Diskussionsrunde v.l.n.r.: Oliver Jörk, CEO Wirtschaftsförderung Sachsen, Heinz-Martin Esser, CEO Silicon Saxony, Heinz Kundert, Präsident Semi Europa und Stan Myers, Präsident und CEO Semi.

Diskussionsrunde v.l.n.r.: Oliver Jörk, CEO Wirtschaftsförderung Sachsen, Heinz-Martin Esser, CEO Silicon Saxony, Heinz Kundert, Präsident Semi Europa und Stan Myers, Präsident und CEO Semi.

Nach Zürich, Genf, München und Stuttgart ist sie jetzt in Dresden gelandet: Der europäische Chef des Branchenverbands Semi, Heinz Kundert, freut sich über die starke Hilfe von Politik und Industrie bei der Wahl des Austragungsortes der Semicon Europa. 420 Aussteller aus 27 Nationen gegenüber 630 Firmen letztes Jahr in Stuttgart deuten aber an, wie tief die Halbleiterindustrie in der Krise steckt. Beherrschendes Thema waren die Wettbewerbsverzerrungen durch hohe Subventionen für Chiphersteller in den USA und besonders in Asien. Europa verliert mit zehn Prozent weiter Boden und den Anschluss an die Weltspitze. Besonders schmerzlich wurde der Niedergang von Qimonda aufgenommen, da nach nicht einmal sechs Monaten die Fehleinschätzung der Regierungen deutlich wird: Bei Speichern kommt es zu Engpässen und Preisexplosionen. Eine Finanzierung für wenige Monate hätte genügt, um Qimonda als systemrelevantes Unternehmen zu erhalten.
In ihrem Papier „Preparing for our future: Developing a common strategy for key enabling technologies in the EU“ nennt die Europäische Union fünf Schlüsseltechnologien, darunter Halbleiter. Mit welchen Mitteln sie diese Strategie unterstützen wird, darauf fanden auch die Teilnehmer des dritten Semi Europa Executive Summit keine Antwort. Immerhin wurde die Stärke Europas bei R&D begrüßt, starke Befürchtungen gibt es aber, was den Physiker- und Ingenieurnachwuchs angeht. (Siegfried Best/lei)