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Die Titelseite der IEE beschäftigt sich diesmal weniger mit der Feldebene und ihrer Sensorik, sondern mit der Leitebene mit Prozessleitsystemen und Prozessdaten.
80 verschiedene Ausführungen seiner Näherungssensoren mit 4, 5 und 6,5 mm Durchmesser verkündete das Unternehmen stolz.
Wie so oft liegt die Entwicklung im Detail und so unterscheiden sich die heutigen Sensoren zumindest äußerlich kaum von den alten.

Sensoren sind oft der eher unscheinbare Teil der Automatisierung. Sie sind klein und verschwinden nach der Montage oft in den hintersten Winkel einer Maschine oder Anlage. Außerdem steckt bei Sensoren die Weiterentwicklung so sehr im Detail, dass sie auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Denn ihr Äußeres ist meist kein Indiz dafür.

Ein Grund mehr nach 20 Jahren einen Blick zurück zu werfen und Sensoren einmal etwas mehr ins Rampenlicht zu rücken. In der Juniausgabe der IEE im Jahr 1991 fand sich eine Meldung zu den Näherungssensoren der Firma Turck. 80 verschiedene Ausführungen seiner Sensoren mit 4, 5 und 6,5 mm Durchmesser verkündete das Unternehmen dort stolz.

Die Weiterentwicklung steckt im Detail

„Wenn man sich die 20 Jahre alte Meldung über Turcks Picoprox-Sensoren ansieht, könnte man auf dem ersten Blick den Eindruck bekommen, hier hätte sich nicht allzu viel getan“, sagt Sander Makkinga, Produktmanager Positions- und Näherungssensoren bei Turck. „Induktive Sensoren in den gezeigten Bauformen mit 4 und 6,5 mm Durchmesser sowie M5 und M8 haben sich heute als Standard durchgesetzt.“ Die dargestellten Sensoren mit einer seitlichen, aktiven Fläche bedienen auch heute noch Nischenapplikationen und die Anschlussvarianten Kabel, 8-mm-Stecker sowie M8 und M12 sind nach wie vor Stand der Technik.

Makkinga erläutert weiter: „Schaut man sich aktuelle Sensoren jedoch etwas genauer an, wird schnell ersichtlich, welche Fortschritte bis heute erzielt worden sind: Das beginnt mit Details wie der Verwendung von Metallmuttern aus formstabilem Edelstahl oder der Einführung der Vier-Loch-LED-Technologie Ende der 90er Jahre für eine Rundumsicht auf die Schaltzustandsanzeige am Sensor.“

Von großen Schaltabständen und Faktor 1

Auch die maximalen Schaltabstände haben sich in den vergangenen 20 Jahren um bis zu 300 % erhöht. An dieser Entwicklung hatte Turck seinen Anteil, denn mit der Uprox-Serie brachte das Unternehmen 1993 Sensoren ohne Ferritkern auf den Markt, die auf allen Metallen den gleichen Schaltabstand haben. Die Weiterentwicklung dieser Faktor-1-Technologie kam 2004 mit der Reihe Uprox+, die auf Printspulen basiert und noch größerer Schaltabstände erreicht. Die Sensoren verfügen über zwei Paare von Sende- und Empfangsspulen. Dazu lassen sich aber noch weitere Kompensationsspulen in die Konstruktion mit einbeziehen. Die Teilung der Sendespule in zwei unabhängige Systeme bringt die Möglichkeit der Trennung der zueinander gehörenden Sende- und Empfangsspulen-Paare. Dadurch lassen sich auf die jeweilige Sensor-Bauform, zum Beispiel Quaderbauformen oder Gewinderohre, angepasste Systeme konstruieren, die den jeweiligen geometrischen Gegebenheiten Rechnung tragen.

Als Beispiel sei hier Turcks 8 mal 8 mal 40 mm kleiner Q8SE genannt, ein nichtbündiger Sensor mit 4 mm Schaltabstand auf alle Metalle, der magnetfeldfest ist und durch integrierten Vordämpfungsschutz auch vollbündig eingebaut werden kann – vor 20 Jahren war so etwas undenkbar. Um seine Sensoren zu miniaturisieren, umspritzt das Unternehmen die Elektronik außerdem direkt mit Kunststoff und stellt so teilweise Sensoren her, deren Durchmesser nicht mehr wesentlich größer ist als der des Anschlusskabels.