Die Gewinner des Best Paper Awards der EMV 2008, Fachmesse und Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit (19. – 21. Februar 2008, Düsseldorf), stehen fest. Drei Kongressbeiträge werden ausgezeichnet. Die Juroren des Kongress-Sekretariates trafen ihre Wahl aus rund 100 qualitativ hochwertigen Beiträgen. Ausschlaggebend waren die Kriterien Neuigkeitsgehalt, Aktualität und Beitrag zum Fortschritt des EMV-Wissens.

Die gleichrangigen EMV Best Paper Awards gehen an folgende Beiträge:

Neue Formulierung von PEEC-Methode mit dyadischen Greenschen Funktionen für die Simulation von Verbindungsstrukturen in geschichteten Medien

Dr.-Ing. Sergey Kochetov, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Marco Leone, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Günther Wollenberg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Eine erweiterte Hybridmethode aus Momentenmethode, Multipoltechnik und Beugungstheorie

Dipl.-Ing. Stefan Balling, Innoventis GmbH, Dr.-Ing. Dirk Plettemeier, Technische Universität Dreden, Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Gonschorek, Technische Universität Dresden Netzwerkmodell für die Strahlungsanalyse von horizontalen Leiterplatten-Submodellen, Prof. Marco Leone, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Martin Valek, PM Siemens VDO Automotive

Die Gewinner dürfen sich neben der Präsentation ihres Beitrages auf dem EMV 2008 Kongress und der Veröffentlichung im Tagungsband über ein Preisgeld sowie einen Ehrenpreis freuen. Die Laudatio, gehalten vom Komiteevorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Gonschorek, Technische Universität Dresden, und die Preisverleihung finden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des EMV 2008 Kongresses am 19. Februar 2008 von 13.00 – 15.00 Uhr statt. Die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung, bei der neben der Auszeichnung auch zwei hochkarätige Plenarvorträge auf dem Programm stehen, ist für Besucher, Kongressteilnehmer und Aussteller frei.

Kurzfassungen der EMV 2008 Best Papers:

Neue Formulierung von PEEC-Methode mit dyadischen Greenschen Funktionen für die Simulation von Verbindungsstrukturen in geschichteten Medien

Dr.-Ing. Sergey Kochetov, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Marco Leone, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Günther Wollenberg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Mit dem vorliegenden Beitrag wird eine neue Frequenz- und Zeitbereichsformulierung der Methode der partiellen Elemente, die auf der MPIE-Gleichung für geschichtete Medien beruht, vorgestellt. Diese numerisch effiziente Formulierung verwendet die elektrische Feldintegralgleichung mit dyadischen Greenschen Funktionen für geschichtete Medien, die bisher mit der Momentenmethode numerisch im Frequenzbereich gelöst wurde.

Eine erweiterte Hybridmethode aus Momentenmethode, Multipoltechnik und Beugungstheorie

Dipl.-Ing. Stefan Balling, Innoventis GmbH, Dr.-Ing. Dirk Plettemeier, Technische Universität Dreden, Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Gonschorek, Technische Universität Dresden

Die Veröffentlichung mit dem Titel „Eine erweiterte Hybridmethode aus Momentenmethode, Multipoltechnik und Beugungstheorie“ ist eine anwendungsorientierte Zusammenfassung der Forschungsarbeit von Herrn Dr. Stefan Balling. Dieser Arbeit liegt der Gedanke zugrunde, dass sich eine Vielzahl elektromagnetischer Feldprobleme sehr effektiv durch Kombination verschiedener Feldberechnungsverfahren lösen lässt. Die Kombination der Einheitlichen Beugungstheorie (UTD) und der Momentenmethode (MOM) stellt solch ein Hybridverfahren dar. Diese bereits etablierte Hybridmethode wurde um die Multipoltechnik (GMT) zur Erweiterten Hybridmethode (EHM) ergänzt. Die EHM ermöglicht eine Separation des Gesamtproblems in Teilstrukturen, denen das jeweils beste numerische Verfahren zugeordnet werden kann. In der Veröffentlichung wird diese Kombination einleitend erläutert. Die EHM wird anschließend auf zwei EMV-relevante Anordnungen angewandt. Dabei wird der Vorteil der EHM deutlich: Durch die Zuordnung der einzelnen Teilstrukturen zu bestimmten Berechnungsverfahren kann die Anzahl der unbekannten Koeffizienten, die zur Beschreibung der Anordnung benötigt werden, gegenüber den jeweiligen Einzelverfahren deutlich reduziert werden.

Netzwerkmodell für die Strahlungsanalyse von horizontalen Leiterplatten-Submodellen

Prof. Marco Leone, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Martin Valek, PM Siemens VDO Automotive

Häufige Ursache für Abstrahlungsprobleme von elektronischen Baugruppen sind Submodule, die aus Gründen eines kompakten und flexiblen Aufbaus flach auf einer Basisplatine aufgesteckt sind. Ein solches Aufbaukonzept stellt aus EMV-Sicht eine parasitäre Antennenstruktur dar, die bereits durch geringe hochfrequente Potenzialunterschiede zwischen den beiden lokalen Massen zur effektiven Abstrahlung angeregt wird. Ursache dafür ist die zwar geringe aber nicht vernachlässigbare Rückstromimpedanz im Leiterplattenstecker.

Die Struktur weist dabei eine charakteristische Resonanz auf, bei der bereits geringe Spektralamplituden des über den Stecker geführten Signals, zu Grenzwertüberschreitungen führen können. Die Resonanzfrequenz liegt dabei in einem Bereich, in dem das Modul noch elektrisch klein ist. Infolgedessen kann für die betrachteten Submodul-Struktur ein relativ einfaches Ersatzschaltbild aufgestellt werden, dass die Berechnung des Abstrahlungsspektrums in Abhängigkeit der wichtigsten elektrischen und geometrischen Parameter einzig mit Hilfe einer Schaltungssimulation (z.B. SPICE) erlaubt.

Die Gültigkeit des entwickelten Strahlungsmodells wird durch Messungen an einer Testanordnung sehr gut bestätigt. Grundsätzliche Design-Regeln werden aus dem Modell abgeleitet.

Die ausführlichen Fassungen der Beiträge sind im Tagungsband abgedruckt (sb)