Die aktuelle Generation der Isolationsüberwachungsgeräte registriert und dokumentiert den Isolationswiderstand in IT-Netzen und berücksichtigt dabei auch große nichtlineare Verbraucher.

Die aktuelle Generation der Isolationsüberwachungsgeräte registriert und dokumentiert den Isolationswiderstand in IT-Netzen und berücksichtigt dabei auch große nichtlineare Verbraucher. Bender

Die Netzform ‚IT-System‘ ist in der Praxis kaum bekannt. Woher auch? An Hochschulen und Ausbildungsstellen wird der Netzaufbau nur am Rande behandelt. Nur dort, wo auf dessen Vorteile nicht verzichtet werden kann, hat sich das IT-System etabliert, zum Beispiel in Operationsräumen, auf Intensivstationen oder in der Signaltechnik der Bahn. In diesen Bereichen spielt die Versorgungssicherheit der Geräte eine entscheidende Rolle, geht es doch um die Sicherheit und den Schutz von Personen. Aber ist das nicht ebenso in Industrie­anlagen der Fall?

Das IT-System unterscheidet sich vom TN- oder TT-System hauptsächlich an einer Stelle – einer leitenden Verbindung zwischen der Erde und dem Sternpunkt des Transformators, der das Netz versorgt: Beim geerdeten System (TN/TT) ist sie vorhanden, beim ungeerdeten System (IT) nicht. Das ungeerdete System erfordert die allpolige Absicherung, sowohl aller aktiven Leiter als auch des N-Leiters. Da auch im Einphasensystem keiner der beiden Leiter geerdet wird, entstehen statt der klassischen Phase und Null zwei unter Spannung stehende Leiter.

In TN-Systemen ist ein Punkt, mit dem die Körper der elektrischen Anlage über Schutzleiter verbunden sind, direkt geerdet.

In TN-Systemen ist ein Punkt, mit dem die Körper der elektrischen Anlage über Schutzleiter verbunden sind, direkt geerdet. Bender

Kleiner Unterschied, große Wirkung

Berührt ein Mensch bei einem intakten IT-System einen nicht isolierten stromführenden Leiter oder ein unter Spannung stehendes leitendes Gehäuse, so passiert rein gar Nichts. Der Grund: Die Berührung schließt keinen Stromkreis, da der Sternpunkt des Transformators nicht geerdet ist. Somit kann auch kein Strom fließen. Das IT-System bietet einen inhärenten Schutz vor hohen Berührspannungen. Es ist wie bei einem Vogel auf der Hochspannungsleitung. Eine Ausnahme bilden AC-Systeme mit sehr großer Netzableitkapazität oder mit asymmetrischer Belastung. Probate Gegenmaßnahmen sind die Bildung mehrerer kleiner Subsysteme sowie die Messung der Kapazität und das Berechnen des maximalen Körperstroms im Fehlerfall, beispielsweise mit dem Isolationsüberwachungsgerät Iso 685.

Ganz anders beim geerdeten System: Hier wird bereits mit der Erdung ein geschlossener Stromkreis bereitgestellt und man wartet gewissermaßen darauf, dass ein Fehler eintritt. Berührt ein Mensch einen stromführenden Leiter, fließt aufgrund der niederohmigen Verbindung zum Versorgungstrafo sofort ein Fehlerstrom – ohne funktionierende Schutztechnik mit fatalen Folgen. Daher werden Stromkreise über Sicherungen und Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (FI-Schalter) gesichert, die im Fehlerfall schnell genug eine Abschaltung vornehmen, bevor der Mensch nennenswerte Schäden erleidet. Um sicherzustellen, dass dies funktioniert, ist die Schutztechnik regelmäßig zu überprüfen: FI-Schalter in Elektroanlagen alle sechs Monate – auch in privaten Haushalten.

Mittels Einrichtungen zur Isolationsfehlersuche (IFLS) können Isolationsfehler in IT-Netzen im laufenden Betrieb oder im abgeschalteten Zustand lokalisiert werden. Dazu stehen Geräte zur stationären Installation und mobile Geräte zur Verfügung. Dies ist in geerdeten Systemen grundsätzlich ebenso mit Differenzstromtechnik (RCM) möglich, jedoch nur in eingeschalteten Systemen und auf asymmetrische Isolationsfehler begrenzt.

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