Viel Licht, kaum Schatten

Große IT-Systeme mit vielen Verbraucherabgängen können unübersichtlich werden und eine ungewollt hohe Netz­ableitkapazität haben. Daher ist es zu empfehlen, solche IT-Systeme mit Trenntransformatoren in separate Einheiten zu unterteilen. Dies verursacht Mehrkosten und Leistungsverluste, insgesamt aber meist nur in einer vernachlässigbaren Höhe. Zumal die Aufteilung in galvanisch getrennte Subsysteme durchaus auch Vorteile hat, etwa die Filterungswirkung gegenüber Störgrößen und die individuelle Anpassung der Spannungen an einzelne Verbraucher. Was ein sehr großes System ist, muss im Einzelfall bewertet werden und hängt von den Systemparametern ab. Zum Beispiel werden die weltgrößten PV-Felder komplett von jeweils einem einzigen Isometer (IsoPV) überwacht – trotz einer Ausdehnung über zehn Fußballfelder entgeht dem Isometer keine fehlerhafte Steckverbindung, kein beschädigtes Kabel und kein schadhaftes PV-Modul.

In einem IT-System mit einem Isolationsfehler auf einem Leiter erhöhen sich die Außenleiterspannungen der anderen Leiter gegenüber dem Erdpotenzial. Bei einem satten Erdschluss eines Leiters im 230-V-Netz erhöhen sich die Spannungen der anderen Leiter gegenüber Erdpotenzial auf rund 400 V. Systemkomponenten, bei denen das Potenzial gegenüber Erde eine Rolle spielt, wie Y-Kondensatoren und Überspannungsbegrenzer, sollten daher für die maximale Nennspannung ausgelegt sein. Die Spannungserhöhung lässt sich vermeiden, wenn der Trafo sekundärseitig in Delta-Form (Dreieck-Schaltung) ausgeführt wird. In vielen Fällen wird der Aufbau der Energieversorgung als IT-System erst gar nicht in Betracht gezogen, obwohl es die bessere Wahl wäre. Manchmal führen die Planer die Kosten eines Isolationsüberwachungsgeräts als Argument gegen ein IT-System an. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Angesichts der Vorteile und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen lohnt sich der Einsatz von IT-Systemen – auch im industriellen Bereich.

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