. Die EU-Kommission erwägt deshalb, Fußgängerschutzsysteme für alle neuen Autos zu fordern. Kopfverletzungen sind die Hauptursache dieser Todesfälle. Beim neuen Fußgängerschutzsystem von Autoliv senden Sensoren in der vorderen Stossstange Signale an zwei Aktuatoren, die den hinteren Teil der Motorhaube anheben.


Dies vergrößert den Deformationsweg der Haube, wodurch der Kopfaufprall des Fußgängers gemildert wird, und sich das Risiko verringert, dass der Kopf auf harte Teile des Motors oder der tragenden Struktur unter der Haube trifft.


Die Idee die Motorhaube anzuheben, ist nicht neu. Aber dies zu erreichen, bevor der Kopf die Haube berührt, war schwierig. Noch schwieriger ist es, Sensoren zu entwickeln, die zwischen einem menschlichen Bein und z.B. einem Lichtrnast unterscheiden können. „Die Sensoren, die wir entwickelt haben, konnten diese Fähigkeit in Labortests beweisen. Die Ergebnisse müssen nun in verschiedenen Fahrzeugtestverfahren bestätig werden„, erklärte Prof. Häland.


Neu an der von Autoliv patentierten Lösung sind komprimierte Faltenbälge aus Stahl, die bis zur Kollision mit einem Fußgänger leer sind und dann von Gasgeneratoren, die aus erprobter Gurt- und Airbagtechnologie stammen, befüllt werden. Zwei Faltenbälge – einer auf jeder Seite der Motorhaube – werden aufgeblasen, um die Haube etwa 10 cm anzuheben.


Dies geschieht innerhalb von 60-70 ms, nachdem die Stoßstange das Bein des Fußgängers getroffen hat. Ein typischer Kopfaufprall auf eine Motorhaube bei 40 km/h erfolgt etwa 150 Millisekunden nach der ersten Berührung des Beines. Zu diesem Zeitpunkt hat das System von Autoliv die Haube bereits in ihre verletzungsmindernde Position angehoben.