Philip Harting (rechts) am Messestand. Der Hermes Award schimmert im Vordergrund.

Philip Harting (rechts) am Messestand. Der Hermes Award schimmert im Vordergrund. Melanie Swiatloch, Redaktion IEE

Die Auszeichnung erhielt Harting für den Mini-Industrie-PC Mica – eine offene und modulare Plattform aus eingebetteter Hard- und Software. Durch eine Kombination etablierter Linux-Technologien lassen sich Feldgeräte virtualisieren. Auch vom Anwender ergänzbare Hardwarekomponenten kommunizieren per USB. Mica kann über Power over Ethernet betrieben werden. Jeder der IPCs hat einen TPM-Chip und unterstützt SSL und VPN, sodass eine sichere Authentifizierung und Kommunikation für die Module unterstützt wird. Der Jury gefiel, dass mit der leichtgewichtigen Lösung bereits existierende Maschinen und Anlagen mit Intelligenz versehen werden können. „Durch die Installation einer Vielzahl von vernetzten Mica-Modulen, die quasi das Nervensystem einer digitalisierten Fabrik bilden, kann eine bestehende Fabrik schrittweise nach Industrie 4.0 migriert werden“, sagte der Jury-Vorsitzende Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Umrüstzeiten für neue Produkte könnten so drastisch verkürzt werden.

Das Siegerprodukt: Der Industrie-PC Mica.

Das Siegerprodukt: Der Industrie-PC Mica. Harting

Für den „internationalen Oscar für Ingenieure“ kamen laut Wahlster in diesem Jahr „erstmals 40 % Bewerbungen aus dem Ausland.“ Darunter seien vermehrt Firmen aus dem Partnerland USA gewesen. Die meisten Einreichungen beschäftigten sich mit Industrie 4.0 und Energiesystemen der Zukunft.

Nominierte für den Hermes Award

Schutzschalter EasyB

Schutzschalter EasyB Block Transformatoren-Elektronik

Neben dem Gewinner Harting schafften es folgende Unternehmen in die engere Auswahl: Block Transformatoren-Elektronik hatte das Ein-Kanal-Schutzschaltersystem EasyB eingereicht, das Steuerspannungen bedarfsgerecht bis zu einem Gesamtstrom von 80 A absichern kann. Die Kanäle adressieren sich beim Einschalten automatisch. Damit entfällt ein zusätzlicher Arbeitsschritt zur manuellen Adressvergabe. Alle Funktionsbausteine und elektrischen Verbindungsstellen sind in einem Basisgehäuse vorhanden. Die Parametrisierung des Systems erfolgt über den Leitrechner, wobei Änderungen jederzeit möglich sind. Das Schutzschaltersystem reagiert bereits auf 5 % Überstrom und begrenzt den Ausgangsstrom auf diesen Pegel.

Vakuum- und Druckschalter VSi

Vakuum- und Druckschalter VSi J. Schmalz

Die Firma J. Schmalz kam mit dem Vakuum- und Druckschalter VSi auf die Liste der Nominierten. Der Schalter ist erstmals mit IO-Link sowie NFC ausgestattet. Somit können Anwender mithilfe von mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones alle wichtigen Daten ablesen und einstellen. Fehler werden schneller auffindbar. Als Industrie-4.0-fähige Komponente ist der modulare Schalter für Predictive Maintenance geeignet sowie zur Visualisierung von Prozessdaten auf einem kabellos verbundenen Comsumer-Gerät.

ITM Power aus Großbritannien wurde für eine kompakte Anlage zur bedarfsorientierten und flexiblen Produktion von Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse (Power-to-Gas) nominiert. Dabei wird Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff beziehungsweise Methan umgewandelt und kann dann entweder zum Betanken entsprechender Fahrzeuge verwendet oder als Methan in das Erdgasnetz eingespeist werden. Das US-amerikanische Unternehmen DDM Systems qualifizierte sich mit einem additiven Fertigungsverfahren für Keramik, das den Prozess des Feingießens um sieben von zwölf Prozessschritte verkürzt.