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Quartalsentwicklung im Halbleiter-Distributionsmarkt (2012-2013).
Markt elektronischer Bauelemente in Deutschland in Millionen Euro.

Eine kräftige Erholung im vierten Quartal bescherte dem deutschen Bauelemente-Distributionsmarkt ein ausgeglichenes Gesamtjahr. So stieg laut dem FBDi (Fachverband Deutscher Distribution e.V.) der Umsatz im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6,6 % auf 651 Millionen Euro. Dank anhaltend starker Auftragslage (703 Millionen) stieg die Book-to-Bill-Rate auf 1,08, was einen guten Start ins Jahr 2014 verspricht. Da der FBDi die Zahlen für 2013 leicht nach unten korrigierte, ergab sich statt des erhofften einstelligen Wachstums nur ein ausgeglichenes Ergebnis. Der deutsche Gesamtumsatz für 2013 lag bei 2,75 Milliarden Euro.

Der europäische Halbleiter-Distributionsmarkt hatte im Jahr 2013 jährlichen Zuwachs von 2,6 % und schloss laut DMASS (Distributors and Manufacturers Association of Semiconductor Specialists) das Jahr mit einem Gesamtumsatz von 5,87 Milliarden Euro ab. Somit konnte im vierten Quartal 2013 ein Anstieg von 11,1 % auf 1,41 Milliarden Euro verzeichnet werden.

Ein Blick auf die Halbleiter-Distribution der einzelnen europäischen Länder zeigt: Deutschland verzeichnet im vierten Quartal den stärksten Umsatz. Laut DMASS stieg der Umsatz um 11,5 % auf 433 Millionen Euro an. Italien hatte einen überraschenden Anstieg von 14,1 % auf 130 Million Euro. In Frankreich stieg im vierten Quartal der Umsatz um 17,9 % auf 109 Million Euro an. Großbritannien ist mit einem Wachstum von 8 % auf 121 Million Euro den Hauptdistributionsregionen in Europa dicht auf den Fersen. Der Umsatz in Osteuropa wuchs um 13 %, die nordischen Länder um 11,6 % und Israel um 21 %. Die einzigen Staaten mit einem negativen Trend waren die Baltischen Staaten, Russland und Ungarn. Gemessen an dem schleppenden jährlichen Gesamtumsatz, waren die Übeltäter vor allem Großbritannien, Deutschland und Russland, die alle negativ abschlossen.

Europaweit ist laut DMASS die Programmierbare Logik die schwächste Gruppe mit einem Wachstum von 4,1 % (auf 117 Million Euro), gefolgt von diskreten Bauelementen (hauptsächlich Hochfrequenz) mit 6,9 % (auf 72 Million Euro) und analoge Halbleiter mit 9,8 % (auf 396 Million Euro). Das einzige Hauptproduktsegment, das einen Rückgang verzeichnet, ist das der Sensoren mit -2,2 % (allein in Q4, das gesamte Geschäftsjahr endete mit einem Zuwachs von 7,5%). Die höchsten Zuwachsraten in Q4 erzielten die DRAMs (40,4 %), 32-Bit-MCUs (35,7 %) und NAND-Flash (33,9 %). Die niedrigsten Quoten erbrachten EPROMs (-34,7 %) und Hochfrequenz-Bauteile (- 8,1 %).

In Deutschland wuchsen die Komponentengruppen Halbleiter und Passive Komponenten um jeweils 6,3 % auf 443 Millionen bzw. 96 Millionen Euro berichtet der FBDi. Die Elektromechanik legte um 9 % auf 70 Millionen Euro zu, die Stromversorgungen um gar 20,3 %. Eine Verschiebung der Gewichtung ergab sich nicht, Halbleiter stellen laut dem deutschen Fachverband mit 68 % nach wie vor den Löwenanteil, gefolgt von Passiven (15 %) und Elektromechanik (11 %), der Rest verteilt sich auf Displays (3 %), Stromversorgungen (2 %) und sonstige.

FBDi-Vorstandsvorsitzender und DMASS-Vorsitzender Georg Steinberger: „Die Frage bleibt, wie sich die Preissituation entwickelt. Aller Popularität der Elektronik zum Trotz scheint die Industrie nach wie vor Überkapazitäten abzubauen, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Kaufverhalten (kurzfristig).“

Wie die Aussichten für die kommenden 12 Monate zu beurteilen sind, lässt der FBDi-Geschäftsklimaindex (umfasst Auftragsbestand, Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis) erahnen: So bewerten die FBDi-Mitglieder (nach Schulnotensystem) die Aussichten fürs laufende und nächste Quartal sowie die nächsten 12 Monate inzwischen deutlich positiver, nämlich mit 2,78 für Q1/2014, 2,54 fürs nächste Quartal und 2,37 für die kommenden 12 Monate.