Der MRK-Greifer Co-act JL1 kombiniert verschiedene Überwachungsfunktionen und kann per OPC UA mit dem Roboter oder der übergeordneten Steuerung kommunizieren.

Der MRK-Greifer Co-act JL1 kombiniert verschiedene Überwachungsfunktionen und kann per OPC UA mit dem Roboter oder der übergeordneten Steuerung kommunizieren. Schunk

Der handzahme Greifer ist der laut Schunk weltweit erste kollaborative Greifer, der unmittelbar mit dem Menschen interagiert und kommuniziert. Zentrale Merkmale sind eine nachgiebige Außenhaut mit abgerundeten Kanten, ein integrierter Schutz vor Werkstückverlust sowie ein LED-Display als Kommunikationsinterface zum Menschen. Bereits in der Basisstufe erfüllt der JL1 die zentralen Forderungen einer sicheren Mensch-Roboter-Kollaboration: Er verliert nie das gegriffene Objekt, erkennt immer einen Kontakt mit Personen und er verletzt unter keinen Umständen beim Greifen. Ein sicherer Antrieb ermöglicht ein breites Spektrum an Greifkraft und gewährleistet zugleich die funktionale Sicherheit.

Wird der Prozess beispielsweise bei einem Not-Aus unterbrochen, wird das gegriffene Teil sicher gehalten. Mithilfe einer Umfeld-Sensorik erfasst der Greifer kontinuierlich die Umgebung. Kommt es zu einem unerwünschten Kontakt mit Personen, wird die Greifkraft automatisch begrenzt. Gleichzeitig wird die Roboterbewegung gestoppt. Mithilfe speziell entwickelter Greifstrategien und Kraftmessbacken in den Fingern passt der Greifer sein Verhalten in Echtzeit an, je nachdem, ob das Werkstück oder womöglich eine Hand gegriffen wurde. Grundlage ist die Sicherheitsrichtlinie für Industrieroboter DIN EN ISO 10218. Auch Aspekte der künftigen DIN EN ISO 20218 (Safety requirements for industrial robots) sind bereits berücksichtigt.

Greifer an Werker: „Du kannst loslassen“

Der kooperative Greifer in Aktion: Per Sensorik und Software erkennt der Co-act-Gripper, ob er das Bauteil richtig gegriffen hat oder vielleicht doch etwas anderes.

Der kooperative Greifer in Aktion: Per Sensorik und Software erkennt der Co-act-Gripper, ob er das Bauteil richtig gegriffen hat oder vielleicht doch etwas anderes. Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Darüber hinaus kommuniziert der Greifer mit dem Bediener. LED-Leuchten und eine entsprechende Farbsystematik informieren, ob die Anlage betriebsbereit ist und ob das Werkstück korrekt gegriffen wurde. Die Pläne gehen sogar noch weiter: Künftig sollen die Greifer ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Sensoren und Sicherheitsmechanismen ermöglichen. Kraftmessbacken und eine visuelle Überwachung zählen ebenso dazu wie Häute aus taktilen und kapazitiven Sensoren oder eine strombasierte Kraftregelung. Vergleichbar mit dem Menschen, der in der Regel mehrere Sinne kombiniert, um eine Situation zu bewerten, werden Co-act Gripper künftig Informationen aus mehreren Sensorquellen bündeln und daraus ein möglichst exaktes Bild der Realität ableiten. Über OPC UA kommunizieren die kollaborativen Greifer mit dem Roboter sowie der übergeordneten Anlagensteuerung.